Follikulitis (Haarbalgentzündung)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Juli 2017
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Bei der Follikulitis handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung des Haarbalges (Follikel), die meist durch Bakterien (Staphylokokken) oder Pilze verursacht wird. Als Folge der Haarbalgentzündung bilden sich kleine, gerötete Knötchen und mit Eiter gefüllte Pusteln auf dem betroffenen Hautareal.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Follikulitis (Haarbalgentzündung)?

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Die oberflächliche Follikulitis bzw. Haarbalgentzündung befällt nur den äußeren Teil des Haarbalges (Follikel), während sich die tiefe Follikulitis auf den gesamten Haarbalg ausdehnt. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um die oberflächliche Variante.

Die Follikulitis kann an allen behaarten Regionen des Körpers auftreten, ausgenommen sind lediglich die Fuß- und Handflächen. Jugendliche, die sich in der Pubertät und damit hormonellen Umstellung befinden, sind von Seborrhö und Follikulitis eher betroffen als ältere Menschen. Männer wiederum entwickeln häufiger eine Follikulitis als Frauen.

Ursachen

Die Auslöser der Follikulitis (Haarbalgentzündung) sind Bakterien, in der Regel Staphylokokken, die sich natürlicherweise auf unserer Haut befinden.

Vermehren sich die Bakterien zum Beispiel bei [[übermäßiges Schwitzen|starkem Schwitzen, Seborrhö (Überproduktion der Talgdrüsen) oder bereits vorhandener Akne, kommt es zu einem Verschluss des Haarbalges durch abgestorbene Hautzellen und Talg. Dies stellt wiederum einen günstigen Nährboden für die Ansiedlung und Vermehrung der Bakterien dar.

Aber auch eine Immunschwäche oder Diabetes können der Auslöser für eine Follikulitis sein. Eine weitere Ursache kann die Verwendung fettiger Salben und Cremes sein, die die Poren verstopfen und die Entzündung des Haarbalges begünstigen. An Stellen, wo schwitzende Hautareale mit enger Kleidung bedeckt sind, entwickelt sich eher eine Follikulitis als an unbekleideten Hautpartien.

Wann zum Arzt?

Treten nach einer Rasur an den rasierten Stellen Hautunreinheiten oder Pickel auf, handelt es sich häufig um Symptome einer Entzündung des Haarbalges. In vielen Fällen muss die Rasiertechnik verändert werden oder die verwendeten Materialien waren verschmutzt. Meist ist kein Arztbesuch notwendig, da sich die Hautunreinheiten innerhalb weniger Stunden oder Tage vollständig zurückbilden.

Treten Pickel oder Gewebeveränderungen großflächig am Körper auf, ist ein Arztbesuch ratsam. Darüber hinaus sollte ein Arzt konsultiert werden, wenn es zu einer Zunahme der Beschwerden kommt oder die Intensität der Symptome stärker wird. Leidet der Betroffene unter den Veränderungen, ist grundsätzlich ein Arztbesuch notwendig. Schwellungen der Haut oder ein Juckreiz sind ebenfalls medizinisch abzuklären. Treten offene Wunden auf, muss eine gute Wundversorgung stattfinden, da eine Blutvergiftung droht.

Kann die Versorgung der Wunde nicht ausreichend gewährleistet werden, ist ein Arzt aufzusuchen. Bei Hautrötungen, schmerzhaften Stellen am Körper oder einem Abszess, sollte ein Arzt konsultiert werden. In vielen Fällen werden die Hautunreinheiten von den menschlichen Haaren verdeckt. Ein Arztbesuch ist nur notwendig, wenn es zu Blutungen kommt oder aufgrund der Beschwerden Beeinträchtigungen bei der Alltagsbewältigung auftreten. Anhaltende Schlafstörungen oder emotionale Belastungen durch den optischen Makel sind Gründe, die zu einem Arztbesuch führen sollten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Haarbalgentzündung:

Zunächst entsteht eine leichte Entzündung des Haarbalges, die zu einem schmerzhaften, mit Eiter gefüllten Knötchen heranwachsen kann. Oftmals ist die Follikulitis nicht nur auf einen Haarbalg beschränkt, auch angrenzende Haarfollikel entzünden sich, so dass größere Hautareale mit teils juckenden oder schmerzhaften Knötchen und Pusteln beobachtet werden können. Typisch für die Follikulitis ist, dass das Zentrum der Pusteln von einem Haar durchbohrt ist. In der Regel ist die Follikulitis eine harmlose Erkrankung, die nur behandelt werden muss, wenn sich die Entzündung auf den gesamten Haarbalg ausdehnt oder sich ein Furunkel oder Abszess bildet.

