Gewöhnliche Osterluzei

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. April 2016
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Die Gewöhnliche Osterluzei (Aristolochia clematitis) gehört zur Familie der Osterluzeigewächse und wird in der Homöopathie vorwiegend als Wundheilmittel bzw. für unterschiedliche gynäkologische Indikationen eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Die Heilpflanze Gewöhnliche Osterluzei wirkt lindernd bei Menstruationsbeschwerden und Spannungsgefühlen in der Brust.

Die Gewöhnliche Osterluzei ist eine krautige Pflanze, die bis zu 100 Zentimeter hoch werden kann. Die Laubblätter sind herzförmig und langgestielt, darüber hinaus verströmt die Pflanze einen fruchtigen Geruch. Die Gewöhnliche Osterluzei blüht von Mai bis Juni, wobei die Blüten tütenförmig sind und eine gelbe Farbe haben. Die Blüten der Pflanze sind recht ungewöhnlich, denn hinter einem runden Knubbel ist eine Röhre zu finden, die nach oben gebogen ist. Auf Grund der Form der Blüten werden Insekten gefangen gehalten, bis die Blüte bestaubt wurde.

Ursprünglich kommt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum, ist aber heute in ganz Mitteleuropa zu finden. Sie gedeiht vor allem an warmen Standorten wie zum Beispiel in Weinbergen, Auwäldern oder an Böschungen. Wer die Gewöhnliche Osterluzei im Garten anpflanzen möchte, benötigt dafür einen halbschattigen bis sonnigen Platz. Die Pflanze bevorzugt lockere, nährstoffreiche und kalkhaltige Lehmböden. Früher wuchs die Osterluzei fast in jedem Bauerngarten, heute ist sie allerdings nur noch selten anzutreffen. Regional wird die Pflanze auch häufig als Osterluzi, Wolfskraut oder Rebling bezeichnet. Darüber hinaus ist die Osterluzei auch häufig Bestandteil bei der Kräuterweihe, die an Mariä Himmelfahrt stattfindet.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Bereits seit dem Altertum galt die Gewöhnliche Osterluzei als Heilpflanze. So wurde sie beispielsweise von römischen bzw. griechischen Ärzten gegen Schlangenbisse eingesetzt. Im alten Ägypten war die Osterluzei Bestandteil des so genannten Theriak, einem Mittel, das bei Fieberzuständen, Schlangenbissen oder Geschwüren zum Einsatz kam. Paracelsus verordnete die Gewöhnliche Osterluzei als Krebsmittel, wobei hier ersichtlich wird, dass von ihm Ähnliches mit Ähnlichem behandelt wurde, denn seit 1981 sind Präparate, die die Osterluzei bzw. Aristolochiasäure enthalten, verboten.

Der Name Aristolochia ist auf die griechischen Begriffe "aristos" bzw. "lockeius" zurückzuführen, was so viel wie "sehr gut" und "zum Gebären gehörig" bedeutet. Diese Bezeichnung deutet auch bereits auf die Anwendung hin: Die Osterluzei beschleunigt bzw. erleichtert die Geburt und hat eine Wehen einleitende Wirkung. In der Homöopathie wird die Pflanze heute vor allem als äußerliches bzw. innerliches Wundheilmittel verwendet.

Die Gewöhnliche Osterluzei enthält Clematinin, Gerbstoffe und ätherische Öle. In den Wurzeln der Pflanz sind darüber hinaus etwa ein Prozent giftige Aristolochiasäuren zu finden, wesentlich höher ist der Anteil in den Wurzeln, im Rhizom bzw. in den Samen. Aristolochiasäuren sind sekundäre Pflanzenstoffe, die giftig sind und Nierenschäden hervorrufen können. Außerdem sind sie krebserzeugend und können zu Blutansammlungen in Geweben bzw. Organen führen. Dennoch haben Aristolochiasäuren auch eine wundheilende Wirkung und sind schweißtreibend, krampflösend und entzündungshemmend.

In der Homöopathie wird die Gewöhnliche Osterluzei außerdem bei Menstruationsbeschwerden, Spannungsgefühlen bzw. Brustschmerzen, die zyklusabhängig sind, eingesetzt. Des Weiteren verwendet man sie bei Blasen, Druckstellen und Rheuma. Das homöopathische Mittel hilft darüber hinaus bei Akne, Depressionen und gedrückter Stimmung. Eine Anwendung ist auch bei venösen Stauungen bzw. Venenbeschwerden auf Grund eines gestörten Hormonhaushaltes möglich. In der Schwangerschaften gibt es ebenfalls verschiedene Einsatzmöglichkeiten der Gewöhnlichen Osterluzie. So hilft sie bei der Geburt, um die Wehen einzuleiten, aber auch bei Schwangerschaftsdepressionen und Krampfadern, die in dieser Zeit auftreten.

Wogegen hilft die Gewöhnliche Osterluzei?

Bedeutung für die Gesundheit

Auf Grund der giftigen Inhaltsstoffe sind in Deutschland Mittel, die Bestandteile der Gewöhnlichen Osterluzi enthalten, nicht erlaubt. Erhältlich sind nur homöopathische Mittel in Form von Lösungen, Tabletten oder Globuli. Je nach Symptomen können davon entweder fünf Globuli bzw. fünf Tropfen dreimal pro Tag eingenommen werden. Für die Selbstbehandlung sind die Potenzen D6 bis D12 empfehlenswert. Die Behandlung von Kindern bzw. Schwangeren sollte aber immer in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Tritt eine Verschlechterung der Symptome auf und hält diese mehrere Tage lang an, so empfiehlt es sich, die Therapie abzubrechen. Die Dauer der Behandlung ist vom Beschwerdebild abhängig. Normalerweise werden homöopathische Mittel nur so lange eingenommen, bis sich die Symptome deutlich verbessern bzw. geheilt sind. Für eine äußere Anwendung ist darüber hinaus eine Tinktur erhältlich.

In der Volksheilkunde werden zur äußeren Behandlung im Frühjahr bzw. Herbst die Wurzeln geerntet und getrocknet und anschließend abgekocht. Die verdünnte Tinktur kann dann auf Geschwüre oder Ekzeme aufgetragen werden. Auf Grund der Giftigkeit ist es jedoch ratsam, Fertigpräparate zu bevorzugen. Bei einer zu hohen Dosierung treten Vergifungserscheinungen auf, die sich in Krämpfen, Magen-Darm-Entzündungen und Erbrechen äußern können. Des Weiteren kann der Blutdruck abfallen und eine Atemlähmung auftreten, die bis zum Tod führen kann.

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