Geschwollenes Knie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. November 2016
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Bei einem geschwollenen Knie bilden sich in den Schleimbeuteln Flüssigkeitsansammlungen, die im Normalfall nicht existent sind. Eine Knieschwellung ist oftmals nicht nur unangenehm im Beruf und Alltag, sondern auch sehr schmerzhaft. Die Ursachen sind vielfältig. Nachdem sie ermittelt wurden, kann eine passende Behandlung eingeleitet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein geschwollenes Knie?

Ein geschwollenes Knie ist ein Gelenkerguss. Beim Knie handelt es sich um ein Gebilde aus verschiedenen Sehnen, Knochen, Knorpeln und Gelenkplatten. Diese interagieren alle miteinander. Es wird zwischen zwei unterschiedlichen Arten der Knieschwellung unterschieden: Der blutige Erguss, der auch als Hämarthros bezeichnet wird und der eitrige Erguss, der ebenso Pyarthros genannt wird. Der Auslöser eines blutigen Gelenkergusses ist eine dumpfe Verletzung, beispielsweise ein Sturz auf das Gelenk oder ein Aufschlag gegen etwas Hartes. Eine Bluterkrankung kann ebenfalls die Ursache der Schwellung sein. Der eitrige Erguss ist meist in einer Infektion begründet.

Ursachen

Die Ursachen für ein geschwollenes Knie sind sehr verschieden und bedürfen einer genauen Diagnose. Eine Schwellung, ganz gleich, welcher Art, ist immer ein Anzeichen dafür, dass das entsprechende Körpergewebe, die Muskeln oder Nerven einer bestimmten Reizung ausgesetzt sind. Die Schwellung am Knie deutet auf Entzündungen oder Verletzungen am Kniegelenk hin. Die Gründe hierfür können verschiedene sein.

Bei der Gelenkerkrankung ist das Knie unmittelbar betroffen. Durch eine Abnutzung oder Krankheit wird ein Substanzschwund der Gewebestruktur verursacht. Dem Kniegelenk fehlt es daher an Stabilität und Schutz, sodass die Bewegungen zu Schmerzen und Schwellungen führen können. Eine häufiger Grund für ein geschwollenes Knie ist eine Arthritis. Hierbei handelt es sich um eine das Knie betreffende Infektion, die sich ebenfalls durch ein geschwollenes Knie äußern kann. Die Ursache für die Erkrankung sind entzündliche Bakterien.

Außerdem gibt es die Schleimbeutelentzündung: Eine Schwellung am Kniegelenk kann auch von einer Entzündung der Schleimbeutel ausgehen. Vor allem ein extremer oder falsch ausgeführter Laufsport ist für die Knien eine große Belastung und kann sich mit einer Schwellung zeigen. Schlecht verheilte Frakturen, Verspannungen und eine Überdehnung begünstigen ebenso ein geschwollenes Knie, beispielsweise wenn sich die Wunde entzündet.

Außerdem führen Operationen zu geschwollenen Knien. Bei operativen Eingriffen kann es zu Wunden kommen, die zum Teil eine Schwellung verursachen. Insektenstiche, allergische Reaktionen und Erkrankungen wie Rheuma sind weitere Auslöser für ein geschwollenes Knie.

Geschwollenes Knie

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Zu Beginn der Diagnostik erfolgt die Anamnese, die ausführliche Befragung, die der Arzt vornimmt. Hieraus ergeben sich wichtige Anhaltspunkte für die Ursache und die mögliche Behandlung der Erkrankung. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine entscheidende Rolle, beispielsweise vorausgegangene Knieoperationen, schlecht verheilende Wunden, Trauma und Unfälle, die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika oder die Injektion von Cortison usw.

Im Anschluss folgt die körperliche Untersuchung. Der Befund ist von der Ursache abhängig. Typische Symptome einer bakteriellen Infektion sind eine gerötete Haut, eine Schwellung und Überwärmung, ein Erguss und eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung. Bei einem Infekt im Knie ist eine Klinik-Einweisung dringend notwendig, um wichtige Maßnahmen einzuleiten. Anhand von Laboruntersuchungen werden die weißen Blutkörper und der CRP-Wert bestimmt. Der CRP-Wert dient der Verlaufsbeurteilung der Behandlung einer akuten Infektion.

