Ekzem am Finger

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Juli 2017
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Mit unseren Händen berühren wir alles, was wir gebrauchen. Wir geben anderen Menschen die Hand und nehmen auch alles in die Hand, was wir benutzen wollen. Hände sind der Umwelt vollständig ausgesetzt. Hauterkrankungen an den Händen sind deswegen sehr häufig. Ekzeme, darunter auch Ekzeme am Finger gehören zu den häufigsten Krankheiten überhaupt und sind sowohl chronisch wie akut fast jedem Menschen schon begegnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Ekzem am Finger?

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Medikamente gegen: Juckreiz

Unter einem Ekzem verstehen Ärzte eine Hautirritation, die aufgrund äußerer Einflüsse entstanden ist. Da die Hände mit fast allem, was wir benutzen, in Berührung kommen, können verschiedene Reaktionen auf der Haut an den Fingern und der Hand vorkommen. Diese Reaktionen führen in der Oberhaut zu entsprechenden Irritationen. Mediziner unterscheiden verschiedene Formen von Ekzemen an den Händen, je nach Ursache, Aussehen und Lokalisierung.

So wird unter anderem zwischen Toxischen Kontaktekzemen und Allergischen Kontaktekzemen unterschieden. Egal zu welcher Gruppe das entsprechende Ekzem gezählt wird, in den Symptomen unterscheiden sie sich nur sehr geringfügig. Ekzeme sind nicht ansteckend und heilen in ihrer akuten Form relativ schnell ab. Gehen sie in eine chronische Form über ist es ratsam, sich bei einem Arzt (Hautarzt) über deren Ursachen zu erkundigen.

Ursachen

  Die Ursache für Ekzeme an den Fingern liegt an einer Überreaktion in der Epidermis, der Oberhaut des Menschen. Die Epidermis ist die Schutzschicht des Körpers gegenüber der Umwelt und somit vielen Einflüssen ausgesetzt. Finger kommen mit unterschiedlichen Materialien und Flüssigkeiten in Kontakt. Sie sind Sonnenschein ausgesetzt, aber genauso auch toxischen und allergenen Stoffen. Diese Stoffe reagieren mit der Oberhaut und dringen in diese ein.

Das körpereigene Immunsystem aktiviert seine Abwehrstoffe, um diese zu bekämpfen. Neben den Weißen Blutkörperchen auch Fresszellen. Antigene erkennen die Fremdkörper in der Oberhaut und heften sich an diese, damit die Immunabwehr die Fremdstoffe erkennen und beseitigen kann. Dabei entstehen auch Abfallstoffe, die nun die Ekzeme hervorrufen. Bei einer normalen Immunabwehr werden diese Abfallstoffe rasch beseitigt.

Es kann jedoch vorkommen, dass in der Haut eine Überreaktion stattfindet, bei der zu viele Abfallstoffe (Allergene) gebildet werden. Der Körper kommt mit deren Absorption nicht nach, so dass sich eine Art Entzündung herausbildet. Dies kann mehrere Tage bestehen und dann abheilen. In manchen Fällen, in denen die Finger regelmäßig allergenen oder toxischen Stoffen ausgesetzt sind, wird das Ekzem auch chronisch.

Wann zum Arzt?

Ein Ekzem am Finger muss unter Umständen von einem Arzt begutachtet bzw. behandelt werden, sofern schwerwiegende Komplikationen frühzeitig vermieden werden sollen. Da es sich bei einem Ekzem um eine Hautirritation handelt, entsteht oftmals ein Juckreiz an der betroffenen Stelle. Durch wiederholtes Kratzen wird die Haut gerötet und erheblich strapaziert. Nicht selten entwickelt sich eine offene Wunde, die an den Fingern sehr anfällig für Bakterien und Viren ist.

In einem solchen Fall besteht akute Entzündungsgefahr. Schon bei ersten Anzeichen einer Wundinfektion sollte die betroffene Personen einen Arzt aufsuchen. Nur durch entsprechende Medikamente kann eine solche Entzündung effektiv gelindert und behandelt werden. Wenn jedoch auf einem Besuch beim Arzt verzichtet wird, dann ist natürlich mit weiteren Komplikationen zu rechnen. Es kann zur Bildung von Eiter kommen, sodass sich sogar ein Abszess am Finger entwickeln kann.

Ein Abszess ist ein Hohlraum, der mit Eiterflüssigkeit gefüllt ist. Gelangt die Eiterflüssigkeit in den Blutkreislauf, so besteht sogar die Gefahr einer Blutvergiftung. Somit gilt: Bleibt die Hautirritation am Finger mehrere Tage bestehen, so sollte ein Besuch beim Haut- oder Hausarzt stattfinden. Wenn auf einen Besuch beim Arzt verzichtet wird, dann besteht die Gefahr von schwerwiegenden Komplikationen. Eine Entzündung ist vorprogrammiert, falls bereits eine offene Wunde besteht.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Ekzems am Finger:

Ein Ekzem lässt sich leicht erkennen. Alle Arten von Ekzemen verlaufen auf die gleiche Art. Kurz nach dem Kontakt mit dem Fremdstoff rötet sich die Haut leicht. Diese Rötung bleibt bis zu mehreren Tagen bestehen und klingt dann ab. Die Hautrötungen können großflächig über die Finger verteilt sein, aber auch als Pünktchen auftreten. Bei den meisten Patienten bleibt es bei diesem Symptom. In einigen Fällen kann es aber zu weiteren Stufen kommen.

