Entzündungen im Mund

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. April 2015
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Es gibt viele unterschiedliche Gründe, weshalb Entzündungen im Mund auftreten können. Oftmals handelt es sich um Infektionen; ebenfalls können toxische sowie allergische Reaktionen eine dementsprechende Erkrankung auslösen. Die Behandlungen sind oftmals darauf ausgerichtet, dass der Patient Mundspülungen oder auch Gels - zum Auftragen oder Spülen - erhält.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Entzündungen im Mund?

Eine Entzündung im Mund wird auch Stomatitis - die Entzündung der Mundschleimhaut - genannt. Die Ursachen sind unterschiedlich. Neben leichten Varianten gibt es auch relativ starke Entzündungen.

Diese treten oftmals mit Schluckbeschwerden bzw. Störungen auf, sodass selbst eine Mangelernährung oder Austrocknung des Patienten möglich ist. Der Mediziner muss im Vorfeld - bevor er eine Therapie verordnet - klären, ob es sich um eine infektiöse oder nicht infektiöse Entzündung handelt.

Ursachen

Es gibt relativ viele Gründe, weshalb eine Entzündungen im Mund auftritt. Häufig sind Bakterien dafür verantwortlich. Das sind unter anderem die Borrelia vincentii oder auch die Fusobacterium nucleatum Bakterien, welche in die Kategorie der nekrotisierenden Gingivostomatitis fallen. Selten kann auch der Mycobacterium tuberculosis eine Entzündung der Mundschleimhaut auslösen.

Auch Viren, wie etwa das HSV-1 oder auch das Coxsackie-Virus sind typische Erreger für Entzündungen. Selbst das Influenza-Virus kann für eine Entzündung im Mund sorgen. Auch Pilze - wie der Candida albicans - können eine Entzündung auslösen. Aber es müssen nicht immer infektiöse Gründe vorliegen. Der Patient kann eine Entzündung im Mund durch allergische Reaktionen bekommen. Auch toxische Reaktionen, wie etwa Verätzungen, Vergiftungen durch Metall oder auch eine extrem hohe Hitzeeinwirkung können mitunter einen Entzündungsgrund darstellen.

Selbst physikalische Irritationen, wie etwa heiße Speisen oder auch zu harte Zahnbürsten, verursachen Beschwerden. Weitere Gründe sind etwa systemische Erkrankungen. Dazu zählen die Kollagenose, das Stevens-Johnson-Syndrom oder auch Morbus Behcet. Auch entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie, Pemphigoid oder Skorbut wie Leukämie sind klassische Ursachen. In Frage kommen auch sexuell übertragbare Krankheiten wie Syphilis oder Gonorrhoe. Ebenfalls leiden viele Patienten, welche starke Medikamente einnehmen, immer wieder an Entzündungen im Mundraum. Selbst zu viel Alkohol wie Nikotin können oftmals, wie scharfe Gewürze oder Vitaminmangel, der Auslöser sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Entzündung im Mund:

Die Symptome einer Entzündung im Mund sind vielseitig. Vorwiegend klagt der Patient über eine Rötung im Mund- und Rachenraum, einer Schwellung sowie einen relativ großen und fleckenförmigen Zungenbelag. Ebenfalls leidet der Patient unter starkem Mundgeruch sowie Blutungen der Schleimhaut. Selbst Läsionen im Mundraum sind möglich. Viele Patienten klagen des Weiteren über Schmerzen, ein Taubheitsgefühl sowie ein Brennen.

Weitere Symptome sind unter anderem ein Geschmacksverlust, Aphten sowie Schluckbeschwerden. Selten kann auch eine Bläschenbildung im Mund- und Rachenraum entstehen. Die Entzündung kann mitunter großflächig ausfallen, sodass viele Patienten über Schmerzen im gesamten Mundbereich berichten. Andere Betroffene klagen immer nur über lokale Schmerzen, die sich jedoch nicht im gesamten Mundraum ausbreiten.

Liegt eine Gingivostamitis herpetica vor, leidet der Patient unter den oben angeführten Symptomen. Des Weiteren folgt Fieber; nach rund 12 Tagen treten Läsionen im Mundbereich auf. Bei der Erkrankung durch Candida albicans entsteht eine Überwucherung durch den Pilz. Diese Krankheit tritt jedoch nur bei immungeschwächten Personen auf (etwa Patienten, welche an AIDS erkrankt sind). Bei starken Entzündungen sind Mangelernährung sowie eine Austrocknung des Patienten möglich.

Diagnose

Der Mediziner stellt die Diagnose auf Grund des Erscheinungsbildes. Er macht sich sozusagen selbst ein Bild und untersucht den Mundraum des Patienten. Klagt der Patient über eine immer wiederkehrende Entzündung, so entnimmt der Arzt eine Viren- sowie Bakterienkultur. Des Weiteren kann der Arzt ein Blutbild anfertigen lassen. Hier überprüft er etwa das Vitamin B12, Zink sowie Folat und das Serum-Eisen. Bei der Entzündung ist wichtig, dass die Ursache diagnostiziert wird. Nach dem Ursprung richtet sich im Endeffekt die Therapie und Behandlung.

Behandlung

In erster Linie wird eine medikamentöse Therapie verordnet. Diese erfolgt lokal mittels diversen Mundspüllösungen und Gels. Der Patient erhält etwa Dexpanthenol sowie ein Vitamin B-Derivat (oftmals Bepanthen) sowie Desinfektionsmittel (hier wird gerne Chlorhexidin verabreicht). Des Weiteren erhält der Patient Schmerzmittel in Form von Paracetamol sowie Ibuprofen und topische Salicylaten.

Ebenfalls verordnen viele Ärzte Antihistaminika sowie Arzneimittel, die für den Aufbau eines Schutzfilms im Mundbereich sorgen. Hier bietet sich etwa Sucralfat an. Ist die Infektion auf Grund von diversen Krankheitserregern aufgetreten, werden immer wieder Antiviralia (etwa HSV-Stomatitis) sowie Antibiotika verordnet. Des Weiteren verordnen Ärzte immer wieder Antimykotika (Candidose).

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es auch die Möglichkeit der pflanzlichen Therapie. Hier empfiehlt der Mediziner das Spülen mit Kamille, Malve sowie Salbei. Auch Myrrhe, Pfefferminze sowie Sanddorn lindern die Entzündungen im Mund. Diverse pflanzliche Therapien sind jedoch nur zielführend, wenn es sich um leichte Entzündungen im Mundraum handelt.

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Vorbeugung

Grundsätzlich kann der Patient eine Entzündung im Mundraum vorbeugen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass er für eine gute Mundhygiene sorgt bzw. allfällige Zahnprothesen regelmäßig reinigt. Ebenfalls helfen eine gute Befeuchtung der Mundschleimhaut sowie der Schutz vor Irritationen sowie Verletzungen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Hikmet kommentierte am 31.05.2016 um 19:36 Uhr

Ich habe ein ernstes Problem und eine gesundheitliche Frage. Seit wenigen Wochen bemerke Ich eine schwerwiegende Schwellung im Mund, die ich schon selbst versucht habe zu behandeln. Ebenfalls ein Rat vom Arzt konnte die Schwellung nicht beenden. Im Internet findet man ja heute viele tolle Diagnosen, alles bis hin zu Tumoren, daher wende Ich mich an eine vertrauenswürdige Seite: Wie kann ich meine Schwellung nun behandeln, um endlich wieder vernünftig essen zu können?