Erbrechen mit Blut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Erbrechen mit Blut

Erbrechen mit Blut ist ein ernstes Symptom, das auf Verletzungen des Magens oder der Speiseröhre hindeutet. "Gesundes" Erbrechen geschieht ohne Spuren vom Blut im Erbrochenen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Erbrechen mit Blut?

Der Mensch ist eines der Säugetiere, das anatomisch dazu in der Lage ist, zu erbrechen. Diese Funktion des Körpers ist eine Notfallmaßnahme und eine Reaktion auf potenziell giftige Stoffe im Mageninhalt. Auf diese Weise kann er Giftiges oder Schädliches auf direktem Wege wieder hinausbefördern, bevor eventuelle Toxine mehr Schaden im Körper anrichten. Das Erbrochene setzt sich dabei aus einem kleinen Teil Magensäure sowie aus dem Speisebrei zusammen. In diesem befinden sich auch die Stoffe, die der Körper ausscheiden will, denn er ist beim Erbrechen nicht wählerisch und scheidet den vollständigen Mageninhalt aus.

Befindet sich dabei Blut in Magen und Speiseröhre, so wird dieses mit ausgeschieden. Erbrechen mit Blut ist immer ernst, denn es deutet darauf hin, dass in Magen oder Darm eine Verletzung vorliegt. Bei nur geringer Blutmenge im Erbrochenen ist die Verletzung vermutlich so klein, dass sie von alleine wieder abheilen wird. Erbrechen mit großen Mengen Blut dagegen könnte auf einen lebensbedrohlichen Zustand hindeuten. In jedem Fall von Erbrechen mit Blut muss umgehend ein Arzt konsultiert werden, der den Magen-Darm-Trakt untersucht und herausfindet, woher das Blut stammt und ob Handlungsbedarf besteht.

Ursachen

Erbrechen mit Blut entsteht immer dann, wenn aus unterschiedlichen Gründen Verletzungen an der Innenseite des Magens oder in der Speiseröhre vorhanden sind. Der Darm kommt meist nicht mehr als Stelle der Verletzung in Frage, denn dann wäre das Blut eher im Stuhl zu finden. Blut ist im Gegensatz zum Stuhl im Erbrochenen meistens gut erkennbar. Eine mögliche Ursache können Reizungen der Magenschleimhaut sein, die durchaus leicht blutiges Erbrochenes zutage fördern können.

Die Gastritis ist eine mögliche Ursache, auch in schweren Fällen von Magen-Darm-Infekten kann es durch die immense Reizung des Magens mit der Zeit zu Erbrechen mit Blut kommen. Denkbar sind aber auch Magengeschwüre, die meist mit Symptomen wie Bauchkrämpfen und anhaltender Übelkeit sowie häufiger werdendem Erbrechen einhergehen. Es muss sich bei diesen noch nicht um Krebs handeln, eine rechtzeitige Erkennung ist aber zur Krebsprävention sehr wichtig. Bei Magen- und Speiseröhrenkrebs kann Erbrechen mit Blut natürlich auch vorkommen, auch das Zwölffingerdarmgeschwür kann Bluterbrechen auslösen.

Nach Substanzmissbrauch ist Erbrechen mit Blut ebenfalls zu erwarten, Alkohol und Drogen können in Magen und Speiseröhre viel Schaden anrichten. Vor allem dann, wenn zu viel davon konsumiert wurde, will der Körper die Gifte schnellstmöglich ausscheiden. Gefäßerkrankungen wie Krampfadern der Speiseröhre, die bei Leberzirrhose-Patienten auftreten, führen zu schwallartigem Bluterbrechen ohne Magensäure. Eine Ausnahme stellt heftiges Nasenbluten dar, das durch Erbrechen von reinem Blut begleitet werden kann. War der Patient in einen Unfall verwickelt und erbricht Blut, kann es sich um innere Verletzungen handeln.

