Gesundheits-Check-up

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Juli 2016
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Der Gesundheits-Check-Up ist eine Vorsorgeuntersuchung, die allen Menschen über 35 als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen angeboten wird. Die Untersuchung umfasst eine Anamnese der möglichen Risikofaktoren, eine gründliche Untersuchung des gesamten Körpers, die Bestimmung von spezifischen Blutwerten durch eine Blutentnahme sowie eine Urinuntersuchung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gesundheits-Check-Up?

Der Gesundheits-Check-Up dient der medizinischen Früherkennung von Krankheiten mit gravierenden Folgeschäden wie beispielsweise Krebs oder Diabetes. So soll eine wirksame Erkennung auftretender Krankheiten bereits im Vor- oder Frühstadium durch diagnostische Maßnahmen ermöglicht und die wirksame Behandlung sichergestellt werden. Die genauen Bestimmungen zu dieser Vorsorgeuntersuchung wurden im Rahmen der "Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinien" 1989 vom Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen.

Die durchzuführenden Maßnahmen sollen sich insbesondere auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-System, der Nieren sowie des Diabetes mellitus erstrecken. Sofern es möglich ist, soll im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung die Möglichkeit zur Früherkennung von Krebs angeboten werden. Diese weiterführende Untersuchung wird aber nicht in jedem Alter von der Krankenkasse übernommen.

Anwendungsgebiete

Im Vorfeld eines anstehenden Gesundheits-Check-Ups empfiehlt es sich, eine Übersicht über auftretende Beschwerden, Symptome oder weitere Auffälligkeiten anzulegen. So kann während der Vorsorgeuntersuchung kein wichtiges Detail vergessen werden. Weiterhin wird empfohlen, die in der Familie aufgetretenen Krankheiten festzuhalten und am Tag der Untersuchung dem Arzt zu überreichen.

Da für eine genaue Labordiagnostik das Erscheinen zum Untersuchungstermin in nüchternem Zustand in der Regel verlangt wird, sollte auf ein Frühstück und insbesondere auf den Verzehr von Koffein am Morgen vor der Untersuchung verzichtet werden. Koffein hat die negative Eigenschaft, den Blutdruck zu beeinflussen, so dass beim Gesundheits-Check-Up keine genauen Werte gemessen werden können. Eine Nahrungsaufnahme vor der Untersuchung kann den Gehalt von Glucose und Cholesterin im Blut verfälschen und führt daher ebenfalls so falschen Ergebnissen.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Der Gesundheits-Check-Up gliedert sich in drei Teile und ist unabhängig vom Arzt vom Ablauf her immer identisch. In der Anamnese, einem eingangs stattfindenden Gespräch, wird ein Risikoprofil des Patienten anhand von vordefinierten Eigenheiten des Familien- und Sozialumfeldes erstellt. Zu einer gründlichen Anamnese gehören Fragen nach Vorerkrankungen, Allergien, im familiären Umfeld gehäuft auftretenden Beschwerden, aber auch der Beruf, das Sexualverhalten und sonstige Risikofaktoren müssen dem Arzt offengelegt werden. Nur so können Dinge auffallen, die vom Patienten selber nicht wahrgenommen werden. Außerdem gibt eine gründliche Anamnese Aufschluss über die Anfälligkeit für Erbkrankheiten und somit mögliche Risiken der Zukunft.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Daran anschließend findet eine körperliche Untersuchung statt. Hierbei wird ein Ganzkörperstatus erhoben, was bedeutet, dass der Patient gründlich „von Kopf bis Fuß“ untersucht wird. Diese Untersuchung besteht aus dem sogenannten IPPAF-Schema: Inspektion (Betrachten), Palpation (Abtasten), Persussion (Abklopfen), Auskultation (Abhören) und letzten Endes die Funktionsprüfung

