Gehörknöchelchen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. November 2016
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Gehörknöchelchen ist ein Sammelbegriff für die drei durch Gelenke verbundenen kleinsten Knochen im menschlichen Körper, die in der Paukenhöhle die Weiterleitung des Schalls ins Innenohr ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Gehörknöchelchen sind in der Medizin auch bekannt als Ossicula auditiva, Ossicula auditus oder Ossicula auditoria. Es ist eine Sammelbezeichnung für die Knochen Stapes (Steigbügel), Malleus (Hammer) und Incus (Amboss).

Anatomie

Mit einem Gesamtgewicht von ca. 53 mg sind die Gehörknöchelchen die kleinsten Knochen im menschlichen Körper. Von einer Schleimhaut im Mittelohr umgeben, sind Steigbügel, Hammer und Amboss durch zwei Gelenke verbunden.

Vom Trommelfell ausgehend werden mechanische Schwingungen über die Knöchelchen an das Innenohr weitergegeben. Der Malleus ist dabei mit dem Trommelfell an seinem Stiel verwachsen. Der Musculus tensor tympani verbindet Hammer und Trommelfell. Durch seine Spannung werden zu starke Bewegung der Knöchelchen, wie z.B. beim Niesen verhindert.

Der Kopf des Hammers ist durch das Hammer-Amboss-Gelenk mit dem Incus verbunden. Der Linsenbeinfortsatz, ein schmaler Knochensteg und Teil des Amboss, ist mit dem Stapes durch das Amboss-Steigbügel-Gelenk verknüpft.

Der Steigbügel, der mit ca 3 mg Gewicht der kleinste der drei Miniaturknochen ist, hat seine Bezeichnung durch seine spezielle Form. Er besteht aus einer Fuß- oder Bodenplatte, von der aus zwei Schenkel zum Hals führen, der mit dem Steigbügelkopf abschließt. Die Bodenplatte ist mit dem ovalen Fenster verbunden und überträgt die Schwingungen auf die mit Flüssigkeit gefüllte Hörschnecke hinter dem Fenster.

Funktion

Die Knöchelchenkette von Malleus, Incus und Stapes leitet den Schall, der vom Trommelfell kommt zum ovalen Fenster weiter. Dabei findet am Trommelfell zunächst eine Umwandlung der akustischen Schwingungen in mechanische statt. Dabei entspricht die mechanische Impedanz von Trommelfell bis Innenohr etwa der akustischen Impedanz des Gehörgangs.

Das Fenestra ovales verbindet die Paukenhöle mit dem Labyrinthvorhof. Die Fußplatte des Stapes verschließt das ovale Fenster gewöhnlich. Durch die vom Schall ausgelösten Schwingungen, schwingt due Fußplatte mit, damit werden die Schallwellen weitergeleitet und etwa 30fach verstärkt.

Die Gehörknöchelchen, die zwischen der niedrigen mechanischen Impedanz am Trommelfell und der hohen am Innenohr liegen, wirken als eine Art Transformator. Gleichzeitig ist es Aufgabe der Gehörknöchelchen das Innenohr vor zu lauten Schalleindrücken zu schützen.



Erkrankungen der Gehörknöchelchen

Eine typische Erkrankung der Gehörknöchelchen ist die Otosklerose. Hierbei kommt es zu einer Verhärtung und Umbildung der Gehörknöchelchen und in Folge zu einer festen Anbindungen der Bodenplatte des Steigbügels am ovalen Fenster.

Durch die Verhärtung der Verbindung entsteht eine Schalleitungsschwerhörigkeit. Die Schallwellen können mechanisch nicht mehr vom Trommelfell in vollem Umfang übertragen werden. Bereiche innerhalb der Schnecke können ebenfalls von der Erkrankung betroffen sein, was dann außerdem zu einer Schwerhörigkeit des Innenohrs führt.

Auch wenn die Erkrankung häufig beide Ohren betrifft, sind erste Symptome in der Regel einseitige Schwerhörigkeit. Die Ursache der Erkrankung ist bisher unbekannt, betrifft Frauen aber statistisch häufiger als Männer. Eine Behandlung ist operativ möglich. Im fortgeschrittenen Stadium müssen Teile der Gehörknöchelchen entfernt und durch künstliche Bausteine ersetzt werden.

Eine weitere die Gehörknöchelchen betreffende Erkrankung ist das Cholesteatom. Hierbei handelt es sich um eine Wucherung von Plattenepithelzellen, also Zellen der oberflächlichen Hautschicht, die aus dem äußeren Gehörgang ins Mittelohr wuchern. Dadurch wird der Flüssigkeitsabfluss des Mittelohres verhindert.

Durch die Hautwucherungen können die vorhanden Strukturen von Malleus, Incus und Stapes empfindlich gestört werden. Es kommt zu einer chronischen Mittelohrentzündung. In diesem Fall kann nur eine operative Intervention helfen, begleitet von einer Antibiotikatherapie.

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