Beim Bluterbrechen (Hämatemesis) wird Blut aus dem Magen bzw. der Speiseröhre erbrochen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Erbrechen mit Blut ist immer ein ernstes Symptom. Egal, ob es ein einmaliges Erbrechen bleibt oder danach wieder Blut erbrochen wird, muss der Patient einen Arzt konsultieren. Denn selbst, wenn das Erbrechen selbst wieder von allein aufhört, kommt es je nach Grunderkrankung entweder wieder, wird durch andere Symptome begleitet oder verschlimmert sich, je länger die Grunderkrankung unerkannt bleibt. Dabei sind einige Auslöser von Erbrechen mit Blut gut behandelbar, etwa die Gastritis. Mit korrekter Behandlung durch den Arzt hört das Erbrechen mit Blut in diesen Fällen schnell wieder auf und auch andere Symptome lassen sich gut in den Griff bekommen.

Behandlung und Therapie

Das Erbrechen mit Blut selbst wird zunächst nicht behandelt, sondern es wird nach der Grunderkrankung gesucht. Erbrechen ist immer nur das Symptom, nicht jedoch die Erkrankung selbst. Der Arzt wird daher den Patienten fragen, wann das Erbrechen mit Blut das erste Mal aufgetreten ist, welche Farbe das Blut hatte und welche sonstigen Krankheitszeichen und Symptome er beobachtet hat. Auch die letzten verzehrten Speisen und missbräuchlich eingenommene Substanzen wird der Arzt kennen wollen.

Anschließend können Ultraschall- und Blutuntersuchungen folgen, bei wiederkehrendem Erbrechen mit Blut kann auch eine Magenspiegelung angeraten sein. Diese dient der Untersuchung von Speiseröhre und Magen und bei Bedarf der Entnahme einer Biopsie, etwa bei einem Magengeschwür. Manche Auslöser von Erbrechen mit Blut lassen sich medikamentös behandeln und der Patient braucht darüber hinaus nur Zeit und Ruhe.

Im Falle von [[Geschwür]en oder inneren Verletzungen dagegen muss operativ vorgegangen werden, um das Geschwür zu entfernen. Andernfalls bessert sich das Erbrechen mit Blut nicht mehr von allein. Falls der Patient noch während der Behandlung unter Übelkeit und fortgesetztem Erbrechen leidet, kann ein Antiemetikum gegen das Erbrechen verschrieben werden und auch Bauchschmerzen lassen sich gut behandeln.



Vorbeugung

Erbrechen mit Blut lässt sich durch Faktoren verhindern, die zur Vermeidung auslösender Grunderkrankungen geeignet sind. Der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und insbesondere (illegale) Drogen ist ein erster wichtiger Schritt, der die Gesundheit des Magen-Darm-Traktes sicherstellt. Zu den Drogen gehören aber nicht nur die illegalen Drogen, sondern auch legale pharmakologische Wirkstoffe, die die Magenschleimhaut schädigen können. Dazu gehört beispielsweise die als Schmerzmittel eingesetzte ASS (Acetylsalicylsäure).

Eine ballaststoffreiche Ernährung tut zudem nicht nur dem Darm, sondern auch schon dem Magen gut. Durch diese Lebensweise lassen sich Risikofaktoren für eine Reihe von Erkrankungen streichen, die für Erbrechen mit Blut sorgen können: Leberzirrhosen, die Gastritis und das Magengeschwür sind auf diese Weise wenig wahrscheinlich.

Tritt Erbrechen doch einmal auf, sollte genau beobachtet werden, wie sich der Zustand entwickelt, während immer genug Wasser getrunken wird, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Handelt es sich um unkontrolliertes, wiederkehrendes Erbrechen, sollte sich der Patient an den Arzt wenden, um es aufzuhalten, bevor es Magen und Speiseröhre zu stark reizt - denn auch das kann zu Erbrechen mit Blut führen, auch wenn es nur wenig sein wird und dies eine Ausnahme ist.

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