Bei einer bakteriellen Infektion, die durch Keime ausgelöst wird, zeigen sich bei der Blutuntersuchung meist eine erhöhte Zahl an weißen Blutkörperchen, ein erhöhter CRP-Wert und eine erhöhte Blutsenkung. Die Punktion am Knie mittels der Gewinnung von Proben kann ebenfalls sicherstellen, dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Bei der Untersuchung der Flüssigkeit in einem Labor ergeben sich zudem Hinweise auf verschiedene Krankheitserreger, rheumatoide Entzündungen oder die Ablagerung von Kalziumkristallen. Letzteres deutet auf eine Pseudogicht hin. Bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchung und MRT-Aufnahmen ergänzen die Diagnose und helfen dabei, die Ursachen für ein geschwollenes Knie zu ermitteln. Diese Maßnahmen werden häufig eingesetzt, wenn vermutet wird, dass ein Verschleiß oder eine Verletzung des Kniegelenks vermutet wird.

Behandlung und Therapie

Ein geschwollenes Knie zu behandeln, kann sehr langwierig sein. Im Diagnoseverfahren kann durch die Punktion der Innendruck des Kniegelenks genommen werden. Dies geschieht durch ein Absaugen der Flüssigkeit, die sich im Gelenk angestaut hat. Der verursachte Druck ist dadurch gemildert, sodass der Bewegungsapparat wieder einsetzbar ist. Allerdings gilt zu beachten, dass häufig angewendete Gelenkpunktionen das Risiko für Infektionen steigern können. Das Gelenk sollte hochgelegt und regelmäßig gekühlt werden.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass bei einer Schwellung am Knie die ursächliche Krankheit bis zum Schluss richtig therapiert wird. Das Symptom der Knieschwellung wird dabei ebenso vermindert. Bei starken Schmerzen ist oftmals eine medikamentöse Behandlung erforderlich. Das Schmerzmittel sollte gleichzeitig entzündungshemmend wirken. Eine physiologische Therapie kann neben der medikamentösen Therapie und der Schonung ebenso von Vorteil sein, beispielsweise Krankengymnastik, Massagen oder Elektro-Behandlungen.

Eis kann ebenso sehr nützlich sein. Dadurch wird der Blutfluss verlangsamt und die Schwellung verringert. Wichtig ist die Anwendung der Eispackung in Intervallen von zehn Minuten. Mit einer Kompression kann ein geschwollenes Knie auch reduziert werden, beispielsweise mit einer elastischen Binde oder einer Knieschiene. Bleiben alle Versuche erfolglos und ein geschwollenes Knie bzw. die Ursache kann nicht beseitigt werden, erfolgt eine operative Behandlung. Das natürliche Kniegelenk wird hierbei durch ein künstliches ersetzt. Die operative Behandlung erfolgt meist bei Erkrankungen wie Arthritis oder einem irreparablen Bänder- oder Meniskusriss.



Vorbeugung

Um ein geschwollenes Knie vermeiden zu können, muss die ursächliche Erkrankung behandelt werden. Ebenso von Vorteil ist meist auch eine gesunde, ballaststoffreiche, Ernährung. Knieschwellungen können auch durch Übergewicht verursacht werden. Daher ist im entsprechenden Fall eine Gewichtsreduzierung ratsam.

Sportliche Betätigung ist ebenfalls ein positiver Aspekt, zum Beispiel Nordic Walking oder andere Gangsportarten, bei denen die Gelenke geschont werden und das Kniegelenk vor Verschleiß geschützt wird. Durch regelmäßige Bewegung wird die Gelenkflüssigkeit erneuert und Muskelkraft aufgebaut. Dabei ist jedoch eine ausgewogene Balance zwischen der Bewegung und Ruhepausen sehr wichtig. Zu viel Sport führen eher Schaden zu und steigern nicht nur das Risiko für ein geschwollenes Knie, sondern auch für Verletzungen.

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