Entzündeter Rachen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Oktober 2016
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Ein entzündeter Rachen ist ein häufig auftretendes Symptom. Insbesondere in der kalten Jahreszeit treten entsprechende Symptome häufiger auf. Ärzte sprechen dann meist von einer Pharyngitis.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein entzündeter Rachen?

Ein entzündeter Rachen zählt zu den häufigsten Krankheitssymptomen. Meist tritt er im Rahmen eines grippalen Infekts auf. In der Medizin trägt eine Rachenentzündung die Bezeichnung Pharyngitis. Sie kann sowohl einen akuten als auch einen chronischen Verlauf nehmen. Hervorgerufen wird die Entzündung im Rachenraum in den meisten Fällen durch Viren, mitunter auch durch Bakterien. Nicht selten ist ein entzündeter Rachen auch ansteckend oder greift auf die Schleimhäute von Kehlkopf und Nase über. Als typisches Symptom der Rachenentzündung gelten Halsschmerzen.

Grundsätzlich zeigt sich ein entzündeter Rachen in jedem Lebensalter. Besonders betroffen sind jedoch Kinder. Oftmals tritt ein entzündeter Rachen in Herbst und Winter auf, wenngleich er auch in den Frühjahrs- und Sommermonaten vorkommen kann. In der kalten Jahreszeit wird die Schleimhaut des Rachens jedoch durch die kalte trockene Winterluft und die warme Heizungsluft beeinträchtigt. Weil die Schleimhaut deswegen leichter austrocknet, büßt sie an Abwehrkraft ein.

Entzündeter Rachen (Pharyngitis): Entzündung der Rachenschleimhaut.

Ursachen

Zu einem entzündeten Rachen kann es aus unterschiedlichen Gründen kommen. In den meisten Fällen wird eine akute Rachenentzündung durch eine Virusinfektion hervorgerufen. Bei den Auslösern handelt es sich um Rhinoviren, Parainfluenzaviren, Coronaviren oder Adenoviren, die als typische Erkältungserreger gelten. Mitunter sind aber auch Bakterien für eine Entzündung des Rachens ursächlich. So besteht durch die Virusinfektion eine Vorschädigung der Rachenschleimhaut, wodurch die Bakterien ideale Bedingungen für ihre Vermehrung vorfinden.

Zu den häufigsten bakteriellen Auslösern einer Pharyngitis zählen Streptokokken aus der Serogruppe A. Bei erwachsenen Menschen entstehen nur etwa 10 Prozent aller Rachenentzündungen durch A-Streptokokken, während Kinder mit bis zu 40 Prozent einen deutlich höheren Erkrankungsanteil aufweisen. Weitere Bakterien, die einen entzündeten Rachen hervorrufen können, sind Haemophilus influenzae sowie Pneumokokken.

Die Übertragung der Mikroorganismen von einem Menschen auf den anderen findet durch Tröpfcheninfektion statt. So werden das Nasensekret oder der Speichel beim Niesen bzw. Sprechen weitergegeben. Nicht selten erkrankt die gesamte Familie oder ein großer Teil der Schulklasse an einer Rachenentzündung. Eine chronische Entzündung des Rachens kommt seltener vor. Sie wird zumeist durch chronische Reizungen der Rachenschleimhaut verursacht. Zu den häufigsten Reizstoffen gehören trockene Luft, die u. a. durch Klimaanlagen entstehen kann, Zigarettenrauch, eine behinderte Nasenatmung, die zu ständiger Mundatmung führt, sowie staubhaltige Luft.

Als weitere Auslöser gelten Allergien, zu heißes oder zu scharfes Essen, ein Mangel an Vitamin A, Reizgase, Kontakte zu Chemikalien, Strahlung im Rahmen einer Strahlentherapie, Störungen des Stoffwechsels wie eine Unterfunktion der Schilddrüse oder die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie Umweltgifte. Bei Frauen ist mitunter auch die Hormonumstellung, die während der Wechseljahre auftritt, für einen chronisch entzündeten Rachen verantwortlich.

