Fester Stuhlgang

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Oktober 2016
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Fester Stuhlgang wird im medizinischen Fachkreis als Obstipation bezeichnet. Oft handelt es sich um eine Form von Verstopfung, die sich durch eine erschwerte Darmentleerung auszeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist fester Stuhlgang?

Zu großen Anteilen besteht der menschliche Kot aus Wasser, Darmbakterien und abgestorbenen Zellen. Hinzu kommen Sekrete, Nahrungsreste und diverse Fäulnisprodukte. Bei einem gesunden Menschen hat der Stuhl eine mittelharte Konsistenz. Fester Stuhlgang liegt dann vor, wenn der Kot eine ungewöhnlich feste und trockene Konsistenz aufweist. Dies kann nur einen Teil der Darmentleerung oder den gesamten Stuhlgang betreffen.

Eine nicht seltene Form sind harte Kotsteine, sogenannte Schafsköttel. Eine Ausscheidung ist dann nur mit schmerzhaften Pressen möglich. Dies kann zu Rissen in der Darmschleimhaut führen, was einen stechenden Schmerz verursacht. Für die Betroffenen stellt das starke Pressen eine große Anstrengung dar. Abgeschlagenheit und Erschöpfung sind dann die Folgen. In besonders schweren Fällen können Verspannungen auftreten und Rückenschmerzen auslösen. Dies wird von Kopfschmerzen und lokalen Krämpfen begleitet. Nicht selten gehören Blähungen, Bauchschmerzen und Übelkeit zu den begleitenden Beschwerden einer Obstipation.

Ursachen

Fester Stuhlgang tritt auf, wenn sich der Kot ungewöhnlich langsam durch den Darm bewegt. Dadurch wird dem Nahrungsbrei eine große Menge an Flüssigkeit entzogen. Dies ist die Ursache einer Verhärtung, die in schweren Fällen sogar zu Krankheiten wie Hämorrhoiden führen. In vielen Fällen kann die Verhärtung auf eine schlechte Ernährung zurückgeführt werden. Ein Überschuss an Fett und Zucker wirkt sich direkt auf den Verdauungsvorgang und damit auf die Härte des Stuhlgangs aus.

Weiterhin kann eine Obstipation auf einen Flüssigkeitsmangel zurückgeführt werden. Bei einem Defizit entzieht der Körper dem Kot ein Höchstmaß an Flüssigkeit. Darüber hinaus wird harter Stuhlgang durch mögliche Störungen des Verdauungssystems begünstigt. Als bekannteste Beispiele gelten das Reizdarmsyndrom und das angeborene Megakolon. Ferner kommen als Ursache organische Darmerkrankungen und entzündliche Prozesse infrage. In seltenen Fällen kann die Obstipation durch eine plötzliche Lähmung des Darmes verursacht werden, die auf eine vorangegangene Operation zurückzuführen ist.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Obstipation ist eine Beschwerde, die bei nahezu allen Menschen auftritt. Fester Stuhlgang ist oft eine harmlose Störung, die nach wenigen Tagen nachlässt. Überschreitet die Verhärtung des Stuhlgangs eine Woche, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt beginnt mit einer Anamnese, die den bisherigen Krankheitsverlauf umfasst. Auch informiert sich der Arzt über die Lebensgewohnheiten seines Patienten. Dies beginnt mit der Ernährung und führt bis zu den Freizeitaktivitäten. Anschließend tastet der Arzt im Rahmen der körperlichen Untersuchung die gesamte Bauchregion ab.

Die Schmerzlokalisierung und das Überprüfen von Darmgeräuschen stehen hier im Vordergrund. Konnte die Ursache der Obstipation nicht gefunden werden, kann der Arzt eine Blutprobe entnehmen, um Anzeichen auf Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion zu finden. Abhilfe leistet auch eine Kotprobe, mit der ein Patient auf Darmpolypen und Darmkrebs untersucht werden kann. Im Zweifelsfall führt der Arzt eine Darmspiegelung (Koloskopie) und eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durch. Auf diese Weise gelingt es dem Arzt, auf seltene Erkrankungen zu testen.

Behandlung und Therapie

Ein fester Stuhlgang kann abhängig von der Ursache auf diverse Weisen behandelt werden. Liegt eine gewöhnliche Verdauungsstörung vor, müssen die Lebensgewohnheiten umgestellt werden. Bei der Ernährung wird auf ausgewogene Mahlzeiten mit ballaststoffreichen Lebensmitteln geachtet. Dies wird von einer hohen Flüssigkeitsaufnahme begleitet. Auch wird angeordnet, einer sportlichen Tätigkeit aktiv nachzugehen.

In schweren Fällen wird die Obstipation mit Medikamenten behandelt. Hierbei wird dem Patienten ein Abführmittel verschrieben, das die Darmentleerung anregt. Dies ist aber nur eine kurzfristige Lösung, sollte die Obstipation auf eine körperliche Erkrankung zurückzuführen sein. Dann gilt es zunächst, die Grunderkrankung zu behandeln. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden Schilddrüsenhormone eingenommen. Die Behandlung kann durch die abführenden Mittel Bisacodyl und Natriumpicosulfat begleitet werden.

Bei einem angeborenen Megakolon empfiehlt es sich dagegen, gleich nach der Geburt einen künstlichen Darmausgang anzulegen. Daraufhin wird der betroffene Darmabschnitt entfernt, woraufhin der Rest mit dem verbleibenden Enddarm verbunden wird. Eine Besonderheit stellt zuletzt das Reizdarmsyndrom dar. Eine effektive Behandlung der Ursache ist meist nicht möglich. Stattdessen beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome. Hierfür kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, die eine krampflösende und abführende Wirkung haben.



Vorbeugung

Bei der Vorbeugung ist es wichtig, auf eine gesunde Ernährung zu achten. Diese ist ausschlaggebend, ob und in welchem Ausmaß eine Obstipation eintritt. Darüber hinaus sollte sportlichen Aktivitäten regelmäßig nachgegangen werden, um die Darmaktivität zu fördern. Empfehlenswert ist es ferner, eine Darmkrebsvorsorge zu verfolgen, insbesondere bei einer Veranlagung.

Bei dem Verdacht eines Reizdarmsyndroms oder einer Schilddrüsenunterfunktion sollte ein Arzt möglichst früh konsultiert werden. Im Falle einer Erkrankung kann dem Verlauf der Obstipation effektiv entgegengewirkt werden. Gleiches gilt, wenn eine bakterielle Erkrankung oder ein angeborenes Megakolon vermutet wird. Schließlich empfiehlt es sich, den Darm zur gleichen Tageszeit zu entleeren. Auf diese Weise wird eine Gewohnheit ausgebildet, mit der einer Obstipation vorgebeugt werden kann.

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