Entzündung der Achselhöhle

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Juli 2017
Gesundpedia.deKrankheitenEntzündung der Achselhöhle

Die Achselhöhle ist gerötet, sie brennt und vielleicht kommt Juckreiz hinzu. Die meisten Menschen erkennen hierin von alleine eine Entzündung der Achselhöhle.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Entzündung der Achselhöhle?

Eine Entzündung der Achselhöhle spielt sich meist auf der Haut ab liegt in den Schweißdrüsen begründet. Die Ausmaße einer solchen Entzündung können jedoch ganz unterschiedlich sein. Es kann sich lediglich um einen einzelnen entzündeten Pickel oder einen kleinen Schnitt durch die Rasur handeln. Genauso kann sich eine Entzündung der Achselhöhle weitflächig ausdehnen und den Großteil der Achselhöhle betreffen. Je nach Ausprägung ist die Entzündung kaum spürbar - oder aber es wird schwierig, Kleidung zu tragen, da jeder Berührungskontakt schmerzt.

Schlimmstenfalls kommt es durch die Entzündung der Achselhöhle zur Bildung eines Abszesses, der sich nach innen entleert und in komplizierten Fällen zu einer Blutvergiftung führen kann. Eine Entzündung der Achselhöhle sollte deswegen spätestens dann dem Arzt vorgestellt werden, wenn sie großflächig wird oder sich nach wenigen Tagen nicht von allein wieder zurückbildet. Der Arzt kann den Betroffenen auch darüber aufklären, wie sich eine Entzündung der Achselhöhle künftig vermeiden lässt.

Ursachen

  Neben gesundheitlichen Risikofaktoren kommen als Ursachen für eine Entzündung der Achselhöhle vor allem hygienische Aspekte in Frage. Die Rasur der Achselhöhle kann schon ausreichen, um bei sensibler Haut zu einer Entzündung zu führen. Da unter den Armen oft direkt danach ein Deodorant aufgetragen wird, ist die Entzündung nicht mehr fern. Die Haut wird durch das Deo nur noch zusätzlich gereizt und es kann zu Rasurpickeln mit Entzündungen in der Folge kommen. Auch könnten durch winzige Schnittverletzungen durch die Rasur Krankheitserreger unter die Haut eindringe und eine Entzündung der Achselhöhle hervorrufen.

Übergewichtige Menschen entwickeln schnell deswegen eine Entzündung der Achselhöhle, da sie mehr Flüssigkeit absondern und somit unter den Armen vermehrt schwitzen. Ohne sehr gründliche Körperhygiene staut sich der Schweiß und die Schweißdrüsen können verstopfen und sich entzünden. Auch Raucher gehen ein vermehrtes Risiko ein, an einer Entzündung der Achselhöhle zu erkranken. Dasselbe gilt für Personen mit geschwächtem Immunsystem, sei es durch bestehende Erkrankungen oder medikamentöse Behandlung.

Wann zum Arzt?

Eine Entzündung der Achselhöhle wird in den meisten Fällen durch ein eingewachsenes Haar verursacht. In anderen Fällen sind kleinere Pickel für eine Entzündung verantwortlich. Natürlich muss in solchen Fällen nicht direkt ein Arzt aufgesucht werden, denn kleinere Entzündungen in dieser Region klingen meistens von alleine wieder ab.

Allerdings kann sich in manchen Fällen auch eine schwere Entzündung entwickeln, die eine ärztliche und medikamentöse Behandlung erfordert. Wird die betroffene Stelle von Bakterien und Viren infiziert, dann kann sich die bestehende Entzündung erheblich verschlimmern. Die Bildung von Eiterflüssigkeit ist ein erstes Warnzeichen, bei dem umgehend ein Arzt konsultiert werden sollte. Wer an dieser Stelle auf eine Behandlung durch einen Arzt verzichtet, der setzt sich einer großen Gefahr aus.

Aus diesem Grund gilt: Wer eine Entzündung in der Achselhöhle hat, der darf mit einem Besuch beim Arzt nicht lange warten. Nicht selten entsteht aus einer einfachen Entzündung sogar ein Abszess. Ein Abszess ist ein Hohlraum, der mit Eiter gefüllt ist. Gelangen die darin befindlichen Bakterien und Viren in den Blutkreislauf, so kann im schlimmsten Fall sogar eine Blutvergiftung entstehen. Wer die oben genannten Komplikationen vermeiden möchte, der sollte sich daher früh genug in ärztliche Behandlung begeben. So dürfte bereits nach wenigen Tagen eine deutliche Besserung zu erkennen sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Entzündung der Achselhöhle:

Eine Entzündung der Achselhöhle ist immer optisch zu erkennen. Dabei spielt jedoch die Art der Entzündung eine Rolle. Einen Pickel erkennt sicherlich jeder, schwieriger wird es mit einem Abszess - dieser ähnelt dem Pickel, er könnte sich jedoch nach innen entleeren. Bei entzündeten Schweißdrüsen rötet sich die Haut großflächig. Betroffene bemerken in jedem Fall eine Rötung der Haut, womöglich brennt und juckt sie stark und das Heben des Arms bereitet Schmerzen.

Die Haut fühlt sich an der betroffenen Stelle unangenehm warm an. Selbst in Ruheposition des Armes kann es zu einem Spannungsschmerz kommen. Je nach Schwere der Entzündung der Achselhöhle vergeht sie binnen weniger Tage von allein wieder, oder aber sie hält sich hartnäckig und bleibt bestehen, wenn sie nicht behandelt wird. Besonders riskant ist ein Abszess. Platzt dieser nach innen auf, kann der Eiter nicht abfließen und verbleibt im Körper. Dadurch kommt es schlimmstenfalls zu einer Blutvergiftung.