Eine typische Erscheinung der Rachenentzündung ist ein trockenes Gefühl in der Halsregion. Im weiteren Verlauf kommt es zu Halskratzen oder Halsbrennen, wodurch auch das Schlucken schwieriger wird. Nicht selten muss sich der Erkrankte räuspern. Schließlich zeigen sich Halsschmerzen, die sich vor allem beim Schluckvorgang bemerkbar machen. In manchen Fällen kann sogar das Sprechen Schmerzen bereiten.

Ist der Rachen chronisch entzündet, fallen die Beschwerden leichter aus, werden aber dennoch als belastend empfunden. So leiden die Patienten unter einem trockenen Gefühl im Rachenraum und räuspern ständig. Außerdem wird zäher Schleim abgehustet. Manche Betroffene haben zudem das Gefühl, einen Fremdkörper im Hals zu haben. Auch Beeinträchtigungen beim Schlafen sind keine Seltenheit.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Besteht Verdacht auf eine Rachenentzündung, kann ein Besuch beim Arzt hilfreich sein. Dieser überprüft, ob es sich um eine akute oder chronische Pharyngitis handelt. Falls nötig, führt er weitere Untersuchungen durch. Dabei kontrolliert er den Rachenraum auf eine gerötete Rachenwand, die ein sicherer Hinweis auf einen entzündeten Rachen ist. Nimmt der Arzt an, dass es sich um eine bakterielle Infektion handelt, führt er einen Schnelltest auf A-Streptokokken durch, um die Diagnose sicherzustellen. Mithilfe eines Abstrichs aus dem Rachenraum lässt sich zudem eine Bakterienkultur anlegen, um den genauen Krankheitsauslöser zu bestimmen.

Im Falle einer chronischen Rachenentzündung nimmt der Arzt eine Spiegeluntersuchung vor. Auf diese Weise ermittelt er die Form der Pharyngitis. Wertvolle Hinweise liefert zumeist schon die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten. In der Regel wird auch die Nase untersucht, um eventuelle Behinderungen der Nasenatmung zu diagnostizieren. Des Weiteren gilt es, mögliche andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen wie das Plummer-Vinson-Syndrom oder das Sjögren-Syndrom, auszuschließen. Der Verlauf eines entzündeten Rachens richtet sich danach, wie schnell die Therapie einsetzt. Mitunter entsteht aus einer akuten Rachenentzündung eine chronische Pharyngitis. Werden beide Formen jedoch fachgerecht behandelt, ist ihre Prognose in der Regel positiv.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung eines entzündeten Rachens hängt davon ab, ob es sich um eine akute oder chronische Form handelt. Bei einer akuten Pharyngitis, die von Bakterien ausgelöst wird, erhält der Patient oft Antibiotika. Bei einem viralen Befall sind diese jedoch nicht hilfreich, weil sie keine Wirkung gegen Viren entfalten können. Im Rahmen einer viralen Rachenentzündung steht das Behandeln der Symptome im Vordergrund. Dabei kann der Patient auch selbst aktiv werden, indem er mit Salbei, Eukalyptus oder Kamille gurgelt, schmerzlindernde Lutschtabletten zu sich nimmt und den Hals nicht zusätzlich reizt.

Das bedeutet, dass er auf den Genuss von Tabak und sehr heißen bzw. scharfen Mahlzeiten verzichtet. Das Trinken von warmen Tees wie beispielsweise Kräutertees gilt jedoch ebenso wie körperliche Schonung als sinnvoll. Wenn der Rachen chronisch entzündet ist, bedarf es einer genauen Abklärung der Ursachen. Lassen sich diese erfolgreich behandeln, heilt auch die chronische Pharyngitis ab. Liegt eine Behinderung der Nasenatmung vor, besteht die Option eines operativen Eingriffs.



Vorbeugung

Einem akut entzündeten Rachen lässt sich nur auf indirekte Weise vorbeugen. Dabei ist es wichtig, sich gesund zu ernähren und viel zu bewegen. Einer chronischen Rachenentzündung lässt sich durch das Vermeiden der auslösenden Reize entgegenwirken. Dazu gehören ein maßvoller Konsum von Zigaretten und Alkohol.

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