Fischallergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Mai 2017
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Eine Fischallergie kann sehr heftig verlaufen und bis hin zum anaphylaktischen Schock führen. Als wichtigster Auslöser gilt das Protein Parvalbumin. Betroffene müssen den Verzehr von Fisch strikt meiden, weil eine kausale Therapie derzeit noch nicht möglich ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Fischallergie?

Die Fischallergie kann in allen Bevölkerungsschichten auftreten. Meist entwickelt sie sich nach häufigen Kontakt mit Fischeiweißen durch regelmäßigen Fischverzehr.

In der Regel ist für eine Fischallergie das Protein Parvalbumin verantwortlich, welches sich im weißen Muskelfleisch der Fische befindet. Oft vertragen die betroffenen Allergiker überhaupt keinen Fisch mehr. Parvalbumin ist in allen Fischarten enthalten und besitzt dort überall eine ähnliche Aminosäurezusammensetzung, gleichgültig, ob es sich um Süßwasser- oder Salzwasserfische handelt.

Eine Fischallergie verläuft manchmal sehr heftig. Sie kann sogar durch die Entwicklung eines anaphylaktischen Schocks zum Tod führen. Manchmal reichen geringste Mengen an Fischeiweiß aus, um eine schwere Allergie auszulösen. Auch der Genuss von Fleisch von Tieren, die mit Fischmehl gefüttert wurden, kann eine Fischallergie auslösen.

Ursachen

Hauptauslöser einer Fischallergie ist, wie bereits erwähnt, das Muskelprotein Parvalbumin, welches in allen Fischarten vorkommt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Fisch roh, gekocht oder gebraten verzehrt wird. Parvalbumin ist ein sehr stabiles Eiweiß. Es wird auch durch Kochen oder Braten nicht zerstört.

Die Allergie entwickelt sich in der Regel bei häufigem Kontakt mit diesem Eiweiß. Daher sind Personen, die sich regelmäßig von Fisch ernähren, besonders häufig von einer Fischallergie betroffen. In wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt, dass in Gebieten mit hohem Fischverbrauch und bei Fischern eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Personen an einer Fischallergie leidet. Dort sind auch teilweise Menschen betroffen, die sich seltener von Fisch ernähren. Das folgt einfach aus der Tatsache, dass sich das Protein Parvalbumin auch über die Fütterung mit Fischmehlen und über Stäube ausbreiten kann.

Bei den allergischen Reaktionen bildet sich gegen Parvalbumin das Immunglobulin E (IgE), welches normalerweise als Antikörper gegen Endoparasiten fungiert. IgE bindet sich an Mastzellen und bleibt dort über Jahre im Körper. Sobald es an ein Allergen bindet, kommt es zur Ausschüttung von Histamin, welches sofort Entzündungsreaktionen im Körper auslöst.

Die Fischallergie ist also eine fehlgeleitete Immunreaktion, bei welcher IgE irrtümlicherweise das Protein Parvalbumin als vermeintlich feindliches Fremdprotein angreift. Selbstverständlich spielt für die Auslösung der Allergie neben dem häufigen Kontakt mit Parvalbumin auch eine gewisse Veranlagung eine Rolle. Die weitaus meisten Menschen entwickeln auch bei regelmäßigem Fischverzehr keine Allergie. Die Betroffenen reagieren aber meist gegen alle Fischarten.

Nur in seltenen Fällen kommt es vor, dass die Allergie nur gegen eine Fischart besteht. Das ist entweder dann der Fall, wenn ein anderes Protein der Allergieauslöser ist oder wenn die Immunreaktion nur gegen eine einzige Variante von Parvalbumin stattfindet.

Symptome

Mögliche Symptome einer Fischvergiftung:

Bei einer Fischallergie können vielfältige Symptome auftreten. So sind sowohl leichte als auch schwere Verlaufsformen möglich. Es kommt häufig zu Verdauungsproblemen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Gleichzeitig können sich massive Hautirritationen zeigen. Neben Juckreiz und Hautentzündungen entwickeln sich häufig schwere Ekzeme. Auch allergischer Schnupfen oder gar Asthmaanfälle werden nicht selten beobachtet. In sehr schweren Fällen tritt sogar ein anaphylaktischer Schock auf. Dieser kann unbehandelt durch einen Kreislaufzusammenbruch schnell zum Tod führen. Im Gegensatz zu vielen anderen Allergien besitzt die Fischallergie eine verhältnismäßig schlechte Prognose, weil sie einerseits einen anaphylaktischen Schock auslösen kann und andererseits keine Chance besteht, eine erfolgreiche Hyposensibilisierung durchzuführen.

Diagnose und Verlauf

Wenn bei Fischgenuss allergische Symptome auftreten, sollte grundsätzlich ein Allergologe konsultiert werden. Um das auslösende Allergen zu finden, wird der Arzt zunächst eine ausführliche Anamnese der Krankengeschichte durchführen. In dieser Anamnese geht es darum, festzustellen, unter welchen Bedingungen die Allergie auftritt. Wenn die Symptome unmittelbar nach einer Nahrungsaufnahme erscheinen, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Nahrungsmittelallergie.

Bei Allergien, die unmittelbar nach Fischmahlzeiten auftreten, kann der Arzt die Verdachtsdiagnose Fischallergie aufstellen. Allerdings muss die Diagnose noch abgesichert werden, weil auch bei Fischvergiftungen allergieähnliche Symptome auftreten können. Die für die Fischvergiftung verantwortlichen Bakterien erzeugen nämlich ebenfalls in größerem Ausmaß Histamin.

Die eindeutige Diagnose kann dann durch einen Haut- und Bluttest sowie einen Provokationstest bestätigt werden. Als Hauttest wird der sogenannte Pricktest durchgeführt und im Blut wird die Konzentration an IgE bestimmt. Bei einem Provokationstest bekommen die Betroffenen für einige Zeit allergenfreie Nahrung. Unter ärztlicher Kontrolle werden danach geringe Mengen an Fischeiweiß verabreicht.

Behandlung und Therapie

Eine kausale Therapie der Fischallergie ist derzeit noch nicht möglich. Im Gegensatz zu vielen anderen Allergien kann eine Hyposensibilisierung nicht durchgeführt werden, denn jeder Kontakt des Patienten mit dem Fischeiweiß führt häufig noch zur Verstärkung der Symptome. Allergiker sollten immer einen Notfallkoffer mit sich führen, um schnell reagieren zu können, wenn sie doch mal mit verstecktem Fischeiweiß in Berührung gekommen sind. In diesem Notfallset ist ein Antiallergikum und Adrenalin enthalten. Mit einem Allergologen sollte die genaue Vorgehensweise bei einem Notfall besprochen werden.



Vorbeugung

Die einzige Möglichkeit zur Verhinderung einer allergischen Reaktion besteht im Vermeiden jeglichen Kontakts mit dem Fischeiweiß. Dazu gehört in erster Linie der Verzicht auf Fischgerichte. Mit einem Ernährungsberater sollte außerdem besprochen werden, welche Nahrungsmittel noch Fischeiweiße enthalten könnten, etwa als Folge der Fütterung von Nutztieren mit Fischmehl.

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