Farnkraut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. März 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Farnkraut

Farnkraut ist eine der ältesten Pflanzen der Welt und wurde in Urzeiten, vor mehr als 350 Millionen Jahren, so groß wie Bäume. Der Farn fand früher auf verschiedenen Gebieten der Volksheilkunde Einsatz und wurde gegen allerlei angeblich magisches Unheil eingesetzt. Heutzutage spielt er aufgrund seiner leicht giftigen Wirkung keine große Rolle mehr in der Heilkunde, da es bessere Alternativen gibt.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Farnkraut fühlt sich an schattigen Plätzen wohl und ist in Wäldern, an Bachufern, in Schluchten, Felsspalten und Mauerritzen anzutreffen. Die unterschiedlichen Farnarten wachsen weltweit, ihren größten Verbreitungsraum finden sie tropischen Gebieten als Baumfarne. In Deutschland wächst das Farnkraut unauffällig zwischen dichten Baumbeständen.

Das Farnkraut wird als Heilpflanze u.a. bei Rheuma oder Muskelkrämpfen eingesetzt.

Im Frühjahr entrollt er die für ihn typischen und markant fiedrigen Blätter. Jede Blattspreite verzeichnet 20 bis 35 Fiedern, die fiederspaltig abwechselnd wachsen und dem Farnkraut die typische Farnwedel-Optik verleihen. Oben sind die Blätter dunkelgrün, unten hellgrün.

Die große und spiralförmige Wuchsform ist Namensgeber der botanischen Bezeichnung Farn. Die stattlichen, bis zu 1,40 großen Farnwedel erheben sich aus der kriechenden fingerdicken und fußlangen Grundachse, die mit den Pflanzenresten des Vorjahres besetzt sind.

Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Aspidium filix-mas. Farnkraut ist Mitglied der Wurmfarn-Familie (Dryopteridaceae). Die Fruchtreife erfolgt von Juni bis September. Die Blätter werden im Hochsommer, die Wurzeln im Spätsommer gesammelt. Die immergrüne Pflanze ist auch unter den volkstümlichen Namen Hexenkraut, Waldfarn, Johanniswurz, Otterkraut, Wanzenkraut, Schnackenkraut und gemeiner Wurmfarn bekannt.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Als Inhaltsstoffe wirken Phloroglucin, Filicin, Filmaron und ätherische Öle. Die Mischung aus Harzen, Gerbstoffen, Bitterstoffen und ätherischen Ölen machen das Farnkraut auch für medizinische Zwecke interessant. Die Hauptwirkung entfaltet das Farnkraut bei der Behandlung von Würmern. Dazu wird das getrocknete, grüne Pulver der Farnwurzel über einen Zeitraum von zwei Tagen verwendet. Am dritten Tag muss ein gut wirkendes Abführmittel verwendet werden, um Rückstände des pflanzlichen Pulvers zu beseitigen. Danach wird eine längerfristige Behandlungspause eingelegt.

Da Farnkraut eine leicht giftige Wirkung verzeichnet, ist von Selbstversuchen abzusehen, da es bessere und ungefährlichere Alternativen gibt. Das ausleitende Mittel Sulfur bewährt sich gut bei allen Arten von Eingeweidewürmern. Artemisia cina, Silicea, Sabadilla und Teucrium marum sind weitere unbedenkliche homöopathische assoziierte Einzelmittel. Aus den Bestandteilen der Wurzel wird eine Tinktur hergestellt, die äußerlich angewendet wird gegen Kopfschmerzen, Gicht, Rheuma, Krampfadern, Wadenkrämpfe und Nervenschmerzen.

Bei Rheuma und Gicht werden auch die Blätter in Form eines Kissens verwendet. Da auch die äußerliche Anwendung der Farnkraut-Tinktur Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen nach sich ziehen kann, ist es sinnvoll, auf homöopathische Einzelmittel zurückzugreifen, die verschiedene Farnkraut-Pflanzen verwenden: den Adlerfarn, Tanacetum (Wucherblume, Wucherfarn) und den Wurmfarn.

Patienten, bei denen die Vergabe von Adlerfarn (Pteridium) indiziert ist, neigen dazu, sich innerlich von ihrem sozialen Umfeld zurückzuziehen. Das Krankheitsbild von Tanacetum ist schwermütig und hat das Verlangen danach, alleine zu sein. Die Wurmfarn-Pesönlichkeit (Filix mas) ist überaus ängstlich, sie nutzt ihren Körper als Projektionsfläche für ihr innerliches Leiden. Diese homöopathischen Arzneimittel sind als Globuli oder Tabletten erhältlich.

Allerdings wird Farnkraut in der Homöopathie seltener eingesetzt, da es bessere und wirkungsvollere Alternativen gibt wie Aconitum napellus (Kopfschmerzen), Oukoubaka, Chamomilla, Nux Vomica, Alumina und Carbo Vegatabilis bei Störungen des Magen-Darmtraktes, Stress und Sorgen. Farnkrautmischungen aus der Apotheke für die Zubereitung von Tees sind unbedenklich, da die natürlichen Giftstoffe nach der Bearbeitung der Kräuter entfallen.

Farnkraut wird in Kräutermischungen häufig mit Arnika, Majoran, Mistel und Rostkastanie kombiniert. Diese Mischung eignet sich auch als Detox-Diät bei einer gesunden Ernährung mit wenig Fett, Fleisch und Süßigkeiten sowie bei Verzicht auf Kaffee und Alkohol. Ein Fertigpräparat mit Extrakten aus dem Farnkraut ist Buenoson® N Fußsalbe, die gegen Schwielen, Blasen und Fußgelenksentzündungen eingesetzt wird.

Weitere Arzneimittel mit Farnkraut sind Digestodoron®-Tropfen oder Kapseln gegen Blähungen, Übelkeit, Sodbrennen, Verdauungsstörungen, Reizhusten und Darmentzündungen. Heliocare®-Kapseln wirken als Basis-Sonnenschutz, da Farnkraut sowohl innerlich als auch äußerlich vor schädlicher Einwirkung der UV-Strahlen schützt. Hier wirkt der Inhaltsstoff Polypodium leucotomos

Wogegen hilft Farnkraut?

Bedeutung für die Gesundheit

Äußerlich als Tinktur angewendet ist das Farnkraut ungiftig. Die innerliche Anwendung sollte jedoch auf jeden Fall unterbleiben, da das Kraut leichte bis schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann. Kopfschmerzen, Schwindel, Atembeschwerden, Kreislaufbeschwerden und Sehstörungen, die zur Erblindung führen können, sind mögliche Nebenwirkungen.

Bei empfindlichen Menschen kann auch die äußerliche Anwendung in Form von Tinktur-Umschlägen zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit führen. Schwangere und Kinder sollten von der Anwendung von Farnkraut-Präparaten absehen. Die innerliche Verwendung von homöopathischen Arzneimitteln oder Fertigpräparaten mit Farnkraut-Extrakten ist unbedenklich, ebenso wie das Trinken von Farnkraut-Teemischungen.

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