Fleckfieber

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Oktober 2015
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Fleckfieber ist eine bakterielle Infektion, die durch Läuse übertragbar ist. Früher haben die Menschen diese Infektionskrankheit deswegen Läuse-Typhus genannt. In Deutschland ist Fleckfieber heute sehr selten. Weit verbreitet ist die Infektionskrankheit in tropischen und subtropischen Gegenden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Fleckfieber?

Auslöser für das Fleckfieber sind Bakterien, die über befallene Läuse beziehungsweise deren Exkremente durch sich blutig kratzen in den Körper des Menschen gelangen. Besonders bei schlechten hygienischen Bedingungen wie im Krieg oder bei Hungersnöten kommt es infolge dessen zu Fleckfieber.

Fleckfieber ist eine meldepflichtige Krankheit, die durch einen Antikörpertest und eine Blutprobe nachweisbar ist. Das Fleckfieber zählt zu den akuten bakteriellen Infektionserkrankungen und tritt meistens in Form von Epidemien auf. Das heißt, zu einer bestimmten Zeit an bestimmten Orten stark vermehrt. In Deutschland wurde die letzte Erkrankung mit Fleckfieber 2003 an das Gesundheitsamt gemeldet.

Bürgerkriege und Flüchtlingsbewegungen sowie die damit verbundenen schlechten hygienischen Bedingungen auf dem afrikanischen Kontinent haben dort in der jüngeren Vergangenheit zu vielen Erkrankungen geführt. Jede Fleckfieber-Infektion ist laut Infektionsschutzgesetz eine meldepflichtige Erkrankung. Konnte die Erreger direkt oder indirekt nachgewiesen werden, ist jedes Labor verpflichtet, die zuständige Gesundheitsbehörde über das Fleckfieber in Kenntnis setzen.

Ursachen von Fleckfieber

Ursache für das Fleckfieber ist ein Bakterium mit Namen Rickettsia prowazekii. Es wird durch Läuse übertragen. Es handelt sich hierbei um unbewegliche Stäbchen- oder Kugelbakterien. Die Bakterien dringen dabei in die lebenden Zellen ein. Dort finden sie Schutz vor den Abwehrkräften des Immunsystems und können sich in Ruhe vermehren.

Die Vermehrung vollzieht sich direkt im Magen-Darm-Trakt der Läuse. Die Läuse scheiden die Bakterien mit ihrem Kot aus. Im Kot der Läuse sind die Bakterien über eine längere Zeit überlebensfähig. Eine Laus, die sich mit den Erregern infiziert hat, stirbt erst bis zu drei Wochen später. Wenn ein Mensch die mit dem Bakterium infizierten Läuse hat und sich blutig kratzt, kommt es gegebenenfalls zu einer Infektion und infolge dessen zu Fleckfieber. Die Ansteckung kann jedoch auch durch bloßes Einatmen erfolgen. Im menschlichen Körper befallen die Erreger Zellen kleinerer Blutgefäße in der Haut, im Gehirn, den Nieren und dem Herzmuskel.

Die entzündeten Zellen zerstören dann Blutgefäße. Beißt dann eine Laus eine Person, bei der das Fleckfieber bereits abgeklungen ist, können die Krankheitserreger wieder in die Laus gelangen. Diese Laus kann wieder andere Menschen anstecken. So kommt es zu epidemischen Auswüchsen der Infektionskrankheit. Fleckfieber hat eine Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen.

Symptome und Verlauf von Fleckfieber

Typische Symptome des Fleckfiebers:

Bei erfolgter Ansteckung mit Fleckfieber treten bei den Betroffenen verschiedene Symptome auf. Es kommt zu plötzlichen sehr schweren Kopf- und Gliederschmerzen. Die Körpertemperatur kann sehr schnell bis 40 Grad Celsius ansteigen. Sie verbleibt dann bis zu zwei Wochen auf diesem hohen Niveau. An Fleckfieber Erkrankte klagen zudem über Muskelschmerzen und leiden unter Schüttelfrost.

Sie fühlen sich sehr krank und haben bisweilen ein gerötetes, stark aufgedunsenes Gesicht. Bei einer Entzündung des Gehirns sind Betroffene benommen und verwirrt. Es kann zu Taubheit oder Tinnitus kommen. Etwa vier bis sechs Tage nach den ersten Symptomen bildet sich an den Achselhöhlen und auf dem Oberkörper ein typischer Hautausschlag. Der Ausschlag ist durch feine Flecken gekennzeichnet. Innerhalb weniger Tage breitet sich dieser Ausschlag bei Fleckfieber auf den gesamten Körper aus.

Verschont bleiben das Gesicht, die Handflächen und die Fußsohlen. Die Flecken werden dabei dunkler. In der Regel erkranken Menschen, die Fleckfieber hatten, später nicht noch einmal, weil sie gegenüber den Bakterien immun sind. In Ausnahmefällen gibt es bei Fleckfieber Rückfälle, die nicht so schwer und oft ohne Hautausschlag verlaufen.

Diagnose von Fleckfieber

Bei schwerem Krankheitsverlauf oder fehlender Therapie kann Fleckfieber schwere Komplikationen mit sich bringen. Erkrankte können ertauben, wenn durch das Fleckfieber eine Gehirnentzündung entsteht. Unbehandelt kann Fleckfieber zum Tod führen, wenn der Kreislauf versagt, weil die Bakterien den Herzmuskel befallen haben. Bei frühzeitiger Behandlung von Fleckfieber ist die Prognose viel besser. Ohne Komplikationen bilden sich alle Symptome nach etwa 14 Tagen zurück.

Behandlung von Fleckfieber

Bei Verdacht auf Fleckfieber spricht für diese Diagnose, wenn Betroffene nicht nur die typischen Symptome haben, sondern sich in einem Risikogebiet aufhielten. Die Erreger des Fleckfiebers werden aus Gründen der Sicherheit in speziellen Laboren anhand von Blutproben nachgewiesen. Diese Diagnose ist jedoch erst nach zwei Wochen Krankheit möglich.

Alternativ lässt sich vorab ein Immunfluoreszenztest durchführen, um Fleckfieber nachzuweisen. Bei Fleckfieber kommen Antibiotika zum Einsatz. Zu Beginn verabreichen die Ärzte die Antibiotika intravenös. Später in Tablettenform. Patienten mit Fleckfieber bedürfen neben der medikamentösen Therapie intensiver und sorgfältiger Pflege. Der Kreislauf ist zu überwachen, Flüssigkeit und Elektrolyte sind über Infusionen zu verabreichen.

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Vorbeugung von Fleckfieber

Gegen Fleckfieber lässt sich durch gute Hygiene vorbeugen. Bei Läusebefall sind diese sofort zu bekämpfen. Personen, die in Epidemiegebieten tätig sind, sollten sich gegen das Fleckfieber impfen lassen, um der Erkrankung aus dem Weg zu gehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

michael kommentierte am 15.12.2014 um 12:00 Uhr

Ich leide derzeit unter Körperläusen, sowie Schüttelfrost, den ich auf die entstandene Blutleere zurückführe. Die Läuse scheinen nicht nur zu laufen, sondern springen äußerst weit, sobald ich mich Menschen nähere. Ist das eine Kreuzung aus Laus und Floh? Ich wohne im Raum Düsseldorf - gibt es hier einen Spezialisten? Mein behandelnder Hautarzt reduziert den Befall auf eine normale allergische Reaktion.