Geschwollene Hoden

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Geschwollene Hoden können die Folge einer schwerwiegenden Erkrankung sein und bedürfen einer umfassenden Untersuchung. Vorbeugung und Behandlung richten sich nach der jeweiligen Ursache. Auch der Verlauf hängt vom Auslöser ab.

Inhaltsverzeichnis

Was sind geschwollene Hoden?

Unter geschwollenen Hoden versteht man eine Symptom, bei dem die Hoden anschwellen oder sich verhärten. Als Ursachen kommen unterschiedlichste Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane in Frage. Meist ist die Schwellung Folge einer Flüssigkeitsansammlung im Hoden. Sie geht meist mit verschiedenen Begleiterscheinungen wie Rötungen, Fieber oder einer Infektion des Harnwegs einher. Die Behandlung hängt von der jeweiligen Ursache ab und kann von einem chirurgischen Eingriff bis zu einer medikamentösen Behandlung reichen.

Ursachen

Geschwollene Hoden können viele Ursachen haben. Eine der schwerwiegendsten Ursachen ist die Hodentorsion. Dabei handelt es sich um eine plötzliche Eindrehung des Samenstranges, welche die Durchblutung des Hodens unterbindet. Wird hier nicht umgehend reagiert, stirbt das Organ ab und muss durch einen künstlichen Hoden ersetzt werden. Betroffen sind in erster Linie Kinder und Jugendliche.

Eine weitere Ursache ist eine Nebenhodenentzündung. Sie tritt vorwiegend bei älteren Menschen auf und wird durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Diese gelangen über die Harnröhre in den Körper und von dort aus bis in den Nebenhoden. Dort führen sie zu einer Schwellung der Hoden, die im Normalfall nach einigen Tagen wieder abklingt. Eine Hodenentzündung ist ebenfalls eine häufige Ursache geschwollener Hoden. Sie tritt in Folge von Windpocken, Malaria, Mumps oder Pfeifferschem Drüsenfieber auf und ist äußerst schmerzhaft. Mit einer Hodenentzündung gehen verschiedene Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber und eine Rötung des Hodensacks einher. Zudem kann es zu blutigem Urin kommen.

In seltenen Fällen sind geschwollene Hoden schmerzfrei. Das ist etwa dann der Fall, wenn ein Hodentumor, ein Wasserbruch in der Hodenhülle oder eine Nebenhodenzyste vorliegt. In jedem Fall bedürfen geschwollene Hoden einer umfassenden Behandlung durch einen Urologen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Geschwollene Hoden werden vom Patienten selbst diagnostiziert. Die genaue Ursache muss allerdings von einem Arzt ermittelt werden. Dieser führt zunächst eine Anamnese durch und ermittelt im Verlauf des Gesprächs, ob Vorerkrankungen vorliegen, seit wann die Beschwerden auftreten und ob anderweitige Symptome vorliegen. Im Anschluss an das Anamnesegespräch tastet der Arzt die Hoden ab und ermittelt so, ob eventuell ein Tumor oder eine Zyste vorliegt. Zudem können eventuelle Schmerzen Aufschluss über die Ursache geben.

Das Abtasten gibt auch Aufschluss darüber, ob eine Hodenentzündung oder eine Hodentorsion vorliegt. Auch die Abnahme von Blut und Urin trägt zur Ermittlung der Ursache bei. Des Weiteren führt der Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch, um Tumore, Zysten oder eine Hodentorsion feststellen zu können. Zudem kann dadurch erkannt werden, wie weit fortgeschritten die Schwellung bereits ist und ob sich Abszesse gebildet haben.

Nachdem die erwähnten Untersuchungen durchgeführt wurden, kann der Arzt im Normalfall eine genaue Diagnose stellen. Besteht jedoch weiterhin Unklarheit über die Ursache, muss der Hoden im Rahmen einer Operation genauer untersucht werden. Geschwollene Hoden können je nach Grunderkrankungen einen ganz unterschiedlichen Verlauf nehmen. Eine Hodenentzündung ist eher harmlos, während eine Hodentorsion mit dem Verlust des Organs enden kann. Auch ein Hodentumor kann durchaus einen negativen Verlauf nehmen und bedarf einer umfassenden Behandlung.