Diagnose

Die Diagnose der Follikulitis ist relativ einfach. Der Arzt kann durch Betrachten des betroffenen Haarbalges die Entzündung feststellen. Möglich ist auch eine mikroskopische Untersuchung des Knötcheninhaltes auf verschiedene Bakterien und Pilze. Der Arzt wird danach andere Grunderkrankungen wie Diabetes, Akne oder eine Immunschwäche ausschließen. Ist die Ursache der Entzündung gefunden, wird eine gezielte Therapie eingeleitet.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es durch die Haarbalgentzündung nicht zu schwerwiegenden Komplikationen oder Beschwerden. Diese Krankheit heilt meistens auch wieder von alleine ab, sodass eine Behandlung durch einen Arzt in der Regel nicht notwendig ist. Die Betroffenen leiden dabei in den meisten Fällen an kleinen Pusteln, die sich direkt am Haarbalg absetzen. Diese können zu relativ unangenehmen Gefühlen führen und damit die Lebensqualität des Patienten verringern. Weiterhin kann es auch zu Pigmentstörungen auf der Haut kommen. Eine Narbenbildung kommt durch die Haarbalgentzündung in der Regel nicht vor. Bei einer leichten Entzündung kommt es meistens zu einer selbständigen Heilung. Weiterhin können sich die Beschwerden auch auf den Bart des Patienten ausbreiten. Die Behandlung der Haarbalgentzündung führt nicht zu weiteren Komplikationen und wird mit Hilfe von verschiedenen Salben und Cremes durchgeführt. Ebenso können auch Antibiotika eingenommen werden. Weitere Beschwerden treten dabei nicht auf. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Haarbalgentzündung nicht verringert oder eingeschränkt.

Behandlung und Therapie

Kleine Entzündungsherde können durch austrocknende und desinfizierende Maßnahmen behandelt werden. Befindet sich die Follikulitis auf dem behaarten Kopf, reichen antiseptische Shampoos, um die Entzündung zum Abklingen zu bringen. An anderen Körperstellen können die entzündlichen Stellen mit Alkohol desinfiziert und mit antibiotischen Salben behandelt werden.

Wurde bei der mikroskopischen Untersuchung festgestellt, dass Pilze am Entzündungsprozess beteiligt sind, kann auch eine Salbe mit antibiotischen und antimykotischen Inhaltsstoffen angewendet werden. Hat sich die Entzündung bereits auf ein größeres Hautareal ausgedehnt, sollte auch eine orale Gabe von Antibiotika in Erwägung gezogen werden.

Ist Diabetes die Ursache für die Follikulitis, muss die richtige Einstellung des Diabetes-Kranken untersucht werden. Akne und andere Hauterkrankungen, in deren Folge sich eine Follikulitis bilden kann, erfordern eine spezielle ärztliche Behandlung.

Zur Stärkung des Immunsystems können Pflanzenextrakte aus Echinacea oder Umckaloabo sowie Vitaminpräparate beitragen. Linderung bringen beispielsweise auch warme Kompressen mit Kamillentee oder Calendula auf den betroffenen Stellen.

Ganz wichtig ist eine gründliche Körperhygiene, damit sich die Entzündung durch Schmierinfektion nicht auf andere Körperregionen ausdehnen kann. Hat sich eine Follikulitis im Bartbereich gebildet (auch als Bartflechte bekannt), sollte während des Heilungsprozesses auf den Nassrasierer verzichtet werden, um die Haarfollikel nicht zusätzlich zu reizen und eine Ausdehnung der Entzündung zu vermeiden.

Der Trockenrasierer muss ebenfalls nach jedem Einsatz desinfiziert werden. Auf keinen Fall dürfen die Pusteln selbst ausgedrückt werden, da sich die Entzündung dadurch noch verschlimmern und zur Bildung von Furunkeln und Abszessen führen kann. Befinden sich mehrere Furunkel auf einem begrenzten Hautareal, spricht man von einem Karbunkel, welcher sich jedoch sehr selten entwickelt. Karbunkel und Furunkel müssen chirurgisch geöffnet und entfernt werden. Danach erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika, um die Entzündung zum Abklingen zu bringen.



Vorbeugung

Die Vorbeugung der Follikulitis besteht hauptsächlich in der regelmäßigen und gründlichen Hygiene des Körpers, vor allem der behaarten Körperstellen. Wer zu Entzündungen der Haarfollikel neigt, sollte im Sommer auf eine leichte und locker sitzende Kleidung achten. Hautareale, an denen man stark schwitzt, können mit Körperpuder trocken gehalten und so einer Entzündung vorgebeugt werden. Zur Stärkung des Immunsystems wird eine vitaminreiche Ernährung und gesunde Lebensweise empfohlen.

Bücher über Haarwurzelentzündung

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

edllaw kommentierte am 19.04.2017 um 15:59 Uhr

Seit meiner Schulter OP im Okt 2016 leide ich an an einer Haarbalgentzündung. Ganz schlimm unter den Achseln, in den Leisten beide Seiten und in einer Bauchfalte, die sich nach 3 Bauch OP`s gebildet hat. Der Juckreiz bringt mich zur Verzweiflung. Mein Hautarzt hat mir Zinksalbe und eine leichte Kortison Salbe verordnet (die ich nicht mehr nehmen kann). Jetzt soll ich von Hans Karrer Hydrocreme Mikro Silber nehmen. Ich habe zur Zeit keine Lebensqualität mehr, weil dies schon über 1/2 Jahr geht und noch keine Besserung zu sehen ist. Haben Sie einen Rat? Ich grüße Sie freundlich.

