Eukalyptus

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Eukalyptus gehört zu den bekanntesten pflanzlichen Mitteln gegen Erkältungskrankheiten. So kommt das ätherische Eukalyptusöl in unzähligen Erkältungspräparaten vor. Beim Eukalyptus handelt es sich um eine Pflanzengattung, die mehr als 700 Arten umfasst.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Eukalyptus wird als Heilpflanze u.a. bei Entzündungen der oberen Atemwege (z.B. Husten, Schnupfen, Halsschmerzen) eingesetzt.

Eukalyptus gehört der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) an und bildet eine der weltweit größten Baumarten. So können die rasch wachsenden Eukalyptusbäume Wuchshöhen von bis zu 70 Metern erreichen. Mitunter werden sie auch noch größer. Zu den typischen Merkmalen der Eukalyptusbäume zählt ihre grauweiße, glatte Rinde. An manchen Stellen kommt es zu ihrer Abschilferung.

Da das Holz des Eukalyptusbaums über eine große Härte verfügt, lässt es sich für den Bau von Strommasten, Schiffsmasten oder Eisenbahnschwellen verwenden. Am Eukalyptus kommen zwei unterschiedliche Arten von Blättern vor. So weisen die jungen Blätter, die den Blattstängel umfassen, die Form eines Eies auf. Die bläulichen älteren Blätter haben dagegen eine längliche und sichelartige Form. Sie befinden sich an kurzen Stielen und enthalten wertvolle ätherische Öle. Aus diesem Grund werden sie zur Gewinnung von ätherischem Öl gesammelt.

Eine der häufigsten Eukalyptus-Arten, die zu Heilzwecken zur Anwendung kommt, ist der Zitroneneukalyptus (Eukalyptus citriodora). So gilt sein ätherisches Öl, das einen Zitronenduft aufweist, als milder als herkömmliches Eukalyptusöl und lässt sich auch zur Behandlung von Kindern einsetzen. Seine Heimat hat der Eukalyptus in Australien und im Osten von Indonesien. In der heutigen Zeit werden jedoch verschiedene Eukalyptusarten in unterschiedlichen subtropischen Gegenden angepflanzt. Zu den bedeutendsten Eukalyptusarten gehört der Eukalyptus globulus, der auf Tasmanien zu finden ist.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Den wichtigsten Inhaltsstoff des Eukalyptus bilden die ätherischen Öle, die in seinen Blättern vorkommen. Zu den Ölen zählen Limonen, Pinen, Cineol, Cymen und Geraniol. Die Öle verfügen über die Eigenschaft, schleimlösend, entzündungshemmend und antimikrobiell zu wirken, wodurch sie sich ausgezeichnet zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eignen. Besonders Cineol gilt als hilfreich gegen Nasenschleimhaut- und Nasennebenhöhlenentzündungen. Weitere Inhaltsstoffe des Eukalyptusbaums sind Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Triterpene, Euglobale, Phenolcarbonsäuren, Proanthocyanide und Harze.

Zur medizinischen Anwendung gelangt der Eukalyptus zumeist als ätherisches Öl. Für die Herstellung von zwei Litern ätherischem Öl werden rund 100 Kilogramm Eukalyptusblätter benötigt. Da das Öl für eine innerliche Anwendung zu stark ist, kommt es in Form von Dampfbädern oder Inhalationen zum Einsatz. Zu diesem Zweck lässt sich in der Regel ein Inhalator verwenden. Für ein simples Dampfbad reichen auch eine hitzebeständige Schüssel sowie ein Handtuch aus. In die Schüssel mit heißem Wasser gibt der Patient dann einige Eukalyptusblätter, beugt sich mit dem Handtuch über das Dampfbad und atmet die Kräuterwirkstoffe tief ein.

Eine seltenere Darreichungsform des Eukalyptus stellt der Eukalyptus-Tee dar. Dieser hat den Vorteil, milder zu sein, wodurch er sich zur innerlichen Anwendung eignet. Auf diese Weise gelangen auch die zusätzlichen Wirkstoffe des Eukalyptus wie die Bitterstoffe und die Gerbstoffe zur Geltung. Für die Zubereitung des Tees nimmt der Anwender je Tasse einen Teelöffel mit Eukalyptusblättern und brüht sie auf. Anschließend muss der Eukalyptus-Tee noch etwa 10 bis 15 Minuten lang ziehen. Nach dem Filtervorgang kann er dann eingenommen werden. Die empfohlene Dosis liegt bei 3 bis 5 Tassen am Tag.

Zur äußerlichen Anwendung werden im Handel auch Salben mit Eukalyptus angeboten. Diese können zum Einreiben von Brust- und Rückenbereich zum Einsatz kommen, um das Atmen zu erleichtern. Weitere Darreichungsformen des Eukalyptus sind Bäder und Umschläge. Auch in Duftlampen wird das Eukalyptusöl verwendet, um Bakterien abzutöten und Stechmücken zu vertreiben.

Wogegen hilft Eukalyptus?

Bedeutung für die Gesundheit

Entdeckt wurde der Eukalyptusbaum von den Europäern etwa um 1770 in Australien. Aufgrund seines hohen Wasserverbrauchs erfolgte das Anpflanzen des Baumes in zahlreichen Ländern in Sumpfgebieten, was die Trockenlegung vieler Sümpfe zur Folge hatte. Ein wertvoller Nebeneffekt davon war, dass die berüchtigte Anopholes-Mücke, die Malaria übertrug, zurückgedrängt wurde, was die Eindämmung der tückischen Krankheit nach sich zog.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts gelangte der Eukalyptusbaum schließlich auch nach Europa. Dort wusste man die heilenden Eigenschaften des Eukalyptus bald sehr zu schätzen. So wirken seine Inhaltsstoffe gegen Erkältungsbeschwerden wie Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Mandelentzündungen und Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Aber auch für andere Beschwerden und Erkrankungen ist der Eukalyptus gut geeignet. Zum Beispiel hilft der Eukalyptus-Tee gegen Verdauungsprobleme, Fieber und eine Nierenbeckenentzündung.

Außerdem desinfiziert er die Harnwege. In der Homöopathie findet der Eukalyptus Verwendung in den Potenzen D2 bis D12 gegen Atemwegserkrankungen und Blasenentzündungen. Gelegentlich kann der Eukalyptus auch unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Dazu gehören Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Außerdem sollte das ätherische Öl nicht mit den Augen in Kontakt geraten. Nicht geeignet ist Eukalyptus zudem zur Behandlung von Babys und Kleinkindern.

 

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Rubin, F.: Meine besten Hausmittel: Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln. ZS Verlag GmbH, München 2016
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Hademar (u.a.) Bankhofer: Das große Buch der Hausmittel. München, 2003.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dipl.-Biol. Elke Löbel
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