Im Kopfbereich wird in der Regel die Pupillenreaktion geprüft sowie ein Blick auf die Mundschleimhaut geworfen. Die Schilddrüse sowie die Halswirbelsäule werden ebenfalls untersucht. Es folgen Untersuchungen des Brustkorbes, des Bauches, die Nierenregion sowie der Genitalien. Darüber hinaus werden Arme und Beine auf ihre Reflexe geprüft. In den meisten Fällen werden Achsel- und Leistenregion auf die dort befindlichen Lymphknoten abgetastet. In der Regel findet die körperliche Untersuchung in unbekleidetem Zustand statt. Hierzu muss man sich vollständig oder bis auf die Unterwäsche ausziehen, einige Ärzte lassen den Patienten aber auch größtenteils bekleidet.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Im dritten Teil des Check-Ups werden Blut- und Urinproben genommen, die im Labor genauer untersucht werden. Die Blutentnahme findet mittels einer sterilen Kanüle in der Oberarmvene statt. Hier lässt sich am leichtesten ein Zugang finden. Sollten dort keine geeigneten Venen vorhanden sein (beispielsweise wenn sie zu tief im Gewebe liegen), kann eine Blutentnahme auch auf dem Handrücken oder am Fuß durchgeführt werden.

Für die Urinprobe wird dem Patienten ein Plastikbecher ausgehändigt, der auf der Toilette zu circa der Hälfte mit Urin gefüllt werden muss. Genauer untersucht werden die Eiweiß- und Glukoseausscheidung im Urin sowie die Gesamtcholesterienkonzentation und die Glucosekonzentration im Blut. Diese Werte geben Aufschluss über mögliche Insulininsuffizienzen (Diabetes) oder einen erhöhten Cholesterinspiegel, der als Verursacher von Herz-Krankheiten gesehen werden kann. Während Urinproben in den meisten Arztpraxen direkt vor Ort in einem eigenen Labor untersucht werden, müssen Blutproben immer an spezialisierte Labore verschickt werden. Nur dort sind die technischen Geräte vorhanden, um genaue Blutwerte zu ermitteln. Die Ergebnisse dieser Laboruntersuchungen erfährt der Patient in der Regel am nächsten Tag.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für die medizinische Vorsorgeuntersuchung werden in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen für alle Versicherten ab 35 Jahren vollständig übernommen. Jüngere Personen, die einen Gesundheits-Check-Up in Anspruch nehmen wollen, müssen dieses als Teil der sogenannten IGEL-Leistungen selber bezahlen. Abhängig von der Krankenkasse wird jedoch auch bei Personen, die jünger als 35 Jahre sind, die Übernahme der Kosten als Zusatzleistung angeboten. Hier empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit der jeweiligen Krankenkasse. Ebenfalls abhängig von der Krankenkasse ist der Umfang der Vorsorgeuntersuchung. Einige Kassen haben einen wesentlich höheren Leistungsumfang als andere. Einen Anspruch auf einen Gesundheits-Check-Up hat jeder gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Auch wenn es sich bei dem Gesundheits-Check-Up um eine vom Versicherten freiwillig in Anspruch zu nehmende Untersuchung handelt, so ist jedem ausdrücklich zu einer Vorsorgeuntersuchung zu raten. Viele Krankheiten machen sich erst im späteren Verlauf bemerkbar, können dann teilweise nur schwer behandelt werden und führen in den schlimmsten Fällen zu einem frühen Tod. In westlichen Gesellschaften sind es vor allem Herz-Kreislauf-Beschwerden, die in der Regel unerkannt bleiben und somit ein hohes Risikopotential darstellen.

Auch ungünstige Lebensumstände, Übergewicht und Bewegungsmangel sind Auslöser für schwerwiegende Erkrankungen. Im Rahmen des Gesundheits-Check-Ups wird der Patient vom Arzt genauestens auf die bestehenden Risiken hingewiesen und erhält Ratschläge, wie durch geeignete Maßnahmen der körperliche Allgemeinzustand verbessert werden kann. Da die Vorsorgeuntersuchung keinerlei Schmerzen oder einen längeren stationären Aufenthalt mit sich bringt, sollte jeder Mensch über 35 Jahren dieses Angebot regelmäßig wahrnehmen.

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