Behandlung und Therapie

Geschwollene Hoden können nach der Ermittlung der jeweiligen Ursache behandelt werden. Liegt eine Hodentorsion vor, muss innerhalb der ersten sechs Stunden operiert werden, um eine nachhaltige Schädigung der Hoden zu verhindern. Im Rahmen des chirurgischen Eingriffs wird der Hoden wieder in seine normale Position gebracht und der Blutfluss wieder ermöglicht. Zudem wird der Hoden mit dem Hodensack verbunden, um eine erneute Hodentorsion zu verhindern.

Bei einer Hodenentzündung werden Antibiotika verabreicht. Auch Schmerzmittel und anderweitige Präparate können je nach Ausprägung der Entzündung verabreicht werden. Ebenso sind Bettruhe, Kühlung und allgemein eine Schonung der Hoden anzuraten. Ist ein Hodentumor für die Schwellung verantwortlich, müssen vorerst Gewebeproben entnommen werden. Dadurch lässt sich feststellen, ob der Tumor bösartig ist und Hoden sowie Samenstrang entfernt werden müssen.

Nebenhodenzysten sind im Normalfall harmlos. Die geschwollenen Hoden müssen während der Dauer der Behandlung überwacht werden, damit die Bildung von Abszessen frühzeitig erkannt wird. Begleiterscheinungen wie Fieber oder blutiger Urin lassen sich durch Arzneimittel behandeln.

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Vorbeugung

Geschwollene Hoden lassen sich vermeiden, indem auf eine gesunde Lebensweise geachtet wird. Zudem sollte bei wechselnden Geschlechtspartnern auf einen ausreichenden Schutz vor Geschlechtskrankheiten und Keimen geachtet werden. Davon ab sollte der Hoden beim Sport oder im Beruf vor Verletzungen geschützt werden, wann immer es notwendig ist. Insbesondere Eishockey oder Football sind riskant und sollten nur mit einem entsprechenden Schutz betrieben werden.

Zuletzt ist es sinnvoll, Erkrankungen der Blase, der Prostata oder des Harnwegs frühzeitig behandeln zu lassen. Der regelmäßige Besuch eines Urologen ermöglicht eine Früherkennung von Hodenkrebs und anderen Erkrankungen und ist ab einem gehobenen Alter sinnvoll.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Davidbee kommentierte am 26.01.2016 um 04:15 Uhr

Ich (40) habe bereits seit ca. 3 Jahren ein Problem, das quasi über Nacht auftrat. Ein Ziehen im rechten Hoden einhergehend mit tastbarer Anschwellung der "Zuleitung" zum rechten Hoden direkt am Übergang zum Hoden. Da ist die Schwellung am stärksten. Das Ziehen kommt und geht. Ist spürbar, aber nicht sehr stark. Das Ganze war jedoch, auf den Tag genau, begleitet von starken Erektionsstörungen. Bis heute. Sexuelle Reize führen nicht mehr zur Erektion, für die ich vor dieser Zeit mehr als empfänglich war. Relativ zeitnah Anfang 2013 war ich damit beim Urologen. Der nahm eine Urinprobe, tastete und ultraschallte. Er könne bis auf eine winzige Zyste nichts entdecken, die aber harmlos sei. In seiner Ratlosigkeit verschrieb er mir eine Probepackung eines Durchblutungsförderers (Sildenafil-Neuraxpharm). Ich solle die erst mal nehmen und dann wiederkommen. Die Packung hat für gerade mal eine knappe Woche gereicht und hat die Beschwerden natürlich nicht beseitigt. Zu der Zeit war ich jobmäßig auch noch so eingespannt, dass ich keinen weiteren Termin mehr machte und seitdem einfach damit lebe. War bisher möglich, da ich schon seit längerem in keiner Sexualbeziehung mehr lebe. Jedoch würde ich das Problem schon sehr gerne loswerden.