Gastroskopie (Magenspiegelung)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. August 2016
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Die Gastroskopie ist eine moderne Untersuchungsmethode, die genauere Ergebnisse liefert als Röntgen, MRT oder Computertomografie. Ältere Endoskope waren nur mit einer Glasfaseroptik ausgestattet, in die der Arzt direkt hineinsehen konnte. Heute eingesetzte Geräte verfügen über Video-Technik.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gastroskopie?

Die Gastroskopie ist eine zumeist schmerzfreie diagnostische Methode, mit der Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm genau untersucht werden können. Dabei wird das so genannte Endoskop (Gastroskop) verwendet, ein flexibler, etwa ein Meter langer Kunststoffschlauch mit einem Durchmesser von weniger als einem Zentimeter.

Das Arbeitsinstrument verfügt über mehrere Kanäle und ist mit Beleuchtung und Mini-Videokamera ausgestattet. Die Gastroskopie wird ambulant in der Praxis des Gastroenterologen oder stationär im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts durchgeführt.

Magenspiegelung (Gastroskopie)

Anwendung und Funktion

Die Gastroskopie dient nicht nur der medizinischen Untersuchung der oberen Verdauungsorgane, sondern zugleich ihrer Behandlung. In der medizinischen Diagnostik wird das Gastroskop zur Abklärung von häufigem Sodbrennen, Erbrechen von Blut, vermehrt auftretendem Völlegefühl, chronischem Husten, länger andauernden Oberbauchbeschwerden unklarer Ursache, chronischen Schluckbeschwerden, Reflux-Erkrankungen wie der Speiseröhrenentzündung, Schleimhaut-Verletzungen, Blut im Stuhl und Zöliakie/Sprue verwendet.

Außerdem hilft es, Ösophagusvarizen (Krampfadern in der Speiseröhre), Gastritis, Helicobacter pylori Infektion, Ulkus-Erkrankungen, Divertikel, Speiseröhren-, Darm- und Magenkrebs festzustellen.

Um herauszufinden, ob ein Patient eine Gastritis hat, entfernt der Gastroenterologe ein winziges Stück Schleimhaut aus dem Magen (Biopsie) und lässt es im Labor untersuchen. Blutende Magengeschwüre werden zum Stillen der Blutung medikamentös unterspritzt oder mit einem speziellen Gummiband verschlossen.

Während der Gastroskopie kann der Arzt auch versehentlich verschluckte Gegenstände aus dem Magen entfernen und verengte Magenausgänge erweitern. Gutartige Magenschleimhaut-Wucherungen (Magenpolypen) können abgetragen, Magensonden gelegt werden.

Methoden und Verfahren

Bei der Gastroskopie handelt es sich um ein bewährtes und sicheres medizinisches Verfahren, das der Diagnostik und Behandlung bestimmter Erkrankungen des Magens, Zwölffingerdarms und der Speiseröhre dient. Dafür verwendet der Gastroenterologe das Gastroskop, ein flexibles Gerät, das der Patient hinunterschluckt oder - falls ihm das zu unangenehm sein sollte - das ihm über ein Nasenloch eingeführt wird.

Was muss der Patient beachten?

Der Patient muss in nüchternem Zustand zur Gastroskopie erscheinen. Die letzte Mahlzeit sollte mindestens 6 Stunden zurückliegen. Das ist notwendig, da Speisereste die Sicht behindern. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Patient sie versehentlich aufstößt und sie ihm dann in die Atemwege gelangen (Aspiration). Vor der Gastroskopie muss er außerdem Zahnspange oder Zahnprothese entfernen.

Oft legt der Arzt vor der eigentlichen Untersuchung einen venösen Zugang, über den der Patient im Ernstfall sofort mit Flüssigkeit oder/und Medikamenten versorgt werden kann. Das ist beispielsweise dann notwendig, wenn der Arzt bei ihm einen krisenhaften Blutdruckabfall feststellt.

Der Arzt betäubt den Mund-Rachenraum mit einem speziellen Spray, um den störenden Würge-Reflex beim Hinabschieben des Schlauches auszuschalten. In diesem Zusammenhang sollte der Patient beachten, dass er erst dann wieder essen und trinken darf, wenn die Betäubung nachlässt, da er sich sonst verschlucken könnte. Das ist meist nach spätestens zwei Stunden wieder erlaubt.