Es bilden sich kleine Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Die Haut beginnt nun zu jucken. Der Juckreiz ist übermäßig stark. In einigen Fällen kann sie auch schmerzen. Die Bläschen beginnen aufzuplatzen und die Haut nässt nun stark. Sie trocknet danach aus bildet eine feste Kruste. Abschließend schuppt sie weiter ab und heilt danach ab. Bei einem chronisch verlaufenden Ekzem wiederholen sich diese Stadien regelmäßig in einer Häufigkeit, dass die Haut nicht mehr abheilen kann.

Diagnose

Der Arzt kann die Krankheit schnell durch Blickdiagnose feststellen. Viel wichtiger aber ist die Frage nach der Herkunft. In einem intensiven Gespräch mit dem Patienten wird versucht, die Ursache für das Ekzem zu bestimmen. In vielen Fällen werden beruflich bedingte Kontaktstoffe erkannt. Dies können Materialien oder Flüssigkeiten sein, mit denen der Patient beruflich zu tun hat. Ekzeme sind deswegen auch als Berufskrankheit anerkannt. Der Hautarzt wird oft einen Allergietest durchführen, um auch allergene Stoffe bestimmen zu können. Dies können neben Lebensmitteln auch haushaltsübliche Reinigungsstoffe sein. Wichtig ist, dass die Ursache genau bestimmt wird, damit Patienten ihr Verhalten oder sogar ihren Lebensrhythmus umstellen können.

Komplikationen

Ein Ekzem am Finger ist eine Irritation der Haut, die in stets unter genauer Beobachtung gehalten werden sollte. In vielen Fällen ruft ein solches Ekzem auch einen starken Juckreiz hervor, sodass durch das ständige Kratzen eine offene Wunde entstehen kann. Natürlich besteht daher auch eine große Gefahr einer Entzündung. Viren und Bakterien können sich in die bestehende Wunde einnisten, sodass es unter Umständen zu einer eitrigen Entzündung kommen kann. Spätestens bei dieser Komplikation sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden. Andernfalls drohen weitere Komplikationen, die ebenfalls eine ärztliche Behandlung erfordern.

Nicht selten bildet sich in diesem Zusammenhang auch ein Abszess, der mit Eiterflüssigkeit gefüllt ist. Wenn diese Flüssigkeit in den Blutkreislauf gelangt, dann besteht sogar die Gefahr einer Blutvergiftung. Außerdem können bestehende Viren und Bakterien in den Blutkreislauf gelangen, sodass sich daraus ein Infekt entwickeln kann. Daraufhin werden Beschwerden wie zum Beispiel eine erhöhte Temperatur, Übelkeit oder Erbrechen auftreten. Wird an dieser Stelle komplett auf eine medikamentöse Behandlung verzichtet, dann werden sich die einzelnen Krankheitsbilder natürlich erheblich verschlimmern. Aus diesem Grund ist eine entsprechende Behandlung durch einen Arzt sehr wichtig und ratsam. Nur so kann eine schnelle, unkomplizierte und vollständige Genesung erfolgen.

Behandlung und Therapie

Je nachdem, ob es sich um ein akutes oder chronisches Ekzem an den Fingern handelt, wird die Krankheit vom Arzt mit einer Salbe behandelt. Die Salben unterscheiden sich lediglich in ihrer Stärke und Zusammensetzung, um auf die jeweiligen Stadien des Ekzems besser einwirken zu können. So werden in den Anfangsstadien sehr flüssigkeitsintensive Salben verabreicht, während später sehr fetthaltige verschrieben werden, um die trockene Haut mit genügend Feuchtigkeit zu versorgen. Da die Haut während eines Ekzems bereits sehr stark angegriffen ist, kann es ab und an auch zu Superinfektionen kommen, bei denen Viren oder Bakterien die schon geschädigten Stellen angreifen.

Der Arzt wird dann antibakterielle Salben verschreiben. Es gibt medizinische Belege für sehr starke chronische Ekzem-Erscheinungen an den Fingern, so dass antibakterielle und anti-allergene Medikamente auch innerlich als Tabletten verabreicht werden. Wichtig ist auch eine Behandlung der Nebenerscheinungen. Durch den starken Juckreiz tendieren viele Patienten zum kratzen und schädigen die Haut stark. Bei chronischen Patienten kann hier eine extreme Narbenbildung vorkommen. Bei guter Behandlung wird die Krankheit innerhalb von knapp drei Wochen abklingen. Wenn die Ursachen allerdings nicht beseitigt werden, treten Ekzeme regelmäßig auf.



Vorbeugung

Wer beruflich, aber auch privat, mit verschiedenen Stoffen oder Materialien umgeht, die allgemein als allergen bekannt sind, sollte sich regelmäßig einem Allergietest unterziehen und Handschuhe bei der Arbeit tragen. Patienten mit sehr empfindlicher Haut können auch bei den täglichen Haushaltspflichten Handschuhe tragen und auf stark saure oder basische Haushaltsmittel verzichten. Ähnliches gilt für Seifen und Duschpflegemittel.

Wer sich vorbeugen möchte, kann auch die Hände mit bestimmten homöopathischen Mitteln und Salben behandeln. Es besteht aber die Gefahr, dass dadurch erst allergische Reaktionen entstehen. Wenn Patienten an den Händen Rötungen beobachten, hilft es meist, den Alltag ein wenig umzustellen, sich anders zu kleiden oder auch die Hände vor zu viel Sonne zu schützen. Ein gesundes Immunsystem hilft natürlich, Ekzeme zu bekämpfen.

Bücher über Ekzeme

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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