Gesichtsfeldmessung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. August 2016
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Bei der Gesichtsfeldmessung bedient sich die Augenheilkunde eines diagnostischen Verfahrens, um das Gesichtsfeld des Patienten zu bestimmen. Als Gesichtsfeld wird der Raum bezeichnet, der vom Auge wahrgenommen wird, ohne das der Blick von einem zentral fixierten Punkt abschweift. Die Perimetrie wird genutzt, um frühzeitig Grauen Star und andere Störungen erkennen zu können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gesichtsfeldmessung?

Die Gesichtsfeldmessung gibt Aufschluss über die optische Wahrnehmung, ohne das Auge zu bewegen. Dabei wird in die Messung des monokularen Gesichtsfeldes und des binokularen Gesichtsfeldes unterschieden. Damit ist das Gesichtsfeld eines, bzw. beider Augen gemeint.

Der normale Alterungsprozess lässt die Größe des Gesichtsfeldes ebenso abnehmen, wie bestimmte Augenerkrankungen dafür verantwortlich sein können. Die einfachste Art und Weise der Gesichtsfeldmessung ist die Fingerperimetrie, welche häufig von Ärzten auch im Rahmen von Routineuntersuchungen durchgeführt wird.

Daneben sind weitere Methoden geläufig, welche genauere Ergebnisse liefern, aber auch nicht ohne spezielle Apparaturen auskommen.

Anwendung und Funktion

Die Perimetrie kommt in einigen Fällen routinemäßig zum Einsatz. So wird die Gesichtsfeldmessung bei bestimmten Eignungsuntersuchungen vorgenommen oder dient dazu, Aussagen über die Fahrtauglichkeit des Betreffenden zu fällen. Auch wer unter einem Glaukom oder unter Grauem Star leidet, wird regelmäßig überwacht und in diesem Rahmen fortlaufender Gesichtsfeldmessungen unterzogen. Treten bei einem Patienten unklare Sehstörungen auf, können diese verschiedene Ursachen besitzen.

Eine Gesichtsfeldmessung ist angezeigt, wenn der Patient unter Nachtblindheit leidet, ihm das Lesen plötzlich schwer fällt oder es zu Orientierungsstörungen kommt. Beim Grünen Star führt der erhöhte Innendruck des Auges zu Schädigungen der Nervenfasern und das Gesichtsfeld schränkt sich mehr und mehr ein. Dieser Prozess bleibt über einen längeren Zeitraum unbemerkt und daher werden durch eine Gesichtsfeldmessung meist bereits relativ weit fortgeschrittene Glaukome erkannt.

Weitere Ursachen für ein eingeschränktes Gesichtsfeld können auch eine Netzhautablösung oder Erkrankungen des "Gelben Flecks" sein. Hierbei ist das Gewebe der Netzhaut geschädigt und es kommt dadurch meist zu Gesichtsfeldausfällen im zentralen Bereich.

Angewendet wird das Verfahren auch bei Schädigungen der Sehbahnläsion, welche durch ein Trauma, einen Schlaganfall, Aneurysmen oder einen Hirntumor hervorgerufen werden können.

Methoden und Verfahren

Die Gesichtsfeldmessung kennt verschiedene Verfahren. Die einfachste Form ist die Fingerperimetrie, welche ohne Hilfsmittel auskommt. Der Arzt sitzt dabei dem Patienten gegenüber und stellt anhand seiner Fingerbewegungen fest, wie weit diese vom Patienten wahrgenommen werden. Der Patient ist dabei angehalten, einen festen Punkt zu fixieren und seine Augen nicht zu bewegen.

Das Prinzip bleibt auch bei den übrigen Messverfahren gleich. Der Patient fixiert einen festen Punkt und informiert den Arzt, wenn er ein Signal wahrnimmt.

Es werden die computergesteuerte und die kinetische Perimetrie unterschieden. Bei beiden Verfahren nimmt der Patient vor einem Bildschirm Platz und gibt an, wenn er auf dem Bildschirm ein Lichtsignal erkennt. Bei der computergesteuerten Methode erscheinen die Lichtblitze willkürlich. Bei der kinetischen Variante wandern die Lichtsignale vom äußeren Rand in die Bildschirmmitte.

Was muss der Patient beachten?

