Embolia cutis medicamentosa

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Januar 2015
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Eine der schwersten, aber jedoch seltenen Komplikationen nach einer intramuskulären Injektion, ist die Embolia cutis medicamentosa. Die Therapie der Embolia cutis medicamentosa ist langwierig. Die Erkrankung ist charakteristisch für großflächige Hautnekrosen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Embolia cutis medicamentosa?

Die Komplikation Embolia cutis medicamentosa tritt nach intramuskulären Injektionen auf. Die Embolia cutis medicamentosa wird auch immer wieder als livedoartige Dermatitis oder auch Nicolau-Syndrom bezeichnet. Vor allem treten Komplikationen in Form der Embolia cutis medicamentosa nach Injektionen in das Gesäß oder auf Gelenkhöhe auf. Oftmals geht die Embolia cutis medicamentosa mit einer Hautnekrose einher, welche großflächig auftritt.

Die Embolia cutis medicamentosa tritt nach wenigen Sekunden sowie nach einigen Stunden nach der Injektion auf. Vor allem handelt es sich hier um schmerzhafte und harte Infiltrationen. Rund 72 Stunden später tritt eine Minderversorgung der Gefäße auf - die Gefäßspasmen - die eine krampfartige Verengung mit sich bringt. Auch hämorrhagische Nekrosen sind möglich.

Ursachen

Die Embolia cutis medicamentosa tritt dann auf, wenn eine versehentliche intra- oder auch periarterielle Injektion in den Muskel - also intramuskulär - verabreicht wird. Eine genaue Ursache, weshalb die Embolia cutis medicamentosa auftritt, ist jedoch nicht vollständig geklärt.

Mediziner und Forschen gehen jedoch davon aus, dass hier durch die Injektion eine Gefäßblockierung - eine Gefäßokklusion - eintritt. Diese Gefäßblockierung geht einher mit einer Ischämie - einer Minderversorgung mit Blut.

Die längerfristige Minderversorgung sorgt demnach zu einer Nekrose der Arteriolen (das sind die kleinen Arterien) und dessen Kapillaren. Infolge dieser Störung wird die Kollagenstruktur beschädigt.

Ebenfalls ist eine Thrombosierung an den lokalen Gefäßsystemen möglich. Vor allem die intramuskulären Injektionen, die in den glutealen Regionen verabreicht werden und mit Depotpenicillinen verabreicht wird, sorgen für die Embolia cutis medicamentosa.

Ebenfalls kann eine Injektion mit Schwermetallsalzen - das sind Wismut oder auch Quecksilber - die Embolia cutis medicamentosa auslösen. Aber auch Antibiotika wie Tetracycline oder Sulfonamide, begünstigen die Embolia cutis medicamentosa.

Eine weitere Begünstigung erlebt die Embolia cutis medicamentosa durch die Verabreichung von Glukokortikoiden sowie Glatirameracetat. Diese Mittel verwenden Mediziner zur Behandlung der Symptome bei Multipler Sklerose. Auch kann eine Embolia cutis medicamentosa im Anschluss an eine Gefäßsklerosierung auftreten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome für eine Embolia cutis medicamentosa sind Embolien der betroffenen Blutgefäße sowie auch eine Ischämie der Haut. Auch eine Sklerose ist ein typisches Symptom einer Embolia cutis medicamentosa. Der Mediziner hat bei der Embolia cutis medicamentosa die Aufgabe, dass er weitere Veränderungen der Haut beobachtet. Schlussendlich löst die Embolia cutis medicamentosa im weiteren (schweren) Verlauf das Hoigne-Syndrom aus (eine intravenöse Embolisierung) sowie auch ein Abszess. Der Verlauf der Krankheit ist mitunter langwierig und dauert einige Wochen. Oftmals bilden sich bei vielen Patienten Hautveränderungen. Je früher der Arzt die Diagnose stellt und mit der gezielten Behandlung beginnt, umso besser sind im Endeffekt die Therapieergebnisse. Jedoch kann eine atrophische Narbenbildung zurückbleiben.

Diagnose

Der Arzt führt bei der Diagnose der Embolia cutis medicamentosa eine Anamnese durch. Das bedeutet, er prüft, ob im Vorfeld der Embolia cutis medicamentosa eine Injektion verabreicht wurde. Ebenfalls versucht der Arzt im Gespräch mit dem Patienten allfällige Symptome abzuklären. So kann dieser feststellen, in welchem Stadium sich die Embolia cutis medicamentosa befindet.

Behandlung

Bei der externen Therapie der Embolia cutis medicamentosa versucht der Mediziner durch Glukokortikoide sowie Triamcinolon-Creme die befallenen Hautareale zu behandeln. Nimmt der Verlauf der Krankheit weitere Nekrotisierungen der Haut an, ist es notwendig, dass der Mediziner eine stadiengerechte Wundheilung und Behandlung der betreffenden Hautareale durchführt.

Nach einer Demarkation - der Arzt grenzt hier die gesunden Hautareale mit dem nekrotischen Gewebe ab - versucht er auch bei einer tiefen Nekrose und Hautveränderung eine chirurgische Abtragung. Dies nennt sich Debridement und sorgt für eine schnellere Heilung der betroffenen Stellen. Ebenfalls sorgt der Arzt bei der Reinigung der Wunde dafür, dass er auch das defekte Gewebe im Umkreis behandelt.

Schlussendlich verabreicht der Mediziner eine systemische Therapie mit entzündungshemmenden Mitteln. Hier bewährten sich in letzter Zeit vor allem Ibuprofen. Es gibt auch Therapiemöglichkeiten mit gefäßerweiternden Wirkstoffen. Vor allem die durchblutungsfördernden Mitteln Nikotinsäure, Papaverin-Derivate oder auch Pentoxifyllin sind äußerst beliebt.

Des Weiteren ist eine Behandlung mit Paracetamol oder auch Tramadol - zur Schmerzlinderung - möglich. Viele Mediziner wenden zur Behandlung auch systemische und prophylaktische Therapien bei den Patienten an. Diese erfolgen mit Antibiotika in Form von Ofloxacin.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung der Embolia cutis medicamentosa ist möglich. Hier handelt es sich um eine sachgerechte Vorgehensweise bei einer intramuskulären Injektion. Der Patient selbst hat nur geringe Möglichkeiten zur Vorbeugung; schlussendlich ist der Arzt für die Verhinderung der Embolia cutis medicamentosa verantwortlich. Eine Möglichkeit zur Verhinderung und Vorbeugung der Embolia cutis medicamentosa ist ein geringer Druck bei der Injektion - zu viel Druck bei der Verabreichung der Injektion kann mitunter die Embolia cutis medicamentosa auslösen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Pat kommentierte am 22.05.2015 um 15:50 Uhr

Mir ist es bei einer subkutanen Injektion passiert und dies leider auch nicht zum ersten Mal. Diesmal ist die nektrotische Stelle sehr groß und musste bei der Wundheilung unterstützt werden. Meine Frage wäre, wie man in Zukunft nach einer schief gelaufenen Injektion verfahren soll. Kann man dann noch etwas retten?