Enzymtherapie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. August 2016
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Die Ursprünge der Enzymtherapie reichen Tausende von Jahren zurück. Schon die indigenen Völker Südamerikas kannten die besonders heilkräftige Wirkung bestimmter Früchte wie Papaya und Ananas, deren Enzyme beispielsweise die Wundheilung fördern. Heutzutage setzt die Alternativmedizin dafür isoliertes und gereinigtes hoch konzentriertes Papain und Bromelain ein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Enzymtherapie?

Der Terminus Enzymtherapie bzw. systemische Enzymtherapie bezeichnet eine naturheilkundliche therapeutische Methode, bei der Enzym-Präparate zur Behandlung diverser Erkrankungen eingenommen werden.

Enzyme sind Eiweißstoffe, die normalerweise vom Körper selbst gebildet werden und die biochemische Reaktionen beeinflussen. Die auch Biokatalysatoren genannten lebenswichtigen Substanzen wirken reaktionsbeschleunigend oder verlangsamend. Wie essentiell die chemischen Stoffe für den Organismus sind, zeigt sich am Beispiel von Erkrankungen, die von einem Enzym-Defekt verursacht werden wie beispielsweise Stoffwechselstörungen und Fructoseintoleranz (Allergie gegen Fruchtzucker).

Die Enzym-Therapie hat eine vielfältige Wirkung, die für die meisten Anwendungsgebiete durch diverse klinische Studien bestätigt wird. Die Behandlungsmethode geht auf den deutschen Wissenschaftler Max Wolf zurück, der 1939 erstmalig isolierte tierische und pflanzliche Enzyme zur Eindämmung des Tumor-Wachstums einsetzte.

Anwendung und Funktion

Die Enzymtherapie eignet sich für diverse Anwendungsgebiete, da Enzyme grundsätzlich an allen Prozessen im Körper beteiligt sind. Das betrifft nicht nur alle Stoffwechselvorgänge, sondern auch die Tätigkeit des Immunsystems. Die in der systemischen Enzym-Behandlung eingesetzten Biokatalysatoren beeinflussen nicht nur das Abwehrsystem, indem sie sogar die herkömmliche Krebstherapie mit ihrer Strahlen- und Chemo-Behandlung unterstützt.

Enzyme wie Bromelain lösen Blutgerinnsel auf und beugen dank ihrer blutverdünnenden Eigenschaften wirksam Thrombosen und Venenentzündungen vor. Papain fördert Wundheilungsprozesse, lindert Schmerzen und hat entzündungshemmende Wirkung, sodass der Patient es gut zur Behandlung seiner rheumatischen Erkrankung verwenden kann.

Auch bei anderen Autoimmunerkrankungen ist das Enzym hilfreich. Mit seinen antibakteriellen Qualitäten unterstützt es außerdem Personen mit Atemwegserkrankungen und Infekten. Trypsin und Chymotrypsin beeinflussen die Verdauung positiv. Außerdem haben die Enzyme noch abschwellende Eigenschaften und können so zum Abbau von Ödemen beitragen.

Bei degenerativen Krankheiten wie Arthrose sind sie genauso hilfreich wie bei der Multiplen Sklerose. In der Krebstherapie setzt die Medizin sie vor allem zur Reduzierung der Nebenwirkungen ein, die von der Chemo- und der Strahlentherapie verursacht werden. Sie stärken das Immunsystem des Krebskranken und beeinflussen Tumor-Wachstum und Bildung von Metastasen positiv (Bromelain).

Methoden und Verfahren

Bei der Enzymtherapie gibt es lediglich ein Verfahren. Da die naturheilkundliche Behandlungsmethode systemisch wirkt, das heißt also, den gesamten Körper beeinflusst, wird auch kein weiteres Verfahren benötigt. In der Krebstherapie wird meist nicht nur ein Enzym in Form eines Fertigpräparats verabreicht, sondern Mittel mit Enzym-Kombinationen - der umfassenderen therapeutischen Wirkung willen.

Verwendet werden die eiweißspaltenden proteolytischen Enzyme Bromelain (aus dem gemahlenen Ananas-Strunk isoliert), Papain (aus dem Saft unreifer Papayas), Trypsin und Chymotrypsin (Bauchspeicheldrüsen-Enzym bei Schweinen und Rindern).

