Flüssigkeit im Ohr

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Dezember 2014
Gesundpedia.deSymptome Flüssigkeit im Ohr

Flüssigkeit im Ohr kann durch viele Gründe auftreten. Meistens spricht man aber von Flüssigkeit im Ohr, wenn sich diese aus körpereigenen Substanzen bildet. Und das ist zum Beispiel bei einer Ohrinfektion der Fall: In der Medizin nennt man diese Erkrankung Otitis media.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Flüssigkeit im Ohr?

Flüssigkeit im Ohr tritt meist als Folge einer Infektion des Mittelohrs auf. Bei dieser bildet sich hinter dem Trommelfell eine Entzündung, die damit einhergeht, dass sich der betroffene Bereich mit Flüssigkeit füllt. Der Fachbegriff für diesen Vorgang und für diese Art der Erkrankung ist Otitis media und Babys und Kleinkinder sind häufiger betroffen als Erwachsene, da ihre Ohr- und Rachenanatomie noch nicht komplett ausgebildet ist.

Flüssigkeit im Ohr sollte man als Patient niemals selbstständig entfernen, außer diese fließt selbstständig ab. Oft heilt die zugrunde liegende Entzündung nämlich binnen weniger Tage von selbst ab und die Flüssigkeit im Ohr wird abgesondert oder abgebaut. Ist dies nicht der Fall, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Ursachen

Eine Infektion des Mittelohrs, durch die sich Flüssigkeit im Ohr bildet, wird meist durch Bakterien oder Viren verursacht. Diese gelangen in der Regel über die Nase oder über den Mund in den Körper und sorgen im Bereich des Trommelfells für eine Entzündung. Da meistens Kinder von den bakteriellen oder viralen Erregern einer Mittelohrentzündung betroffen sind, können sich diese an Orten an denen sich viele Kinder gemeinsam aufhalten (etwa in Kitas) schneller ausbreiten.

Unter Umständen kann eine Mittelohrentzündung aber auch durch Fremdflüssigkeiten (etwa verschmutztes Wasser nach dem Schwimmen) oder durch eine Unterkühlung des Trommelfells oder des Ohrs (der sprichwörtliche Zug am Ohr) entstehen. Ebenso können Infektionen der umliegenden Atemwege, Allergien oder andere Schadstoffe, die über die Luft in das Ohr gelangen, zu einer Infektion des Mittelohrs führen. Letzteres wird häufig durch passives Rauchen begünstigt.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Vor fast jeder Diagnose stehen die Symptome einer Erkrankung. Das ist auch bei Flüssigkeit im Ohr der Fall. Typische Symptome einer Infektion, die Flüssigkeit im Ohr verursacht, sind beispielsweise ein Flüssigkeitsaustritt aus dem Ohr, aber auch ein hörbares Rauschen. Das Rauschen ist übrigens eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass sich Flüssigkeit im Ohr befindet. Teilweise kann eine Entzündung nämlich auch ohne eine Flüssigkeitsbildung verlaufen. Kinder und Kleinkinder ziehen, kratzen oder fassen sich hingegen in den ersten Tagen der Entzündung oft an das betroffene Ohr.

Erwachsene klagen häufig über Schmerzen, über Hörstörungen und über Druck im Ohr. Hinzukommen können zudem Fieber, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Übelkeit oder Erbrechen. Treten schwerwiegende Symptome auf, oder bildet sich die Flüssigkeit im Ohr nicht nach kurzer Zeit von selbst zurück, sollte man unbedingt so schnell wie möglich einen Facharzt aufsuchen. Dieser wird einige Untersuchungen durchführen. Dadurch findet er heraus, wie schwer die Entzündung des Mittelohrs ist, wie viel Flüssigkeit sich im Ohr befindet und ob ein Hörverlust vorliegt.

Behandlung

Die meisten Infektionen des Ohrs klingen nach kurzer Zeit wieder von selbst ab. Ist das nicht der Fall, muss die Infektion, die der Flüssigkeit im Ohr zugrunde liegt, von einem Facharzt begutachtet und behandelt werden. Das kann beispielsweise durch die Verabreichung von Antibiotika geschehen.

Handelt es sich aber zum Beispiel um gewöhnliche Flüssigkeit im Ohr (etwa nach dem Schwimmengehen) oder befindet sich Flüssigkeit ohne negative Symptome seit längerer Zeit im Ohr, sollte man ebenfalls einen Arzt aufsuchen. So kann dieser die Flüssigkeit im Ohr absaugen und klären, warum sich diese gebildet hat und ob eine weitere Therapie vonnöten ist.

Oft lässt sich die Infektion des Ohrs mittels einer medikamentösen Behandlung therapieren und die Flüssigkeit im Ohr bildet sich zurück oder fließt ab. Ist dies nicht der Fall oder treten immer wieder Infektionen und Flüssigkeitsbildungen im Ohr auf, kann es jedoch unter Umständen notwendig werden, einen operativen Eingriff durchzuführen.

Dieser könnte zum Beispiel aus dem Einsatz eines Röhrchens zur Belüftung bestehen. Dieses Röhrchen soll dafür sogen, dass die Flüssigkeit im Ohr ablaufen kann. Es könnte jedoch auch notwendig sein, die Polypen zu entfernen, wenn diese sich entzündet haben und die Ursache der Entzündung und der Flüssigkeitsbildung im Ohr sind.

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Vorbeugung

Der Bildung von Flüssigkeit im Ohr kann man nur bedingt entgegenwirken. Denn hier hängt es stark von den Ursachen ab, die der eventuellen Entzündung zugrunde liegen. Neigt man aber zum Beispiel aus chronischen Gründen oder aus anderen Gründen verstärkt zu Infektionen des Mittelohrs, sollte man gemeinsam mit dem behandelnden Arzt nach Möglichkeiten suchen, um das Risiko auf eine Infektion und auf eine Bildung von Flüssigkeit im Ohr zu senken.

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