Gelenkschmerzen im Knie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Gelenkschmerzen im Knie

Gelenkschmerzen im Knie sind sehr schmerzhaft. Zudem mindern sie die Beweglichkeit und somit ebenso die Lebensqualität. Die Ursachen für die Erkrankungen und Beschwerden sind vielfältig. Bei der Behandlung kommen vorwiegend Medikamente zum Einsatz, allerdings kann bei Gelenkschmerzen auch eine Umstellung der Ernährung in der Kombination mit Physiotherapie und Hausmitteln zu guten Erfolgen führen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gelenkschmerzen im Knie?

Gelenkschmerzen im Knie sind sehr unangenehm. Mittlerweile sind davon längst nicht mehr nur ältere Menschen und Sportler betroffen. Auch jüngere Menschen klagen zunehmend über entsprechende Beschwerden. Nicht immer ist die Ursache in Erkrankungen begründet, sondern oftmals auch in unserem modernen Lebensstil. Die Bewegung kommt oftmals zu kurz und zahlreiche Menschen verbringen den Großteil des Tages am Schreibtisch.

Doch auch wer körperlich arbeitet, tut den Gelenken nicht immer Gutes, da der Bewegungsapparat und damit gleichzeitig auch die Gelenke oftmals nur einseitig belastet und gestresst werden. Ähnliches gilt für verschiedene Arten des Fitnesstrainings. Der Bewegungsapparat wird allgemein geschwächt und eine ungesunde Körperhaltung wird eingenommen. Die Folgen sind Muskelverspannungen und Gelenkprobleme, was wiederum die Gelenkschmerzen im Knie verursacht. Wer auch noch übergewichtig ist, wird die Beschwerden so schnell nicht los und sollt daher dringend etwas ändern.

Ursachen

Gelenkschmerzen im Knie haben bei jüngeren Menschen häufig traumatische Ursachen und bei älteren Patienten sind sie meistens degenerativ bedingt. Probleme an der Wirbelsäule, insbesondere im Lendenwirbelbereich, Erkrankungen der Hüfte oder zu starke Belastungen der Knie können ebenfalls zu Gelenkschmerzen führen. Prinzipiell wird zwischen akuten, subakuten sowie chronischen Gelenkschmerzen im Knie unterschieden. Akute Beschwerden treten innerhalb weniger Stunden auf, beispielsweise nach dem Joggen, subakute Schmerzen nach einigen Tagen.

Chronische Gelenkschmerzen im Knie entwickeln sich über eine längere Zeit und halten wochen- oder monatelang an. Zu starke oder falsche Belastungen, denen das Knie beim Sport, aber ebenso im Alltag oftmals ausgesetzt ist, führen häufig zu Gelenkschmerzen. Laufen, Springen, das Tragen von schweren Dingen oder falschen Schuhen, Übergewicht usw. führen im Laufe der Zeit zu Kniegelenkschmerzen. Das Kniegelenk ist kompliziert aufgebaut, woraus eine erhöhte Anfälligkeit für Verletzungen und Verschleißerscheinungen resultiert.

Ein sehr häufiger Auslöser für die Beschwerden ist eine Arthrose im Knie. Diese chronische Erkrankung geht zum Teil mit starken Kniegelenkschmerzen einher. Zu weiteren möglichen Ursachen zählen Verrenkungen, Frakturen, Bänder- und Meniskusverletzungen. Darüber hinaus können Bakterien, Viren und Pilze schmerzhafte Gelenkentzündungen verursachen. Stürze oder Gewalteinwirkung gehören ebenso zu den häufigen Ursachen für Verletzungen des Kniegelenks. Dabei können innere und äußere Bänder reißen. Ein weiterer Auslöser für massive Kniegelenkschmerzen sind Verletzungen des Meniskus, der insbesondere bei Druckbelastungen in Kombination mit einer Drehbewegung einreißen kann.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Ausgangspunkt der Diagnose ist grundsätzlich die Anamnese. Der Patient berichtet über die Beschwerden. Dies lässt zum Teil bereits Rückschlüsse auf die genaue Ursache zu. Anschließend folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt tastet dabei das Knie ab, um Schmerzpunkte und Schwellungen zu ermitteln. Zudem prüft er, wie gut die Kniescheibe verschoben werden kann und ob die Kniegelenke ausreichend beweglich sind. Ebenso eine wichtige Rolle bei der Diagnosestellung spielen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computertomografie, Magnetresonanztomografie und Kernspintomografie. Röntgenaufnahmen können einen Bruch, abgebrochene Knochen-Knorpelstücke oder andere krankhafte Veränderungen sichtbar machen.