Was muss der Patient beachten?

Der Patient sollte vor dem Beginn einer systemischen Enzymtherapie unbedingt seinen behandelnden Arzt konsultieren - auch wenn die eingesetzten Enzyme unschädlich sind. Menschen mit starken Leberfunktionsstörungen, eingeschränkter Nierentätigkeit und gestörter Blutgerinnung führen - wenn überhaupt - ihre Enzymtherapie nur unter Aufsicht ihres Arztes durch. Er bestimmt die Kombination der Enzyme und die Höhe der täglichen Dosis.

Für erkrankte Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, ist die Methode nicht geeignet, da bei ihr um der besseren Wirksamkeit willen Präparate mit pflanzlichen und solche mit tierischen Enzymen kombiniert werden müssen.

Der Patient sollte beachten, dass Enzyme sich zwar nicht selbst verbrauchen, aber dennoch nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Ist ihre wichtige Aufgabe im Körper beendet und funktionieren sie dann nicht mehr bestimmungsgemäß, werden sie von anderen Enzymen zersetzt. Transporter-Eiweiße befördern ihre biochemischen Überreste über das Blut und die Lymphe in die ableitenden Harnwege, über die sie dann ausgeschieden werden. Die zugeführten Enzyme kommunizieren optimal mit den im Körper schon vorhandenen.

Ablauf und Durchführung

Verwendet werden nur für die betreffende medizinische Indikation geeignete, aus Pflanzen und Tier-Organen isolierte Enzyme in Form von Dragees, Tabletten oder Kapseln. Sie werden 60 bis 90 Minuten vor dem Essen mit etwas Flüssigkeit eingenommen. In manchen Fällen werden sie auch gespritzt. Die Fertigpräparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Da die zugeführten Enzyme wie die vom Körper selbst hergestellten zuerst passiv sind, benötigen sie bestimmte andere Enzyme, um ihre Aufgaben im menschlichen Organismus optimal erfüllen zu können. Mitunter sind dazu auch Coenzyme notwendig. Das sind strukturell unvollständige Substanzen (Hilfsenzyme), die die Tätigkeit der Biokatalysatoren unterstützen und dabei abgebaut werden.

Damit der Körper immer genügend Coenzyme zur Verfügung hat, sollte der Anwender der Enzym-Behandlung darauf achten, dass er genügend Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zu sich nimmt. Denn aus ihnen baut der Körper Coenzyme auf. Daher wird empfohlen, den Bedarf an Vitalstoffen über eine rohkostreiche Ernährung zu decken. Das kann über mehrere Obst und Gemüse Portionen täglich geschehen.

Sie sollten jedoch nicht mit stark eiweißhaltigen Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukten, Eiern oder Fisch zusammen verzehrt werden, weil sie sonst nur noch in geringer Menge dort im Körper ankommen, wo sie benötigt werden. In den für die Enzymtherapie eingesetzten Medikamenten sind die Wirkstoffe mit dem Flavonoid Rutosid kombiniert. Es intensiviert die entzündungshemmende Wirkung der Enzyme und hat zudem einen positiven Einfluss auf die Gefäße.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten der Enzymtherapie müssen grundsätzlich vom Patienten selbst getragen werden, da die gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Behandlungsmethode trotz ihrer durch Studien nachgewiesenen Wirksamkeit als nicht unmittelbar notwendig einschätzen. Auch Krebspatienten müssen ihre ergänzende Enzym-Behandlung selbst finanzieren.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

In manchen Fällen kann es bei Patienten, die sich einer systemischen Enzymtherapie unterziehen, zu Magen-Darm-Problemen wie Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Erbrechen und Übelkeit kommen.

Auch allergische Reaktionen auf einen oder mehrere Inhaltsstoffe kommen vereinzelt vor. Beachten sollte der Patient, dass die Enzyme eine stark blutverdünnende Wirkung haben, da sie den Fibrin-Abbau fördern. Daher sollten Erkrankte, die Blutgerinnungshemmer einnehmen, auf eine Enzymtherapie verzichten.

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