Erbrechen beim Baby

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. April 2017
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Erbrechen beim Baby hat meist keine schwerwiegenden Ursachen. Es kann allerdings auch sein, dass eine Erkrankung des Verdauungsapparats oder des Gehirns vorliegt. Eine Behandlung ist in jedem Fall wichtig

Inhaltsverzeichnis

Was ist Erbrechen beim Baby?

Kommt es zum Erbrechen beim Baby, ist das meist auf eine einfache Magenverstimmung zurückzuführen. Auch verschmutzte Milchflaschen und allgemein eine unzureichende Hygiene führen dazu, dass dem Baby schlecht wird und es erbrechen muss. Da die genaue Ursache nur schwer zu ermitteln ist, sollte in jedem Fall ein Arzt hinzugezogen werden. Dieser kann den Auslöser diagnostizieren und eine geeignete Therapie einleiten. Meist werden spezielle Elektrolyt-Lösungen und ähnliche Präparate verschrieben, die den Flüssigkeitsverlust beim Baby ausgleichen. Auch leichte Beruhigungsmittel und Zäpfchen werden genutzt, um die Beschwerden zu lindern.

Ursachen

Erbrechen beim Baby kann unterschiedlichste Ursachen haben. Durch die Eigenschaften des Erbrochenen kann ermittelt werden, was der Auslöser ist. Ist das Erbrochene beispielsweise sauer, kommt es direkt aus dem Magen und ist mit Magensäure vermengt. Die Ursache kann dann in einer Erkrankung des Magens liegen. Ist das Erbrochene grün-bräunlich, stammt es womöglich aus dem Dickdarm. Eine Dünndarmverengung ist dann nicht unwahrscheinlich.

Ist es schleimig oder gar blutig, liegt womöglich eine Bronchitis oder eine Magenentzündung vor. Stinkt es faulig oder enthält Kot, kann ein Darmverschluss oder eine Einstülpung eines Darmabschnitts, eine sogenannte Invagination, vorliegen. Schäumt das Erbrochene, liegt womöglich eine Vergiftung durch Spülmittel vor. Eine schnelle Behandlung ist dann unerlässlich.

Schwerwiegende Ursachen äußern sich durch Blut im Erbrochenen. Helles Blut beispielsweise, deutet auf eine Blutung im oberen Magenbereich oder an den Atemwegen hin. Braunes oder schwarzes Blut deutet auf eine Blutung im Magen oder ein Magengeschwür hin. Die Ursachen sind also vielfältig. Natürlich kann es auch sein, dass das Baby die Mahlzeit nicht verträgt und sie deshalb erbricht. Dies kommt zwar häufig vor, eine Untersuchung durch den Arzt sollte jedoch in jedem Fall erfolgen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Das Erbrechen beim Baby ist in den meisten Fällen kein Grund für einen Arztbesuch. Die Gewöhnung des Magens an die Nahrung führt bei fast jedem Baby zu einem Erbrechen. Dies gilt als natürlicher Vorgang, der beobachtet werden muss. Die Körpersysteme befinden sich bei einem Baby noch im Wachstum. Der Organismus muss erst lernen, wie das Zusammenspiel der einzelnen Organe am besten funktioniert.

Wird dem Baby zu viel Nahrung gegeben, kommt sie automatisch wieder heraus. Der Mageneingang ist bei einem Baby verengt. Gleiches gilt bei dem Übergang zwischen dem Magen und dem Darm. Aus diesem Grund werden häufige und gleichzeitig geringe Mahlzeiten gegeben. Sehen sich Eltern mit diesem Prozess überfordert, sind die Hebamme oder ein Arzt um Rat zu fragen. Sie geben wichtige Hinweise, die zu einer Reduzierung der Beschwerden führen.

Das Erbrechen beim Baby tritt ebenfalls bei der Umstellung der Nahrung auf. Dies ist ein natürlicher Vorgang, der auch bei Erwachsenen vorhanden ist und keinen Grund für einen Arztbesuch darstellt. Der Organismus muss sich allmählich an die neue Nahrung gewöhnen und benötigt dafür etwas Zeit. Die Beschwerden minimieren sich, wenn die Umstellung langsam und schrittweise erfolgt. Tritt das Erbrechen beim Baby außerhalb der Nahrungszufuhr auf, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.

Diagnose und Verlauf

Tritt das Erbrechen beim Baby wiederholt auf oder ist das Kind jünger als sechs Monate, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Dieser kann spezielle Zäpfchen gegen das Erbrechen verschreiben und bei besonders schweren Fällen eine Infusion einleiten. Darüber hinaus führt er verschiedene Untersuchungen durch, um die Ursache für das Erbrechen zu ermitteln. Je nachdem, welcher Verdacht vorliegt, wird der Bauch sorgfältig abgetastet, eine Röntgenuntersuchung durchgeführt oder Blut abgenommen. All diese Maßnahmen helfen dabei, Auffälligkeiten zu ermitteln und zur Genesung des Kindes beizutragen. Nicht zuletzt ist auch ein Gespräch mit den Eltern wichtig. In diesem wird geklärt, seit wann die Beschwerden auftreten, in welcher Intensität sie auftreten und ob es noch weitere Auffälligkeiten gibt.

