Gefühlsstörungen am ganzen Körper

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Gefühlsstörungen am ganzen Körper

Gefühlsstörungen am ganzen Körper können auf physische und psychische Ursachen zurückzuführen sein. Insbesondere ist die Möglichkeit neurologischer Schäden in Betracht zu ziehen. Das gilt verstärkt, wenn es zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln an den Gliedmaßen kommt. Wie die Empfindungsstörungen am Körper behandelt werden, richtet sich nach der identifizierten Ursache. Es steht jedoch ein breites Therapiespektrum zur Verfügung, das von konservativen Mitteln bis hin zu operativen Maßnahmen reicht.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gefühlsstörungen am ganzen Körper?

Gefühlsstörungen am ganzen Körper kommen meist durch einzelne Empfindungsstörungen an den Gliedmaßen sowie anderen Stellen des Körpers zum Ausdruck. Der Körper in seiner Gesamtheit ist nur höchst selten betroffen. Die Gefühls- bzw. Empfindungsstörungen werden von den Betroffenen vorrangig als unangenehmes Kribbeln wahrgenommen. In einigen Fällen kann das auch schmerzhaft sein. Da Empfindungsstörungen subjektiv sind, ist die Intensität der Empfindungen nicht immer gleich. Gefühlsstörungen können sich auch durch einen völligen Verlust der Gefühlsfähigkeit äußern.

Solche Taubheitsgefühle entstehen vorwiegend an den äußeren Extremitäten (Gliedmaßen wie [[Finger, Füße etc.). Dann drängt sich der Verdacht neurologisch bedingter Fehlfunktionen besonders aus. Unabhängig davon, an welcher Körperstelle die Störungen auftreten, können sie auf äußere Umstände (z. B. einer Verletzung des Körpers) oder psychische Katalysatoren zurückzuführen sein. In der Mehrheit der Fälle stellen sich die Gefühlsstörungen aber als Parästhesie heraus. Eine Parästhesie liegt vor, wenn eine bestimmte Wahrnehmung verspürt wird (z. B. Wärme, Kälte, Kribbeln), die nicht auf eine adäquate Verursachung zurückgeführt werden kann. Parästhesien sind ein weiteres Indiz für neurologisch bedingte Gefühlsstörungen.

Ursachen

Gefühlsstörungen am Körper können zahlreiche Ursachen haben. Eine Verursachung kann psychisch oder physisch bedingt sein. Zwar kommen ganz allgemein Erkrankungen der Nervenbahnen, Störungen des peripheren Nervensystems, hormonelle Umstellungen, Durchblutungsstörungen oder psychische Erkrankungen in Betracht. Dennoch ist es wichtig, zwischen den jeweiligen Körperstellen, an denen die Störungen wahrgenommen werden, zu unterscheiden. Denn die Körperstellen können wichtige Hinweise auf die möglicherweise zugrundeliegenden Erkrankungen liefern.

Empfindungsstörungen an Fingern und Händen können etwa durch ein Ulnartunnelsyndrom verursacht werden. Hierbei handelt es sich um eine Abknickung des Nervens im Bereich der Handgelenke oder der Finger. Häufig ist es auf eine Fehlhaltung beim Radfahren zurückzuführen, weswegen es auch Radfahrerlähmung genannt wird. Zu den Folgen zählen Taubheitsgefühle und kribbelnde Finger. Gelegentlich kommt es auch zu Gefühlsstörungen im Ellenbogen.

Auch ein Karpaltunnelsyndrom ist in Betracht zu ziehen. Hier liegt eine Schädigung des Nervus medianus vor. Dieser befindet sich im Kapalkanal und wird deshalb auch Mittelnerv genannt. Die Schädigung kann zu Taubheitsgefühlen, Schmerzen und einem Kribbeln führen. Oft sind auch Polyneuropathien die Ursache der Missempfindungen. Polyneuropathien sind durch Diabetes hervorgerufene Störungen des peripheren Nervensystems, die auch bei chronischem Alkoholmissbrauch auftreten.

Beschwerden sind Taubheitsgefühle und besonders starkes, unangenehmes Kribbeln der Extremitäten. Insbesondere nach Unfällen liegt die Ursache aber bei einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule. Denn Verletzungen der Halswirbelsäule können sowohl die Durchblutung als auch die Nervenfunktionen beeinträchtigen, was Empfindungsstörungen am ganzen Körper verursachen kann. Aus denselben Gründen kann auch eine Muskelverspannung eine Ursache sein. Darüber hinaus sind auch Hormonumstellungen und Vitamin-B12-Mangel eine potenzielle Ursache.