Klkn kommentierte am 19.10.2016 um 19:33 Uhr

Ich hatte diese eitrigen Haarentzündungen über Jahre und kein Arzt konnte helfen. Im Januar 2016 begann ich mit einer selbsterfundenen Gesundheitsdiät zur Gewichtsabnahme. Diese beinhaltete keinerlei künstlichen kristallinen Zucker, viele Früchte und Gemüse, Fisch und wenig Fleisch und führt bis heute zu einer monatlichen Gewichtsabnahme von je 1 Kilo, also seit Januar 8 Kilo.
Eine ganz erstaunliche Folge war, dass nebenbei die Entzündungen zurückgingen und verschorften. Sobald ich eine Hungerattacke auf Süßes bekam und Schokolade, Kuchen oder Ähnliches aß, kamen nach maximal 3 Tagen die Entzündungen zurück. Ich habe dies dann mehrmals wieder ausprobiert, und nach zwei bis drei Tagen wieder das alte Problem. Früchte, wie Trauben, Äpfel, Feigen etc. kann ich essen soviel ich will, aber definitiv nichts mit Zucker gesüßtes, auch Honig nicht; die Diät sollte aber zuerst einmal zwei Monate durchgeführt werden.
Es interessiert mich ob es auch anderen hilft.

Andrea kommentierte am 05.07.2016 um 05:54 Uhr

Ich habe seit einem Jahr eine Follikulitis auf dem Kopf. Ich habe jetzt eine Stelle, ganz oben auf dem Kopf, an der ich überhaupt keine Haare mehr habe ca. 10×10cm. Ich leide sehr darunter. Behandelt wurde es zuerst mit Betnesol®-V crinale 0,1% danach mit Advantan Milch. Beides bringt nichts. Ich bin am verzweifeln. Wenn das so weitergeht habe ich bald keine Haare mehr.

Husana kommentierte am 18.04.2016 um 12:33 Uhr

Ich habe seit 5 Monaten eine Kopfhautentzündung. Ob es eine Follikulitis ist, weiß ich nicht. Zwei Monate habe ich mich auf Ärzte verlassen, mit ähnlichen Erfahrungen wie Trixi. Dann fühlte ich mich sehr krank. Entzündung über die gesamte Kopfhaut, unerträgliches Jucken, starke Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Schwäche im gesamten Körper etc. Dank Internet konnte ich mir Antibiotikum (Doxycylin, Amoxcillin hat mir nicht geholfen) bestellen und nach einigen Selbstversuchen bin ich auf Allicin Liquid aus England gestoßen. Ich fülle es in eine Sprühflasche ab. Zudem verwende ich noch Lactel und Tannosynt Lotio oder Tannosynt flüssig mit Wasser verdünnt und mittels einer Sprühflasche aufgetragen. Leider ist gerade das Allicin sehr teuer und 250 ml reichen mir max. 14 Tage. Ich kann jetzt wöchentlich eine geringe Verbesserung feststellen. Meine Erfahrung ist, dass sich die Entzündung immer weiter ausbreitet, wenn sie nicht behandelt wird und wenn der Körper geschwächt ist, geradezu explodiert. Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen, liebe Trixi, gute Besserung und dass Sie etwas finden, was Ihnen hilft.

Trixi kommentierte am 27.02.2016 um 17:05 Uhr

Ich habe diese Haarbalgfurunkel jetzt seit ca. 15 Jahren. Kein Arzt nimmt das für voll und alle sagen nur ich soll eine Creme drauf geben und gut. Welche Creme sagt Niemand. Anfangs wurden die Furunkel dreimal entfernt. Der Heilungsprozess war schmerzhaft und dauerte ca. 6 Wochen. Dann habe ich nicht so schnell einen Termin bekommen um den nächsten Furunkel entfernen zu lassen. Er ist sehr schnell gereift und geplatzt und ausgelaufen. Ich habe alles saubergemacht, verbunden und ausheilen lassen. War nicht so schmerzhaft und dauerte etwa 3 Wochen. Danach war ich nie wieder damit beim Arzt, da ich mich immer fühlte als würde ich den Arzt mit dieser Bagatelle belästigen. In der Zwischenzeit habe ich diese Furunkel oder Karfunkel durchgehend. Mal an der einen Stelle, mal an der anderen Stelle. Gehen aber niemals völlig weg. Sind jetzt teilweise bis zu Walnussgroß. Das Sekret ist von Eiter in gelb und grün über dunkelrotes flockiges Blut und hellrotes Blut bis weißliche und wässrige Flüssigkeit. Alles riecht auch sehr unangenehm. Da sich das alles im Schrittbereich abspielt gibt es auch kein Intimleben mehr. Was kann ich machen um das endlich loszuwerden?