Enthaarungscreme

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. September 2016
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Enthaarungscreme ist ein kosmetisches Hilfsmittel, das Körperbehaarung nahezu auflöst oder zumindest sehr dünn und brüchig macht. Sie kann anschließend mit einem Spatel abgekratzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Enthaarungscreme?

Enthaarungscreme wird zu Hause angewendet, um Körperbehaarung an wenig empfindlichen Stellen zu entfernen. Für Schleimhäute ist Enthaarungscreme ungeeignet, angewendet werden kann sie dagegen großflächig etwa auf Armen, Beinen, Bauch und bei Verträglichkeit auch unter den Achseln. Frauen tragen sie auch auf der Oberlippe zur Entfernung sichtbarer dunkler Härchen auf. Da Enthaarungscreme meist durch aggressive Salze wirkt, würde sie die Schleimhaut zu stark reizen und sollte deshalb wenn, dann nur am Rand der Bikinizone angewendet werden.

Die Enthaarungscreme dünnt die Körperbehaarung so stark aus, dass sie entweder von allein abfällt oder mit einem kleinen Spatel zusammen mit der Creme abgekratzt werden kann. Enthaarungscreme sorgt dafür, dass die Haare mit sehr feiner Spitze nachwachsen und dadurch unsichtbar bleiben, allerdings brauchen sie für die nächste Behandlung eine gewisse Länge und sind dann durchaus bereits sichtbar.

Wirkung und medizinische Anwendung

Eine medizinische Anwendung für die Enthaarungscreme gibt es nicht - wenn eine Enthaarung erforderlich ist, werden die Haare im Regelfall rasiert, etwa vor einer Operation. Enthaarungscreme ist im kosmetischen Bereich anzusiedeln. Viele Produkte basieren auf Kalium- oder Ammoniumsalzen, die die Haarstruktur angreifen und das Haar auf diese Weise schwächen. Genauer gesagt spalten sie die Disulfidbrücken der Haare auf, was vergleichbar mit dem Haarefärben ist - allerdings wird die Haarstruktur durch Enthaarungscreme bewusst und stark geschädigt, damit das Haar so leicht wie möglich zu entfernen ist.

Anschließend wird die Enthaarungscreme nach einer gewissen Einwirkzeit, die meist wenige Minuten beträgt, mit einem Spatel abgeschabt. Dabei lösen sich auch die zerstörten Haare ab. Sie brechen dabei an der Stelle, an der sie an die Hautoberfläche dringen, darunter bleibt die Haarwurzel mit dem nicht angegriffenen nachwachsenden Teil des Haares intakt. Die Spitze ist allerdings sehr dünn und wird anfangs kaum sichtbar sein, da sie nicht wie beim Rasierer durch harte Abtrennung entstanden ist. Enthaarungscreme kann sinnvollerweise erst nach einigen Wochen neu angewendet werden, wenn die Körperbehaarung schon wieder leicht sichtbar ist, da der Spatel sehr kurze Härchen nicht richtig entfernen würde.

Formen und Gruppen

Die meisten Enthaarungscremes basieren hauptsächlich auf Kalium- oder Ammoniumsalzen. Diese stammen von Thioglycolsäure oder Thiomlchsäure. In der EU dürfen nur Enthaarungscremes verkauft werden, die die Einsatzmenge der Stoffe einhalten, wie sie in der EG-Kosmetik-Richtlinie festgehalten ist. In dieser Zusammensetzung wirkt Enthaarungscreme allerdings immer etwas reizend, auf manche Personen mehr als auf andere. Deswegen gibt es besonders neutrale Enthaarungscremes, die nur wenig reizende Stoffe enthalten, als weitere Produktvariante. Falls diese zu schwach sind, was bei dicken Härchen schnell der Fall ist, empfiehlt sich eine Enthaarungscreme mit pflegenden Bestandteilen, die direkt mit in die Haut einziehen können. Beliebt sind etwa Aprikosenöl oder Bisabolol.

Dosierung

Enthaarungscreme wird in einer so dünnen Schicht wie möglich aufgetragen, jedoch so, dass die Körperstelle gründlich mit der Creme überzogen ist und alle Härchen sich vollständig in der Cremeschicht befinden. Um die Haut zu schonen, sollte die aggressive Enthaarungscreme nur an den wirklich zu enthaarenden Stellen und nicht an den Schleimhäuten aufgetragen werden. Sobald die Härchen komplett mit der Enthaarungscreme umhüllt sind und beginnen, kraus zu werden, also sich aufzulösen, sollte nicht mehr davon aufgetragen werden.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Zur Enthaarung gibt es eine Reihe von Alternativen, falls Enthaarungscreme nicht vertragen wird. Es gibt beispielsweise die Möglichkeit, die Körperstelle trocken oder nass zu rasieren. Das empfiehlt sich besonders für Bereiche mit Schleimhaut, da man mit einem Rasierer auch sehr behutsam vorgehen mit bei langem Haar mit der Schere vorsichtig vorschneiden kann. Eine neuere Möglichkeit der Enthaarung ist die Lasermethode, die sogar dauerhaft sein kann, da sie Haarfollikel zerstört. Es gibt auch Laser-Enthaarungsgeräte für zu Hause. Weitere Alternativen zur Enthaarungscreme sind Epilation, Waxing oder eine orientalische Methode mit zwei Fäden, mit denen Härchen sehr feinlinig ausgerissen werden. Für kleine Körperpartien kommt eine Pinzette in Frage.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Enthaarungscreme ist ein sehr aggressives, da stark alkalisches Produkt mit pH-Wert von etwa 12. Rötungen der Haut sind zu erwarten, auch Juckreiz geht häufig mit der Anwendung einer Enthaarungscreme einher. Wichtig ist daher ein vorheriger Test an einer kleinen Hautstelle: ist die Rötung sehr stark oder verursacht die Enthaarungscreme Schmerzen, darf sie nicht großflächig angewendet werden. An Schleimhäuten kann Enthaarungscreme zu ernsten Verletzungen führen, auch die Gesichtshaut reagiert empfindlicher als dickere Hautzonen wie die Beine oder Arme.

Thioglycolsäure ist weiterhin in größeren Mengen giftig und sollte daher gründlich wieder abgewaschen werden. Enthaarungscreme darf insbesondere nicht erhitzt werden, da sich sonst reizende Dämpfe durch diesen Inhaltsstoff bilden können.

Wenn die Haut nach der Haarentfernung mit einer feuchtigkeitsspendenden Pflege behandelt wird, kommt es in der Regel bei den modernen Enthaarungscremes nicht mehr zu bleibenden Reizungen, Austrocknung oder anschließender Pickelbildung. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt, jedoch sollte bei bekannter empfindlicher Reaktion der Haut lieber nur vorsichtig mit Enthaarungscreme depiliert werden.

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