Eine Vorbereitung auf eine Gesichtsfeldmessung ist nicht notwendig. Die Methode ist vollkommen schmerzfrei und es ist mit keinerlei Komplikationen zu rechnen. Allerdings erfordert eine Perimetrie, welche konkrete Ergebnisse liefern soll, die Mitarbeit des Patienten. Dieser sollte der Methode offen gegenüberstehen und ausreichend Ausdauer und Konzentration mitbringen.

Von vielen Patienten wird die Methode als zeitaufwendig und ermüdend empfunden. Es handelt sich um eine einfache und schmerzfreie Möglichkeit, um eine ganze Reihe von Sehstörungen feststellen zu können. Dies sollte sich der Patient vor Augen führen und gewissenhaft und ausdauernd den Test verfolgen.

Bei einer computergesteuerten Gesichtsfeldmessung muss der Betroffene sich darauf einstellen, etwa 20 Minuten vor einem Bildschirm zu sitzen und mit den Augen einen festen Punkt zu fixieren. Blitzt auf dem Bildschirm ein Licht auf, dann ist schnellstmöglich ein Knopf zu drücken.

Eine Nachsorge ist nicht erforderlich. Allerdings wird bei bestimmten Augenkrankheiten oder Eignungsuntersuchungen bei Piloten oder im Straßenverkehr eine regelmäßige Messung des Gesichtsfeldes anvisiert.

Ablauf und Durchführung

Eine Gesichtsfeldmessung wird immer jeweils für ein Auge durchgeführt. Der Kopf des Patienten ruht vor dem Untersuchungsgerät auf einer Kinn- und Stirnstütze. Um zeitnah angeben zu können, wann er Lichtblitze bemerkt, hält der Patient einen Signalknopf in Händen.

Bei der kinetischen Gesichtsfeldmessung sitzt die betreffende Person vor einem halbkugelförmigen Schirm und richtet ihr Auge auf einen mittigen Punkt. Der Arzt befindet sich auf der Gegenseite der Apparatur und beobachtet durch ein Fernrohr die Position des Auges des Patienten. Mit Hilfe eines mechanischen Hebelsystems werden Lichtmarken erzeugt, die sich vom Rand der Halbkugel zu deren Zentrum bewegen.

In Anlehnung an die vom Patienten ausgesendeten Signale, erstellt der Arzt eine Grafik, anhand derer das Messergebnis verdeutlicht werden kann. Die computergesteuerte Gesichtsfeldmessung funktioniert in ihrem Aufbau ähnlich. Der Unterschied besteht darin, dass die Lichtsignale nicht vom Mediziner selbst, sondern vom Computer erzeugt werden. Die Lichtmarken lassen sich in ihrer Helligkeit verändern und tauchen an willkürlichen Punkten auf.

Mit dieser Methode lassen sich auch kleinere Ausfälle des Gesichtsfeldes gut lokalisieren. Die Auswertung wird anhand von Zahlenwerten oder auf dem Ausdruck sichtbaren Graustufen vorgenommen.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Hat ein Patient auffallende Sehprobleme und sucht deswegen einen Arzt auf, dann werden die Kosten für die Gesichtsfeldmessung von den Gesetzlichen Kassen übernommen. Auch im Rahmen der regelmäßigen Untersuchungen von Piloten, Berufskraftfahrern und anderen speziellen Berufsgruppen ist die Perimetrie Teil der kassenärztlichen Leistungen.

Häufig werden die Untersuchungen vom Betriebsarzt durchgeführt. Mangelt es ihm an entsprechender Technik, dann erfolgt die Überweisung an den Facharzt.

Die Gesichtsfeldmessung ist allerdings nicht als Vorsorgeuntersuchung anerkannt. Im Rahmen der Früherkennung von Sehstörungen zahlt die Kasse seit einigen Jahren nicht mehr. Der Patient muss in diesem Fall in die eigene Tasche greifen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 15 Euro.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Die Gesichtsfeldmessung ist eine Untersuchung, welche keinerlei Nebenwirkungen besitzt. Zudem ist die Behandlung vollkommen schmerzfrei. Der Patient ist jedoch zur aktiven Mitarbeit angehalten. So kommt es darauf an, während der Zeit der Messung das Auge fest auf einen bestimmten Punkt zu halten und sich auf die auftauchenden Lichtsignale zu konzentrieren und diese möglichst zeitnah mittels Signalgeber dem Arzt zu übermitteln.

Es ist von Vorteil, wenn der Patient am Untersuchungstag wach und aufmerksam erscheint, denn das Testergebnis ist in hohem Maße von der Mitarbeit des Patienten abhängig.

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