Entzündete Augen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Oktober 2016
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Entzündete Augen sind der umgangssprachliche Begriff für die Bindehautentzündung oder Konjunktivitis. Hierbei bilden sich in den Tränendrüsen und -kanälen der Bindehaut Entzündungen, die zu Rötungen und tränenden Augen führen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind entzündete Augen?

Entzündete Augen entstehen durch den Kontakt verschiedener Gewebe des Auges mit Krankheitserregern. Am häufigsten ist die Bindehautentzündung oder Konjunktivitis, es können sich jedoch auch andere Teile des Auges entzünden - etwa die Hornhaut oder die mittlere Augenhaut. Diese Entzündungen sind jedoch recht selten. Typische Anzeichen entzündeter Augen sind trockene und juckende Augen, sichtbare Rötungen und vermehrte Tränenbildung.

In den Rändern der Augen kann sich vermehrt Eiter bilden, bei schwerwiegend entzündeten Augen können die Augenlider morgens stark verklebt sein. Die Gesichtshaut rund ums Auge trocknet bei entzündeten Augen nicht selten mit aus, da sie mit der Tränenflüssigkeit oder mit gelegentlichem Reiben der Augen durch den Patienten konfrontiert ist. Häufig klingen die Symptome entzündeter Augen von alleine wieder ab, nur in schweren Verläufen ist ein ärztliches Eingreifen zwingend erforderlich. Viele Patienten empfinden die Symptome entzündeter Augen aber als so unangenehm, dass sie auch bei leichter Infektion den Augenarzt konsultieren oder selbst behandeln.

Ursachen

Entzündete Augen liegen am Kontakt des Auges mit Bakterien, seltener auch mit Viren. Das menschliche Auge ist grundsätzlich natürlich ständig mit Keimen konfrontiert, bei einem gesunden Immunsystem und allgemein guter Augengesundheit passiert allein dadurch aber noch nichts. Risikofaktoren für entzündete Augen sind nun aber leider nicht selten, bereits trockene oder angestrengte Augen können anfällig sein. Ein kontinuierlicher Windzug reicht aus, um das Auge so weit auszutrocknen, dass Bakterien es leichter haben.

Auch eine allgemeine Immunschwäche trägt zu Augeninfektionen bei. Häufig verschlimmert der Mensch die entzündeten Augen noch selbst, indem er reibt oder kratzt, da sie jucken oder sich unangenehm anfühlen, wenn sie trocken sind. Dadurch aber verbreiten sich die Krankheitserreger weiter und können sich außerdem gut vermehren oder auch auf andere Personen übertragen. Es gibt somit zwar nur Krankheitserreger als tatsächliche Ursache entzündeter Augen. Bestimmte Risikofaktoren in der Umwelt belasten das Auge jedoch so stark, dass Entzündungen wahrscheinlich werden, darunter zugige Räume oder auch zu langes Tragen von Kontaktlinsen. Ähnliche Symptome wie eine Augenentzündung weisen aber auch manche Allergien auf, insbesondere Pollenallergien.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Entzündete Augen sind den meisten Patienten anzusehen. Rötungen rund ums Auge sowie im Auge selbst, vermehrter Tränenfluss oder Eiter im Augenwinkel sind offensichtlich. Es kann dabei sein, dass nur ein entzündetes Auge vorliegt, es können jedoch auch beide Augen gleichzeitig betroffen sein. Nicht selten sind Übertragungen der Infektion, denn die Augen liegen nicht weit voneinander entfernt. Leicht entzündete Augen heilen meist nach wenigen Tagen von allein wieder ab, das gilt insbesondere für die leichte Bindehautentzündung.

Schwer entzündete Augen profitieren dagegen von einer Behandlung mit wirkstoffhaltiger Augencreme, die die Keime bestmöglich abtötet und dadurch schneller zum Abheilen führt. Es kann je nach Schwere und Stelle des Infekts kann es allerdings einige Tage dauern, bis sich das entzündete Auge sichtlich bessert. Kontaktlinsen sollten in der Zeit des Abheilens allerdings nicht getragen werden, denn darunter sammeln sich vorhandene Keime nur und werden auch von Medikamenten gegen die Augenentzündung nur schwer erfasst. Sehbehinderte Patienten müssen eine Brille tragen, bis die Entzündung wieder vollständig abgeklungen ist.

Behandlung und Therapie

Entzündete Augen sind unangenehm und lästig, brauchen aber bei leichtem Verlauf meist gar keine gesonderte Behandlung. Insbesondere die Bindehautentzündung lässt sich im Nachhinein meistens auf ein Ereignis als Auslöser zurückführen, etwa eine Autofahrt mit direktem Zugwind. Sie braucht nur wenige Tage, während derer sie sich von allein wieder bessert. Da entzündete Augen aber für den Patienten so unangenehm sind, empfehlen sich Hausmittel wie mit Kamillentee getränkte Wattepads, die lauwarm vorsichtig einige Minuten auf das entzündete Auge gehalten werden. Der Patient wird selbst merken, was angenehm ist und wann das Wattepad wieder vom Auge entfernt werden kann.

Sollten die entzündeten Augen morgens nach dem Aufstehen verklebt sein, unterstützt ein Kamillentee-Pad übrigens auch die schonende Reinigung des Auges. In Kräutertees sind antibakterielle Wirkstoffe enthalten, die die natürliche Heilung unterstützen - selbst Augenärzte empfehlen bei nur leicht entzündeten Augen gerne dieses Hausmittel. Sind die entzündeten Augen klebrig oder hält der Infekt länger an, empfehlen sich dagegen antibakterielle Medikamente in Form von Augensalben oder Augentropfen. Letztere sind für den Patienten oft leichter anzuwenden als die Salbe.

Mit dem jeweils richtigen Wirkstoff werden Augentropfen auch bei anderen Entzündungsherden des Auges verschrieben, da sie für den Patienten vergleichsweise leicht anzuwenden sind. Wird das entzündete Auge lichtempfindlich, kann der Patient eine Augenklappe erhalten. Diese wird eher bei Kindern empfohlen, da sie für Erwachsene im Alltag schwer zu tragen ist. Bei Allergien werden die Symptome tränender, geröteter Augen zwar ebenfalls behandelt, wenn der Patient unter ihnen leidet, die ursächliche Behandlung erfolgt jedoch gegen die Allergie.



Vorbeugung

Entzündete Augen passieren jedem sicherlich mehrmals im Leben. Insbesondere die Bindehaut entzündet sich schnell, bei Kindern sogar noch eher und schwerer als bei Erwachsenen. Um dies zu vermeiden, hilft es, spürbare Windzüge in Räumen oder Fahrzeugen möglichst zu vermeiden. Das bedeutet, auch die Klimaanlage im Auto darf nicht direkt in die Augen pusten, denn das kann sie so sehr austrocknen, dass Bakterien ein leichtes Spiel haben.

Entzündete Augen lassen sich auch dadurch vermeiden, dass Kontaktlinsen nach der vorgeschriebenen Zeit ausgetauscht werden. Tageslinsen sind kaum eine Bedrohung für die Augengesundheit, Monatslinsen dagegen müssen nach 30 Tagen durch neue Linsen ersetzt werden. Andernfalls sammeln sich unter der Kontaktlinse möglicherweise Keime, die entzündete Augen nach sich ziehen können. Bei Augentrockenheit durch viel Bildschirmarbeit, trockene Heizungsluft oder andere Einflüsse helfen Lipid-Tropfen für die Augen. Diese befeuchten sie und helfen gegen die riskante Austrocknung.

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