Im Ultraschallbild lassen sich die Menisken gut erkennen. Zudem werden Veränderungen an der Gelenkkapsel und -innenhaut, den Sehnenansätzen, Bändern und Muskeln sichtbar. Bei einer unklaren Schwellung wiederum ist die Sonografie unerlässlich. Die Magnetresonanztomografie ermöglicht detaillierte Einblicke in das Gelenkinnere und macht die gelenkumgebenden Weichteile sehr gut sichtbar. Bei der Computertomografie wird der Körperbereich Schicht für Schicht gescannt. Hiermit kann zum Beispiel ein gelenknaher Bruch ermittelt werden.

Manchmal wird in speziellen Fällen zudem eine Szintigrafie (nuklearmedizinische Untersuchung) erforderlich. Eingreifender ist eine Gelenkpunktion, die bei besonderen Fragestellungen durchgeführt wird. Bei der Gelenkspiegelung (Arthroskopie) kann das Gelenkinnere mit Instrumenten abgetastet und Gewebe entfernt werden. Zudem ist es möglich, Risse zu nähen und Bänder wieder aufzubauen. Teilweise kann auch eine Gewebeentnahme (Biopsie) notwendig sein. Der Arzt schickt zudem bei Gelenkschmerzen im Knie bei Bedarf eine Probe aus Blut, Urin oder Gelenkflüssigkeit zur Untersuchung in ein Labor.

Behandlung und Therapie

Wichtig ist, dass Schmerzmittel vor allem bei Gelenkentzündungen, aber auch bei allgemeinen Beschwerden am Bewegungsapparat lediglich eingeschränkt empfehlenswert sind. Bei starken Gelenkschmerzen im Knie kann der Betroffene einige Tage lang Medikamente einnehmen. Dies bekämpft allerdings nicht die Ursachen, sondern nur die Schmerzen. Sobald das Medikament abgesetzt wird, kommen auch die Schmerzen zurück. Irgendwann genügt die Dosis nicht mehr. Sie wird erhöht, wodurch viele Menschen in eine Tablettenabhängigkeit rutschen.

Die Therapie bei Gelenkschmerzen im Knie richtet sich stets nach den genauen Ursachen. Anfangs werden meistens Arzneimittel mit einer entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkung verordnet. Viele Erkrankungen des Kniegelenks können durch eine Arthroskopie (Kniegelenkspiegelung) untersucht und gleichzeitig operiert werden. Bei der Osteotomie, die bei einer Arthrose häufig zum Einsatz kommt, wird Knochengewebe durchtrennt und entfernt, um eine bestehende Gelenkfehlstellung zu korrigieren. Auch die Physiotherapie, Kälte- und Wärmetherapie, ein gezieltes Muskelaufbautraining, eine Wasser- und Bädertherapie sowie Elektro- und Ultraschalltherapie spielen bei Gelenkschmerzen im Knie eine entscheidende Rolle.

Die Eigenbluttherapie hat ebenfalls eine antientzündliche und schmerzlindernde Wirkung. Zudem kann eine Quaddelbehandlung rund um das Kniegelenk Linderung verschaffen. Bei akuten Entzündungen schaffen auch kühlende Umschläge mit Heilerde oder Quark Erleichterung. Bleiben alle Behandlungen ohne Erfolg und die Beschwerden beeinträchtigen das Leben des Betroffenen massiv, besteht die Möglichkeit, ein künstliches Kniegelenk einzusetzen. Bei einer vorhandenen Adipositas sollte eine Verringerung des Gewichts angestrebt werden.



Vorbeugung

Generell sollte bei Gelenkschmerzen im Knie ein langes Sitzen vermieden werden. Vor dem Aufstehen sollte das Knie ohne Belastung bewegt werden, beispielsweise mit kleinen Pendelbewegungen. Die Gewichtsregulierung spielt ebenso eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung, da Übergewicht die Gelenke belastet. Hinsichtlich der Schuhe sind hohe Absätze ungeeignet. Schuhwerk mit einer Gummisohle dämpft besser als eine Sohle aus Leder.

Auf den Knien und in der Hocke zu arbeiten, sollte vermieden werden. Bei knienden Tätigkeiten kann ein Kniepolster zur Stabilisierung benutzt werden. Zudem empfiehlt es sich, keine schweren Gegenstände zu heben. Gelenke brauchen, um optimal in Form zu bleiben, Bewegung. Diese sollte regelmäßig, aber moderat erfolgen. Auch wichtig ist eine gesunde Ernährung. Diese sollte reich an Obst und Gemüse sein und wenig tierische Produkte enthalten, um einer Übersäuerung des Körpers entgegenzuwirken.

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