Gelber Durchfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Gelber Durchfall

Veränderungen von Farbe und Konsistenz des Stuhlganges deuten immer auf Störungen der Verdauung hin. Die Ursachen können harmlos sein. In manchen Fällen versteckt sich jedoch dahinter eine schwerwiegendere Erkrankung. Gelber Durchfall ist gar nicht so selten und meist nach ein paar Tagen wieder Geschichte. Bei chronischen gelblichen Durchfällen sollte jedoch unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Gelber Durchfall?

Normalerweise hat der Stuhl eine dunkelbraune bis gelbbraune Farbe und ist von weicher bis gut geformter Konsistenz. Die braune Farbe des Stuhlgangs wird durch die Abbauprodukte der Gallenflüssigkeit hervorgerufen, welche zum größten Teil aus Bilirubin bestehen. Auch die gelbliche Verfärbung des Urins wird durch Bilirubin erzeugt. Die Konsistenz des Stuhls ist abhängig von seinem Wassergehalt. Je mehr Wasser vorhanden ist, desto flüssiger erscheinen die Ausscheidungsprodukte des Darms.

Das Wasser wird dem Speisebrei bei der Darmpassage entzogen. Deshalb reicht bei einem schnellen Darmdurchgang die Zeit für eine ausreichende Wasserabsorption nicht aus. Der Stuhl wird flüssig und erscheint als Durchfall. Wenn seine Farbe dazu noch gelblich ist, deutet das oft auf die unzureichende Ausscheidung von Abbauprodukten der Gallenflüssigkeit hin. Allerdings können auch mit der Nahrung aufgenommene Farbstoffe die wirkliche Farbe des Stuhlganges verdecken und somit seine gelbliche Farbe erzeugen. Oder es bilden sich gelbliche Abbauprodukte infolge einer bakteriellen Infektion des Darms.

Ursachen

Die Ursachen für einen gelben Durchfall können also vielfältig sein. Oft wird die gelbe Farbe des Stuhlganges durch sein schnelle Darmpassage verursacht. Je schneller der Speisebrei durch den Darm wandert, desto weniger Gallenflüssigkeit kann er auch aufnehmen. Deshalb verändert sich die Farbe des Stuhls mit der Geschwindigkeit der Darmpassage von Dunkelbraun über Gelbbraun zu gelb. Meist ist solch ein Durchfall harmlos und dauert auch nur ein paar Tage.

Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen sich ein langwieriger gelber Durchfall einstellt, der oft mit den Begleitsymptomen Bauchschmerzen und Blähungen einhergeht. In diesen Fällen kann es sein, dass keine oder nur wenig Gallenflüssigkeit in den Darm gelangt. Als Ursachen kommen Gallensteine, Gallenblasenentzündungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Gallenblasen- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie bakterielle Entzündungen infrage. Gallensteine können den Gallengang verstopfen und so den Austritt der Gallenflüssigkeit in den Darm verhindern.

Bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase kann es zu Schwellungen des Gallengangs kommen, wodurch auch der Gallenfluss behindert wird. Selbstverständlich wird der Gallenfluss oft auch durch Tumoren in diesem Bereich verhindert. Ein gelber Durchfall kann aber auch ein Symptom einer Hepatitis (Leberentzündung) sein. Die Leber ist unter anderem für den Gallensäurestoffwechsel verantwortlich.

Wenn dieser gestört ist, kann sich viel Bilirubin an bestimmte Eiweißkörper binden und so ins Blut gelangen. Es entsteht eine Gelbsucht mit gleichzeitiger Gelbfärbung des Stuhlgangs und Braunfärbung des Urins. Weitere Ursachen für einen gelben Durchfall können unter anderem die Infektion mit Parasiten wie Giardia lamblia, Virusinfektionen (Rotavirus) bei Kindern, eine verringerte Fettabsorption oder auch der Verzehr von gelblichen Nahrungsmitteln sein.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Wenn der gelbe Durchfall längerfristig auftritt, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden, um seine Ursache abzuklären. In diesen Fällen kann es sich auch um eine schwerwiegende Erkrankung handeln. In den meisten Fällen dauern die Beschwerden maximal einige wenige Tage und der Darm erholt sich wieder. Bei chronischen gelben Durchfällen kommen häufig noch Begleitsymptome hinzu, die sich durch ständige Bauchschmerzen, Blähungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Blässe oder Gelbfärbung der Haut äußern.