Angstpatienten erhalten ein leichtes Beruhigungsmittel oder alternativ eine kurzfristige Narkose ("Schlafspritze") verabreicht. Nach der Gastroskopie sollte der Patient nicht selbst Auto fahren, keine gefährlichen Maschinen bedienen oder wichtige Verträge unterschreiben. Während der Gastroskopie und kurze Zeit nach der Untersuchung werden Puls und Sauerstoffsättigung im Blut des Patienten überwacht, um im Ernstfall schnell medizinisch eingreifen zu können.

Ablauf und Durchführung

Zur Gastroskopie legt sich der Patient auf die linke Seite. Das Endoskop wird über den Mund und die Speiseröhre in den Magen oder - falls notwendig - in den Zwölffingerdarm geschoben. Die Mini-Videokamera im Innern des Gastroskops übermittelt Echt-Zeit-Bilder an einen in der Nähe befindlichen Monitor. Auf ihm kann sich der untersuchende Mediziner durch Hin- und Herbewegen des Endoskops nach und nach jeden Quadratzentimeter der Schleimhaut anzeigen lassen und sie auf verdächtige Anzeichen absuchen.

Die ebenfalls in dem Kunststoffschlauch befindliche Glasfaseroptik liefert ausreichend Licht für die Gastroskopie. Der Schlauch verfügt über mehrere Kanäle. Über den Arbeitskanal kann der Gastroenterologe winzige Instrumente wie Metallschlaufen, Zangen etc. einführen und bedienen. So entfernt er beispielsweise mithilfe einer kleinen Zange ein Stück Magenschleimhaut, das danach im Labor untersucht wird.

Über den anderen Kanal (Luftkanal, Spül-Kanal) füllt er den Magen mit Luft, damit sich die Magenschleimhaut auffaltet. So kann er sie besser auf pathologische Veränderungen untersuchen. Das Variieren der Licht-Zusammensetzung oder auf die Schleimhaut gesprühter Farbstoff machen winzige Details noch besser sichtbar.

Die Spülvorrichtung dient dazu, die am Ende des Gastroskops befindliche Linse zu säubern und Flüssigkeiten in den Magen oder Zwölffingerdarm einzuleiten bzw. aus ihm abzusaugen. Nach beendeter Gastroskopie zieht der Mediziner das Endoskop langsam und vorsichtig wieder heraus. Dabei wird zugleich die in den Magen geblasene Luft abgesaugt. Das ist notwendig, damit der Patient später nicht an übermäßigem Völlegefühl leidet.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Bei Vorliegen einer medizinischen Indikation, also wenn der Patient beispielsweise von seinem Arzt an einen Gastroenterologen überwiesen wird, übernehmen die gesetzlichen oder privaten Krankenkassen die Kosten für die Gastroskopie. Privat Versicherte müssen allerdings zuerst in Vorleistung treten. Möchte der Patient die Untersuchung als Vorsorgemaßnahme durchführen lassen, hat er ihre Kosten selbst zu tragen.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Das Einführen des Kunststoffschlauchs über die Speiseröhre kann beim Patienten eine kurzfristige Heiserkeit auslösen. Da die Gastroskopie ein invasives Verfahren ist, kann es dabei unter Umständen zu Verletzungen der Magen, Darm und Speiseröhrenwand kommen. In sehr seltenen Fällen werden dabei sogar die Organe durchstoßen, sodass beispielsweise Magensäure in den Bauchraum gelangt.

Die Entnahme von Schleimhautgewebe (Biopsie) kann vereinzelt Blutungen auslösen, die jedoch harmlos sind - es sei denn, der Patient leidet an einer dem Arzt nicht zuvor bekannt gegebenen gestörten Blutgerinnung.

In sehr seltenen Fällen kann es zum Aufstoßen von Mageninhalt kommen, der in die Lunge gerät und dort eine Aspirationspneumonie (bestimmte Form der Lungenentzündung) auslöst. Bei manchen Patienten verursacht die Gastroskopie Atemnot und Herzrhythmusstörungen.

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