Fiebersenkende Mittel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Juni 2016
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Fiebersenkende Mittel bezeichnen zusammenfassend Medikamente, Phytowirkstoffe und Hausmittel, die zur Senkung des Fiebers beitragen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Fiebersenkende Mittel?

Fieber ist eine normale und grundsätzlich nicht ungesunde Reaktion des Immunsystems auf eingedrungene Keime. Leichtes Fieber wird vom Immunsystem auch vorsorglich ausgelöst: an frischen Wunden lässt sich beispielsweise eine geringe Erwärmung der Haut rund um die Wunde beobachten. Sie dient dazu, Krankheitserreger von vornherein von der Wunde fernzuhalten. Bakterien können sich nur zwischen bestimmten Temperaturen vermehren, also als Stamm fortbestehen - wird es für sie zu heiß, funktioniert ihre Vermehrung nicht mehr.

Fieber erhöht somit die Körpertemperatur auf einen Bereich, in dem sich Keime nicht mehr fortpflanzen können. Dabei kann Fieber bei kleinen Kindern, älteren Menschen und gesundheitlich angeschlagenen Patienten durchaus Ausmaße erreichen, in denen es für den Menschen selbst lebensbedrohlich wird, denn auch menschliche Zellen können sich ab einer gewissen Temperatur nicht mehr weiter teilen. Fiebersenkende Mittel verhindern somit, dass diese Körpertemperaturen überhaupt erreicht werden. Zudem sind fiebersenkende Mittel häufig auch wirksam gegen Kopfschmerzen oder Erkältungssymptome, sodass sie bereits bei leichten Symptomen gegen die bei Fieber rasch aufkommende Abgeschlagenheit eingenommen werden.

Wirkung und medizinische Anwendung

Fieber ist zwar eine normale Immunreaktion, jedoch führen schon kleine Fieberschübe zu Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Umso beliebter sind fiebersenkende Mittel auch noch bei Erwachsenen. Besonders bei Kindern, älteren oder gesundheitlich vorbelasteten Patienten sind sie wichtig, da Fieber schnell um mehrere Grad ansteigen und gerade in diesen Gruppen lebensgefährlich werden kann. Hausmittel wie Wadenwickel wirken, indem sie die Körpertemperatur von außen beeinflussen und zudem Verdunstungskälte verursachen, die den Körper kühlt.

Bei leichtem Fieber kann das den Körper erkennen lassen, dass er eine zu hohe Temperatur hat, sodass er sie denkt, da er Wärme von außen bekommt. Fiebersenkende Medikamente sorgen für die Verringerung der Bildung von Prostaglandin, das wiederum die Körpertemperatur steigen lässt. Weiterhin wirken viele fiebersenkende Mittel auch als Schmerztabletten und senken damit eventuelle Gliederschmerzen oder Kopfschmerzen, die durch Fieber und Dehydration auftreten können. Hilfreich sein können auch Tees wie Fliederblüten- oder Schwarzer Holundertee sein. Grundsätzlich ist ein fiebersenkendes Mittel jedoch nicht immer indiziert, da Fieber eine Immunreaktion darstellt und zur Gesundung des Patienten beiträgt.

Formen und Gruppen

Hausmittel bei Fieber sind frei verkäuflich oder aber in jedem Haushalt vorhanden. Für einen Wadenwickel braucht es lediglich ein warmes feuchtes Tuch, eine Gemüsebrühe gegen die Dehydration ist ebenfalls schnell zubereitet. Kräutertees lassen sich in der Apotheke besorgen, hierzu können Apotheker beraten. Pharmazeutische fiebersenkende Mittel sind in Form von apothekenüblichen Kopfschmerztabletten ebenfalls nicht schwer zu bekommen.

Ibuprofen®, Paracetamol® oder Medikamente mit Acetylsalicylsäure sind besonders effektiv gegen Fieber und werden als einzelne Wirkstoffe oder Kombinationspräparate speziell für Erkältungen und Infekte ohne Rezept verkauft. Fiebersenkende Mittel in höherer Dosierung sind verschreibungspflichtig und können bei sehr hohem Fieber auch intravenös im Krankenhaus verabreicht werden.

Dosierung

Da Fieber eine Immunreaktion ist und dem Patienten hilft, wieder zu gesunden, sollte nicht bei jedem Anzeichen ein fiebersenkendes Mittel eingenommen werden. Ist der Patient ansonsten gesund und das Fieber nicht im gefährlichen Bereich ab 39°C, sollte besser gar kein fiebersenkendes Mittel eingenommen werden. Stattdessen ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ausreichend Elektrolyte zu achten, weiterhin braucht der Körper Ruhe.

Ausnahme sind Kinder, ältere Menschen und gesundheitlich angeschlagene Patienten - ein fiebersenkendes Mittel in der angemessenen Dosierung für das Alter des Patienten kann hier eher gegeben werden. Dabei ist darauf zu achten, wie lange das Fieber anhält und wie hoch die Körpertemperatur bei regelmäßigen Messungen ist. Bessert es sich nicht nach 1-2 Tagen, ist der Arztbesuch zu empfehlen.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Fiebersenkende Mittel können zur schnellen Genesung weggelassen werden, da der Körper durch Fieber den Infekt bekämpft. Dadurch gesundet der Patient im Normalfall schneller und verschleppt die Infektion nicht. Das erste eingesetzte fiebersenkende Mittel sollte bestenfalls ein sanftes Hausmittel sein, etwa der Wadenwickel. Dieser hat den Vorteil, dass der Patient sich bei der Anwendung schont und Ruhe gönnt, was das Immunsystem ohnehin braucht. Weiterhin bieten sich anstelle von fiebersenkenden Medikamenten Kräutertees an, die dem Körper nebenbei wichtige Flüssigkeit zuführen. Gelegentlich wird empfohlen, anstelle von fiebersenkenden Mitteln den Raum etwas auskühlen zu lassen, das ist jedoch ganz falsch - bei angeschlagenem Immunsystem wird der Patient durch Temperaturwechsel eher noch kränker.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Die fiebersenkenden Hausmittel haben in der Regel keine Nebenwirkungen. Wadenwickel und Tees tragen sogar eher zur Besserung des Allgemeinzustands bei. Dagegen sind fiebersenkende Medikamente differenziert zu betrachten. Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure können durchaus Nebenwirkungen haben. Dazu gehören Schwindel, Übelkeit oder Ohrensausen. Sie sorgen zwar mitunter dafür, dass der Patient sich einige Stunden besser fühlt, die Immunreaktion Fieber wird jedoch unterdrückt und das Immunsystem bei nur leichtem Fieber in seiner Arbeit behindert.

Eine Infektion könnte sich in der Folge verschleppen, zumindest aber länger für die Heilung brauchen. Einige fiebersenkende Mittel belasten auch die Leber und können mit verschiedenen Medikamenten Wechselwirkungen aufweisen, was ein Blick auf den Beipackzettel aufzeigt.

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