Der Arzt wird zunächst Laboruntersuchungen (Stuhl- und Blutproben) durchführen, die auf Erkrankungen der Gallenblase, der Bauchspeicheldrüse oder der Leber hindeuten. Auch die Begleitsymptome geben bereits Hinweise auf die Ursache der Erkrankung. So können ständige linksseitige Bauchschmerzen auf die Beteiligung der Bauchspeicheldrüse hindeuten. Plötzliche Koliken werden oft durch Gallensteine ausgelöst. Bei lang anhaltender Müdigkeit und Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht) ist eine Lebererkrankung zu vermuten.

Der Arzt wird neben den Laboruntersuchungen eine umfassende Anamnese der Krankengeschichte durchführen. Wenn die Stuhl- und Blutuntersuchungen bereits Hinweise auf die Beteiligung von bestimmten Organen geben, können durch bildgebende Verfahren wie CT oder MRT eventuelle Raumforderungen in diesem Bereich bestätigt oder ausgeschlossen werden. Sollte ein Tumor vorhanden sein, kann durch eine Biopsie bestimmt werden, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Geschwulst handelt. Es gibt so viele unterschiedliche Erkrankungen in diesem Bereich, dass eine eindeutige Diagnose manchmal erst nach jahrelangen Untersuchungen gestellt werden kann.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung bei einem gelben Durchfall richtet sich nach dessen Ursache. Wie bereits erwähnt, handelt es sich in den meisten Fällen um eine vorübergehende Erscheinung. In diesen Fällen muss nichts unternommen werden. Wichtig ist eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, weil bei Durchfällen dem Körper viel Wasser verloren gehen kann. Da gleichzeitig auch zu viel Elektrolyte (Salze) ausgeschieden werden, eignet sich beispielsweise das Trinken von einem halben Liter abgekochten Wassers, welches mit einem halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffeln Zucker versetzt ist.

Medikamente sollten nicht eingesetzt werden, wenn die Ursache nicht eindeutig abgeklärt ist. Manchmal werden Durchfälle durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten hervorgerufen. In diesen Fällen ist die Ursache dem Betroffenen oft bekannt. Natürlich sollten die auslösenden Nahrungsmittel gemieden werden. Bei hartnäckigen und chronischen Fällen muss neben den Auswirkungen des Durchfalls (Wasser- und Elektrolytverlust) die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden.

Dazu zählen Entfernung von Gallensteinen, medikamentöse Behandlung bei Infektionen oder autoimmun bedingten Darmerkrankungen, chirurgische Entfernungen von malignen Tumoren und vieles mehr. Manchmal ist es notwendig, den Gallengang nach einer Gallengangs- oder Bauchspeicheldrüsenentzündung durch einen sogenannten Stent zu erweitern, um nach seiner vorübergehenden Schwellung die ausreichende Versorgung des Darms mit Gallenflüssigkeit und damit die Fettverdauung zu gewährleisten. Nach Abklärung der Ursache für eventuelle Lebererkrankungen müssen spezielle Lebertherapien durchgeführt werden.



Vorbeugung

Allgemein können Durchfallerkrankungen durch umfassende Hygiene bei öffentlichen Toiletten (Händewaschen nach Toilettenbesuch) und gesunde Lebensweise vorgebeugt werden. Zur gesunden Lebensweise gehören ausgewogene Ernährung, viel Bewegung, wenig Stress und der Verzicht auf Alkohol und Rauchen. Bei bekannten Nahrungsmittelunverträglichkeiten sollten diese Nahrungsmittel gemieden werden.

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