Gerste

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. Dezember 2015
Gesundpedia.deLebensmittel Gerste

Die Gerste zählt zu den wichtigsten Getreidesorten und wird seit mehreren tausend Jahren angebaut. Gerste ist ein wertvoller Energielieferant und versorgt den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen. Für Menschen mit Glutenunvertäglichkeit ist der Verzehr von Gerste allerdings nicht empfehlenswert.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Gerste wissen

Die Gerste gehört zur Familie der Süßgräßer. Die Gerste ist eine der wichtigsten Getreidesorten und kann eine Wuchshöhe von bis zu 1,2 Metern erreichen. Das Getreide ist ein einjähriges, glattes unbehaartes Gras. Charakteristisch für die Gerste sind ährige Blütenstände. Die Gerste kann in zwei Sorten unterschieden werden. Es werden zwei- oder mehrzeilige Ährenstände kultiviert.

Zweizeilige Ähren besitzen nur ein kräftiges Korn. Diese Form der Gerste wird häufig für die Herstellung von Bier verwendet. Vier- und sechszeilige Gersten sind hauptsächlich Wintersorten, wohingegen die zweizeiligen Formen meist Sommersorten sind. Ursprünglich kommt die Gerste aus Vorderasien und den östlichen Balkanstaaten. Bereits 15.000 Jahre vor Christus wurde die Gerste verwendet. In europäischen Breitengraden geht die Verwendung bereits auf 5500 Jahre vor Christus zurück.

Neben Emmer und Einkorn zählt das Getreide zu den Ersten, die gezielt von Menschen angebaut wurden. Unterarten der Gerste sind mitunter die Sorten Kulturgerste und Wildgerste. Die Gerste stellt keine besonderen Ansprüche an ihr Anbaugebiet und kann in unterschiedlichen Höhenlagen sowie Klimazonen kultiviert werden. Gerste wird hauptsächlich zur Bierherstellung und als Viehfutter verwendet.

Bedeutung für die Gesundheit

Gerste ist ein wichtiger Lieferant von Energie und Mikronährstoffen wie Kalium, Kalzium und Magnesium. Gerste reguliert den Körperwassergehalt und hat eine beruhigende Wirkung auf die Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes. Gerste wirkt im Körper hitzeausleitend. Dieser Umstand kann bei Erkrankungen der Haut wie Neurodermitis und bei Allergien Linderung schaffen.

Gerste enthält kein Cholesterin und einen mittleren Gehalt an Ballaststoffen. Ballaststoffe wirken verdauungsfördernd und können Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen entgegenwirken. Weiterhin hat sie positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel und kann Krankheiten, die durch dauerhaft schlechte Cholesterinwerte verursacht werden, vorbeugen.

Der relativ hohe Gehalt an Zink, Mangan und Eisen wirkt sich ebenso positiv auf die Gesundheit aus. Zink benötigt der Körper für einen gesunden Aufbau von Haut, Nägeln und Haaren.

Durch ein intaktes Hautbild ist der Körper besser vor Bakterien und Keimen geschützt, da diese durch verletzte Hautstellen leichter in den Organismus gelangen können. Mangan ist an wichtigen Funktionen im menschlichen Körper beteiligt und muss dem Körper regelmäßig zugeführt werden. Eisen ist unter anderem für den Sauerstofftransport zuständig.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

100 Gramm essbare Gerste enthalten im Durschnitt 9,8 Gramm Eiweiß, 2,1 Gramm Fett und 63,3 Gramm Kohlenhydrate. Weiterhin bestehen 12,7 Gramm aus Wasser. Gerste enthält 9,8 Gramm Ballaststoffe sowie 2,3 Gramm Mineralstoffe. Enthaltene Mineralstoffe sind neben Selen ferner Phosphor, Zink, Eisen, Kupfer, Kalzium, Kalium, Mangan, Natrium und Magnesium. Das Getreide enthält zudem Vitamine der B-Gruppe sowie Vitamin E und das Spurenelement Folsäure. Gerste liefert essenzielle sowie semi-essenzielle Aminosäuren wie Lysin, Leucin und Histidin. 100 Gramm Gerste enthalten etwa 320 Kilokalorien.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 320 kcal/ 1338 kj
Eiweiß 9,8 g
Kohlenhydrate 63,3 g
Fett 2,1 g
Wasser 12,7 g
Ballaststoffe 9,8 g
Vitamin B3 4800 µg

Unverträglichkeiten

Getreidesorten wie Hafer, Weizen, Roggen und die Gerste enthalten das Klebereiweiß Gluten. Menschen die an einer Glutenunverträglichkeit leiden, sollten daher diese Getreidesorten und die Produkte daraus aus ihrem Speiseplan streichen.

Die Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt, ist eine relativ häufige immunologische Erkrankung der Dünndarmschleimwand. Bestimmte, aufgenommene Nährstoffe können durch eine entzündliche Veränderung nicht mehr über die Darmschleimwand aufgenommen werden.

Die Krankheit kann sich durch Symptome wie Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme, Müdigkeit und Gelenkschmerzen äußern. Menschen die an Zöliakie leiden, müssen ein Leben lang auf diverse Getreideprodukte verzichten. Andernfalls kann es zu irreversiblen Schädigungen im Dünndarm kommen. Als Alternative bieten sich glutenfreie Produkte wie Reis oder Mais an.

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Einkaufs- und Küchentipps

Gerste ist als Speisegerste im Handel erhältlich. Bei der Lagerung von Gerste ist darauf zu achten, dass das Getreide dunkel und trocken untergebracht wird. Wenn die Feuchtigkeit in den Körnern über 15 Prozent liegt, ist die Gefahr eines Schimmelbefalls erhöht. Gerste und aus dem Getreide hergestellte Produkte können in Supermärkten, Reformhäusern sowie im Internethandel erworben werden. Viele Unternehmen bieten die Getreidesorte aus kontrolliert biologischem Anbau an.

Zubereitungstipps

Aus Gerste wird Bier und Whiskey hergestellt. Die inhaltlichen Komponenten der Gerste charakterisieren sich durch einen hohen Stärke- und einem niedrigen Eiweißgehalt. Dieser Umstand schafft die Grundlage für Malz. Malz ist für die Bierherstellung essenziell.

In Asien wird die Gerste für die Herstellung eines nahrhaften Tees verwendet. Gerste kann zu Grütze, Mehl oder Graupen weiterverarbeitet werden. Weiterhin kann das Getreide geröstet als koffeinfreier Kaffeeersatz dienen. Gerste kann vielseitig für Eintöpfe und Suppen verwendet werden. Sie eignet sich auch gut als Beilage zu Hauptgerichten.

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