Gefühlsstörungen der Arme und Schultern werden vor allem durch Schulterzerrungen, Verspannungen oder Verletzungen, Karpaltunnelsyndrom und tiefe Blutergüsse verursacht. Insbesondere letztere können Druck auf Gefäße oder Nerven ausüben, was vor allem die Arme und Schultern beeinflusst. An diesen Körperstellen kommt es zudem häufig zu Gefühlsstörungen, die durch eine beginnende Migräneattacke hervorgerufen werden. Gefühlsstörungen an Kopf, Nacken, Gesicht und Mund treten häufig in Zusammenhang mit Durchblutungsstörungen im Gehirn, Verbrennungen und Erfrierungen, Allergien und Migräne auf.

Empfindungsstörungen an Beinen, Füßen und Zehen werden in der medizinischen Literatur hingegen häufig mit Durchblutungsstörungen und Gefäßverschlüssen in Verbindung gebracht. Der gestörte Blutfluss führt zu einer Unterversorgung der Nerven, was sich in Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder einem vollständigen Verlust der Empfindungsfähigkeit ausdrücken kann. Häufig sind Diabetes und Nikotinabhängigkeit die Gründe der Durchblutungsstörungen. Aber auch das sogenannte Restless Legs Syndrom kann zu Empfindungsstörungen führen. Häufig sind diese nicht genau zu lokalisieren. Zudem verursachen chronische Schmerzkrankheiten wie das Fibromyalgiesyndrom als Begleiterscheinung Missempfindungen in den Beinen.

Aber auch Substanzmissbrauch ist eine mögliche Ursache. Insbesondere langjähriger Alkoholkonsum führt zu dauerhaften Schäden der Nerven- und Gefäße, was zu Gefühlsstörungen am ganzen Körper führt. Aber auch Erkrankungen des Zentralnervensystems können Missempfindungen verursachen. Zu diesen Erkrankungen gehören u. a. Multiple Sklerose und Epilepsien. Unabhängig von der konkreten Körperstelle können auch Verbrennungen und Medikamente zu Gefühlsstörungen führen. Bei halbseitigen Lähmungen der gesamten Körperhälfte besteht der Verdacht eines Schlaganfalls. Psychische Erkrankungen können ebenfalls Gefühlsstörungen am ganzen Körper verursachen, die nicht nur typisch an einer Stelle auftreten.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Gefühlsstörungen am Körper werden meist durch einen Hausarzt diagnostiziert. Dieser versucht durch eine gezielte Befragung herauszufinden, ob die Empfindungsstörungen auf adäquate Verursacher zurückzuführen sind oder sich als Parästhesie darstellen. Vor allem bei Verdacht auf Nervenschädigungen wird an einen Neurologen verwiesen. Stehen Schädigungen der Gelenke oder des Gewebes im Raum (z. B. Quetschungen, Zerrungen), wird an einen Orthopäden verwiesen. Im Einzelfall kann auch der Hautarzt kontaktiert werden. Die exakte Diagnose erfolgt in der Regel durch technische Hilfsmittel wie CT, MRT oder Röntgenbilder. Psychische Erkrankungen werden von Psychiatern, Psychologen oder Psychotherapeuten diagnostiziert und behandelt.

Behandlung und Therapie

Die Behandlungsform der Gefühlsstörungen richtet sich nach der ausgemachten Ursache. Vor allem solche Störungen, die psychisch bedingt sind, können selbständig wieder verschwinden. Neurologische Ursachen sind nur schwer zu behandeln. Eingeklemmte Nerven können zwar operativ befreit werden. Abgerissene Nerven erreichen allerdings in der überwältigen Mehrheit der Fälle nie wieder ihre vollständige Funktionsfähigkeit.

Ein früher Therapiestart ist für neurologische Ursachen damit sehr ratsam. Bei traumatischen Ursachen (z. B. Quetschungen, Zerrungen, Verspannungen) können Massagen, Physiotherapie und Akupunktur heilsam sein. Auch Medikamente können verschrieben werden.



Vorbeugung

Gefühlsstörungen können teilweise vorgebeugt werden, indem ein gesunder Lebensstil gepflegt und auf schädigende Substanzen (z. B. Alkohol oder Nikotin) weitestgehend verzichtet wird.

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