Faszien

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Faszien

Die Faszien werden auch als Bindegewebe bezeichnet und finden meist Erwähnung im Zusammenhang mit der Cellulite-Erscheinung. Jedoch befinden sich die Faszien im gesamten Körper und werden in ihrer Bedeutung oft unterschätzt.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Der Begriff Faszien stammt aus dem Lateinischen und steht für „Bündel“ oder „Band“. Damit wird zugleich die Struktur der Faszien aufgegriffen. Das Faszien-Gewebe bildet eine netzartige, sehr komplexe Struktur aus, die sich über den gesamten Körper spannt. So werden alle Teile im Körper gehalten, fixiert und miteinander verbunden. Ohne dieses Gewebesystem würden Knochen, Sehnen, Muskeln, Nerven und Gefäße keinen zusammenhängenden Organismus bilden können. Doch die Faszien sind nicht nur für die Form des Körpers und die Bindung der einzelnen Bestandteile verantwortlich.

Anatomie

Faszien bestehen überwiegend aus Kollagen. Obwohl ihr Durchmesser maximal einen Millimeter misst, sind sie sehr reißfest. Weitere Bestandteile sind Wasser und andere Klebstoffe. Aufgrund dieser Kombination, sind die Faszien besonders elastisch und gleitfähig. Dadurch lassen sich Organe verschieben und Muskeln bewegen. Faszien lassen sich in drei Arten unterteilen: oberflächliche Faszien, tiefe Faszien und viszerale Faszien.

Die oberflächlichen Faszien bestehen aus lockerem Faszien-Gewebe und vor allem Fettgewebe. Sie liegen im Unterhautgewebe und verbinden das Körpergewebe mit den Organen. Somit sorgen sie für die korrekte Lokalisierung der Organe und geben ihnen Halt sowie Schutz vor äußerer Druckeinwirkung. Weiterhin speichert das oberflächliche Faszien-Gewebe Wasser und Fett.

Die tieferliegenden Faszien umgeben jeden Knochen, die Gelenke und alle Muskeln. Sie befinden sich demnach in fast allen Fasern des Körpers. Innerhalb der Muskeln sorgen die Faszien für eine Trennung der einzelnen Muskelfasern, so dass diese nicht an einander reiben. Auch Sehnenplatten, Sehnen und Bänder sowie die Gelenkkapseln zählen zu dieser Faszien-Art.

Eine weitere Besonderheit besteht in der sensorischen Ausstattung: Sie reagieren auf mechanische und chemische Reize sowie auf Temperaturschwankungen. Daher werden Faszien auch als Sinnesorgan klassifiziert. Weiterhin befinden sich alle peripheren Nervenenden in den tieferen Faszien.

Die viszeralen Faszien gewährleisten die Aufhängung und Einbettung der inneren Organe sowie des Gehirns. Jedes dieser Organe ist von einer doppelten Faszien-Schicht umgeben. Zu den viszeralen Faszien zählen die Hirnhaut, der Herzbeutel, das Brust- sowie das Bauchfell.

Funktionen

Die primäre Aufgabe der verschiedenen Faszien-Gewebe besteht darin, die einzelnen Bestandteilen des Körpers in der richtigen Lage zu halten. Sie geben Festigkeit und zugleich Elastizität. Ohne die Festigkeit würden alle Organe im Körper hin und her rutschen. Ohne die Elastizität könnten lebenswichtige Funktionen wie das Atmen, Verdauungsprozesse oder die Veränderungen der Schwangerschaft nicht stattfinden.

Weiterhin bieten die Faszien eine Pufferzone und schützen die Organe vor Verletzungen durch äußere Druckeinwirkung. Ebenso bildet das Faszien-Gewebe eine Barriere für Eindringlinge und ist somit Teil des körpereigenen Abwehrsystems.

Zudem befinden sich zahlreiche Fresszellen in dem Gewebesystem. Diese können Mikroorganismen und Gewebeüberreste auflösen. Eine weitere wichtige Aufgabe ermöglichen die Faszien durch ihre gute Wasserbindefähigkeit. So werden die Faszien zu einem der größten Wasserspeicher des Körpers.

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Erkrankungen der Faszien

Veränderungen der Faszien bilden für sehr viele Beschwerden die Ursache. Die Faszien sind entweder verklebt, verhärtet oder beschädigt. Verklebte Faszien entstehen durch einen Stau der Lymphflüssigkeit im Gewebe. Dabei löst sich das in der Lymphflüssigkeit enthaltene Fibrin (ein körpereigener Klebstoff) und verklebt die umliegenden Faszien.

Dadurch verlieren die umgebenden Muskelfasern an Elastizität und Zugfähigkeit. Somit wird die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Weiterhin sind Nervenquetschungen möglich. Diese verursachen empfindliche Schmerzen die sich mit üblichen Untersuchungsmethoden nicht darstellen lassen. Daher ist bei undefinierbaren Schmerzen immer an Faszien-Verklebungen zu denken.

Wenn ein Flüssigkeitsmangel im Körper vorliegt – wie es gehäuft bei älteren Menschen auftritt – verschiebt sich das Verhältnis zwischen faserigen und wässrigen Anteilen. So kommt es zu Verhärtungen in den Faszien. Dadurch ändert sich die räumliche Struktur der Faszien: Aus einem Rautenmuster entsteht eine Art Wollknäuel.

In der Folge verfilzen die Faszien und verkleben. Auch in diesem Fall werden die Bewegungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Vor allem das Beugen und Strecken der Gelenke bereitet Betroffenen schmerzhafte Probleme.

Verhärtungen und Verklebungen der Faszien wirken sich anschließend auch auf die Organe und deren Nährstoffversorgung aus. Auch die Blutzufuhr und damit einhergehende Sauerstoffversorgung sind eingeschränkt.

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