Diagnose

Der Arzt erkennt oft auf den ersten Blick, um welche Art von Entzündung der Achselhöhle es sich handelt. Er wird den Patienten dazu befragen, wie lange seine Symptome schon bestehen, ob Grunderkrankungen bestehen und ob der Patient raucht. Es ist meist nicht notwendig, eine Bakterienkultur anzulegen. Ausnahmen bestehen dann, wenn der Patient ein geschwächtes Immunsystem hat oder sich die Entzündung der Achselhöhle hartnäckig hält und bislang auf nichts reagiert hat, was der Patient möglicherweise schon selbst unternommen hat.

Komplikationen

Durch die Beschwerden kann es zu Pickeln und Hautunreinheiten kommen. Werden diese nicht ausreichend steril versorgt, entstehen offene Wunden. Durch die Hautöffnungen ist es Keimen möglich, in den Organismus zu gelangen und als Krankheitserreger Ursache verschiedener Erkrankungen sein. In den Pickeln sammelt sich Eiter. Fließt dieser nicht ab oder wird er verunreinigt, ist eine Blutvergiftung eine mögliche Folge. Durch die Entzündung kann sich ein Abszess bilden. Eingewachsene Haare in der Achselhöhle lösen Bewegungsbeschwerden, Juckreiz und Unannehmlichkeiten aus. Ein brennendes Hautempfinden, das sich im Kontakt mit Hygienemittel häufig verstärkt ist oftmals gegeben.

Hautrötungen stellen sich ein, die sich ausbreiten können. Eine Schädigung der Schweißdrüsen führt zu einem Rückstau der Körperflüssigkeiten und kann Ansammlungen verursachen. Dauerhafte Verletzungen der Drüsen sind möglich. Die Entzündung kann durch eine Erkrankung der Lymphe ausgelöst werden. Schwellungen, Druckbeschwerden und Schmerzen können auftreten. Es besteht die Möglichkeit einer Tumorerkrankung. Entzündungen können sich jederzeit im Organismus ausbreiten und zu einer erhöhten Körpertemperatur führen. Herzrasen und Bluthochdruck sind weitere Komplikationen, die als Folgeerscheinungen auftreten. Veränderte Armbewegungen lösen Muskelbeschwerden aus. Es besteht die Gefahr einer einseitigen körperlichen Belastung, die zu einer Fehlhaltung des Oberkörpers führt. Schmerzen und Muskelkater treten auf, die sich ausbreiten können.

Behandlung und Therapie

Die Art der Behandlung einer Entzündung der Achselhöhle richtet sich danach, woher die Entzündung rührt. Bei entzündeten Schweißdrüsen hilft Ringelblumensalbe. Diese ist frei erhältlich und darf nach Bedarf aufgetragen werden. Dabei muss auf hygienische Bedingungen geachtet werden, Händewaschen vor dem Auftragen ist Pflicht. Besser noch wird die entzündete Haut gar nicht berührt, sondern die Salbe mit einem Wattestäbchen aufgetragen.

Ein entzündeter Pickel in der Achselhöhle reagiert ebenfalls gut auf Ringelblumensalbe, er darf jedoch niemals selbst aufgestochen werden. Dies würde die Entzündung nur verschlimmern und der Patient unterschätzt zudem die Empfindlichkeit der Achselhöhle. Erschrickt er sich letztlich vor dem unerwarteten Schmerz, fügt er sich womöglich schlimmere Verletzungen zu. Wird daraus ein problematischer Abszess, so kann in den ersten Tagen versucht werden, ihn mit einer teerhaltigen Salbe zu behandeln.

Bestenfalls lässt sich der Abszess dadurch zurückdrängen. Tut er das jedoch nicht, muss er chirurgisch eröffnet werden, um das Risiko zu beseitigen, dass er sich nach innen öffnet und weit größere Komplikationen verursacht. Je nach Schwere des Abszesses in der Achselhöhle genügt die Eröffnung und Ausleitung des Eiters, der Patient darf danach wieder nach Hause. Bei großen Abszessen benötigt er nach dem Eingriff noch für einige Tage eine Drainage. Bei Entzündung der Achselhöhle sind solche großen Abszesse aber eher selten.



Vorbeugung

Risikopatienten wie Raucher ober übergewichtige Menschen haben es schwer, eine Entzündung der Achselhöhle gänzlich zu vermeiden. Die regelmäßige Rasur und das Auftragen eines Deodorants danach sind jedoch auch bei gesunden Menschen für eine Vielzahl an Entzündungen der Achselhöhle verantwortlich. Manche Menschen vertragen die regelmäßige Rasur schlichtweg nicht, einigen ist selbst die einmalige Rasur zu viel.

Um entzündete Achselhöhlen zu vermeiden, sollten sie entweder seltener rasieren oder auf eine andere Enthaarungsmethode umsteigen. Es bieten sich Enthaarungscremes, Warm- oder Kaltwachs sowie das Epilieren an. Wenn diese besser vertragen werden, sollten die Achseln künftig nur noch auf diese Weise enthaart werden. Bei übergewichtigen Menschen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem ist eine gründliche Hygiene unter den Armen wichtig. Angestaute Feuchtigkeit sollte vermieden werden, da sie zu Verstopfungen der Talgdrüsen führt und in entzündeten Schweißdrüsen gipfeln kann.

Bücher über Hautkrankheiten

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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