Der Verlauf der Beschwerden hängt ganz davon ab, welche Ursache diagnostiziert wurde. Im Normalfall lässt sich dem Erbrechen durch die Verwendung erwähnter Präparate schnell beikommen und das Baby wird innerhalb weniger Tag wieder vollkommen gesund. Liegt eine schwerwiegende Erkrankung wie etwa ein Darmverschluss zugrunde, ist eine zeitnahe Behandlung essentiell, damit sich der Zustand des Kindes wieder besser.

Komplikationen

Ein Baby ist noch so klein und empfindlich, dass ihm an sich harmlose körperliche Reaktionen wie Erbrechen weit mehr ausmachen als einem Erwachsenen. Beim Erbrechen spielt besonders der Flüssigkeitsverlust eine Rolle. Einem Erwachsenen macht es meist wenig aus, einmal oder auch mehrmals hintereinander erbrechen zu müssen. Er holt den Flüssigkeitsverlust schnell wieder auf. Bei einem Baby geht das nicht so schnell. Hinzu kommt, dass Erbrechen beim Baby oft zu Nahrungsverweigerung führt, sodass das Baby zwar erbricht, aber gleichzeitig die Flüssigkeit nicht wieder auffüllt und deswegen im Eiltempo dehydriert wird.

Das wiederum kann sich negativ auf die Grunderkrankung auswirken und dafür sorgen, dass das Immunsystem es noch schwerer hat, Krankheitserreger zu töten. Insgesamt verschlechtert sich der Zustand des Babys damit rapide und macht es schlimmstenfalls erforderlich, das Baby intravenös im Krankenhaus mit Flüssigkeit versorgen zu lassen. Bei ansteckenden Krankheiten mit Erbrechen beim Baby besteht außerdem das Risiko, dass sich die Eltern anstecken. In diesem Zustand ist es für sie nicht minder anstrengend, sich um ihr krankes Kind zu kümmern. Um das zu vermeiden, sollte bei Erbrechen für äußerste Hygiene gesorgt werden, und zwar nicht nur im Kinderzimmer. Vor allem dort verhindert das aber auch, dass sich das Baby nach seiner Gesundung erneut ansteckt.

Behandlung und Therapie

Erbrechen beim Baby kann meist durch einfache Maßnahmen behandelt werden. So sollten Eltern das Baby zunächst beruhigen und beim Erbrechen halten. Wasser und Tee wirken dem Flüssigkeitsverlust entgegen und sollten dem Baby in regelmäßigen Abständen angeboten werden. Auch spezielle Reisschleim-Elektrolyt-Lösungen aus der Apotheke bieten sich an, da sie den Mineralverlust ausgleichen. Bindende Beikost wie Karotte, Apfel oder Banane sollten dem Baby ebenfalls angeboten werden.

Erbrechen beim Baby lässt sich auch durch viel Ruhe und Zuwendung kurieren. Dabei sollte die Mutter darauf achten, wie sich das Kind verhält. Ist es apathisch oder bewegt es sich viel? Schläft es viel oder wenig? Verlangt es häufiger als gewohnt nach der Flasche? Die Beantwortung dieser Fragen ist wichtig, um eine schnelle Genesung zu ermöglichen. Eltern, die sich unsicher sind, sollten bei Fragen einen Arzt kontaktieren. Gerade Babys verlieren durch Erbrechen sehr schnell verhältnismäßig viel Flüssigkeit und müssen dementsprechend behandelt werden. Idealerweise wird dem Erbrechen beim Baby von vornherein vorgebeugt.



Vorbeugung

Erbrechen beim Baby lässt sich nicht immer vorbeugen. Es ist allerdings möglich, das Risiko deutlich zu reduzieren, indem darauf geachtet wird, welche Nahrungsmittel das Kind verträgt und welche nicht. Auch die Vermeidung von Infektionskrankheiten sowie anderen Erkrankungen, die den Organismus des Babys belasten können, ist wichtig. Zuletzt muss auch auf strikte Hygiene geachtet werden. Milchreste müssen entsorgt werden und sollten nicht erneut aufgewärmt werden, damit sich keine Keime bilden. Sämtliche Flaschen und Zubehörteile sollten überdies in einem Wasserbad oder im Vaporisator abgekocht werden.

Befinden sich erkrankte Personen im Haushalt, sollten diese nach Möglichkeit keinen Kontakt zu dem Baby haben, damit sich die Erreger nicht übertragen. Generell ist es wichtig, auch als Elternteil auf eine ausreichende Hygiene zu achten, um das Risiko einer Erkrankung für das Kind möglichst gering zu halten.

Bücher über Kinderkrankheiten

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: DGPI Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Schellenberg, I. et al.: Kinderkrankheiten von A-Z: Wo Naturheilverfahren wirken - wann Schulmedizin nötig ist, 2. Auflage, TRIAS, 2012
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2014
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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