Fruchtwasser

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Fruchtwasser

Der Mediziner bezeichnet die klare, wässrige Flüssigkeit, welche in der Amnionhöhle (Fruchtblase) vorzufinden ist, als Fruchtwasser. Das Fruchtwasser sowie die Fruchtblase sind Teile des Gewebes des Embryos.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Das Ungeborene schwimmt im Fruchtwasser. Das Fruchtwasser weist eine Vielzahl an lebensnotwendigen Stoffen auf. Dazu zählen etwa Natrium, Kalium sowie auch Eiweiß und Spurenelemente sowie Härchen und Hautzellen des ungeborenen Kindes. Für die Bildung des Fruchtwassers sind die inneren Eihäuter zuständig.

Anatomie

In den ersten Schwangerschaftswochen beginnt sich die Fruchtblase zu bilden. Die Fruchtblase verschmilzt im dritten Monat mit der Chorionhöhle. Die Chorion, die einen Teil der Plazenta darstellt, ist mit der Nabelschnur verbunden, sodass der Austausch mit der Mutter erfolgen kann. Die Fruchtblase selbst ist strapazierfähig, jedoch relativ dünn. Das Fruchtwasser und auch die Fruchtblase zählen medizinisch zum Gewebe des Ungeborenen. Im Fruchtwasser sind unter anderem Harnstoff, Proteine, Wasser, Glukose sowie Laktat, Natrium, fetale Epithelzellen sowie auch Kalium enthalten. Das ungeborene Kind trinkt das Fruchtwasser ab der 14. Schwangerschaftswoche. Die Menge beläuft sich auf rund drei Liter pro Tag.

Wird das Fruchtwasser verbraucht, findet eine sofortige Erneuerung statt. So wird das Fruchtwasser - in den letzten Wochen der Schwangerschaft - im Drei-Stunden-Takt ausgetauscht. Dieser Austausch findet über die Harnwege statt, sobald das Ungeborene eine Nierentätigkeit aufweist. Das Fruchtwasser wird über den Kindesdarm resorbiert, in die Plazenta transportiert und gelangt dann in den Blutkreislauf der Mutter.

Durchschnittlich beträgt die Fruchtwassermenge zwei Liter; liegen etwaige Abweichungen vor, kann eine Fehlbildung des Ungeborenen oder eine Erkrankung der Mutter vorliegen. Die Farbe des Fruchtwassers wird mit milchig bis gelblich bestimmt.

Funktion

Das Fruchtwasser dient als eine Art Stoßdämpfer, sodass die Mutter durch das schwerelos schwebende Ungeborene nicht permanent verletzt wird. In weiterer Folge sorgt das Fruchtwasser auch dafür, dass das Kind genügend Platz hat, sich ausgiebig bewegen kann und eine ungehinderte Entwicklung möglich ist. Der Embryo benötigt das Fruchtwasser, damit eine gesunde und unbeeinträchtigte Entwicklung garantiert wird.

Doch das Fruchtwasser sorgt nicht nur für den Schutz der Mutter, sondern auch gleichzeitig für den Schutz des Ungeborenen. So können etwaige Gewalteinwirkungen wie ein Stoß oder ein Schlag gedämpft werden. Des Weiteren bildet das Fruchtwasser einen sehr guten Schutz vor etwaigen hohen wie niedrigen Temperaturen.

Das Fruchtwasser, das bereits in der vierten Schwangerschaftswoche gebildet wurde, sorgt auch für die Verhinderung einer Verwachsung mit dem Embryo und der Fruchtblase. Des Weiteren unterstützt die Fruchtblase auch den Beginn der Geburt, da sich der Gebärmutterhalskanal weitet und somit wie ein Keil unterstützt wird. Der Fötus beginnt ab der zwölften Woche das Fruchtwasser zu trinken. Durch die Aufnahme des Fruchtwassers werden das Verdauungssystem und die Lunge des Ungeborenen trainiert.



Erkrankungen des Fruchtwassers

Das Fruchtwasser dient als Indikator für die Gesundheit des Ungeborenen. So sollten in der 10. Schwangerschaftswoche rund 30 Milliliter, in der 20. Schwangerschaftswoche etwa 350 Milliliter und ab der 30. Schwangerschaftswoche 1.000 Milliliter Fruchtwasser gemessen werden. Liegt eine Vermehrung vor, spricht der Mediziner von einer Polyhydramnion; bei einer Reduktion von einer Oligoamnion.

Liegt zu wenig Fruchtwasser vor, können etwaige Fehlbildungen eintreten. Mittels Fruchtwasseruntersuchung kann der Mediziner etwaige Erbkrankheiten oder auch chromosal bedingte Auffälligkeiten untersuchen und gegebenenfalls bestätigen. Die Fruchtwasserprobe wird aus der Bauchdecke der Mutter entnommen.

Tritt etwa Fruchtwasser in den Kreislauf der werdenden Mutter ein, kann in weiterer Folge eine Fruchtwasserembolie entstehen. Erleidet die Mutter eine Infektion durch [[Toxoplasmose], wird diese in das Fruchtwasser weitergegeben, sodass von einer Gesundheitsschädigung des Kindes ausgegangen werden muss.

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