Einseitige Halsschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Einseitige Halsschmerzen

Einseitige Halsschmerzen zeigen sich im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Erkrankungen. Im überwiegenden Teil der Fälle sind entweder virale oder bakterielle Infekte für die einseitigen Halsschmerzen verantwortlich. Oftmals treten die Schmerzen gemeinsam mit grippalen Infektionen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was sind einseitige Halsschmerzen?

Einseitige Halsschmerzen treten in den meisten Fällen im Rahmen von Erkältungskrankheiten auf. Jedoch führen auch einige andere Krankheiten zu entsprechenden Symptomen. Prinzipiell greifen die Krankheitserreger die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum an. In der Folge davon bilden sich Entzündungen der Schleimhaut. Diese zeigen sich in der Regel durch Schwellungen, gerötete Stellen und Schmerzen. Entsprechend der Lokalisation der Beschwerden wird in Mandelentzündung, Rachenentzündung oder Kehlkopfentzündung differenziert.

Im überwiegenden Teil der Fälle treten die einseitigen Halsschmerzen bei grippalen Erkältungsinfekten auf. Jedoch zeigen sie sich mitunter auch im Rahmen einer Influenza. Darüber hinaus rufen auch diverse ernsthafte Erkrankungen zum Teil einseitige Halsschmerzen hervor. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, einseitige Halsschmerzen stets durch einen Arzt abklären zu lassen. Denn in manchen Fällen handelt es sich zum Beispiel um eine sogenannte Angina Plaut Vincent oder einen Peritonsillarabszess.

Grundsätzlich stehen einseitige Halsschmerzen sehr häufig in Verbindung mit einer Entzündung der Mandeln (medizinische Bezeichnung Tonsillitis). Die Ursache für diese Erkrankung stellen in den meisten Fällen virale Erreger dar. Weitaus seltener sind Bakterien für die Infektion verantwortlich. Dabei handelt es sich meist um Streptokokken der A-Kategorie. Die Entzündung der Mandeln führt zu Schwellungen und Rötungen an den Mandeln. Auch sind gelbliche bis weiße Beläge im Bereich der Mandeln möglich.

Darüber hinaus leiden zahlreiche betroffene Patienten an Beschwerden beim Schlucken, Fieber und Schmerzen. Neben einer Entzündung der Mandeln existieren weitere potenzielle Krankheiten, die unter Umständen mit einseitigen Halsschmerzen einhergehen. Dazu zählt zum Beispiel eine Entzündung der Schilddrüse (medizinische Bezeichnung Thyreoditis). Jedoch kommt diese Krankheit relativ selten vor.

Ursachen

Die Ursachen für einseitige Halsschmerzen sind verschieden. Zunächst stehen die einseitigen Halsschmerzen häufig mit Infektionen in Zusammenhang, die durch bakterielle Erreger hervorgerufen werden. Dazu gehört zum Beispiel eine akute Entzündung der Mandeln, die sehr oft mit Halsschmerzen einhergeht. Die ursächlichen Keime sind in den meisten Fällen Streptokokken, die beta-hämolysierende Eigenschaften aufweisen. Diese Keime werden in erster Linie durch Tröpfcheninfektion übertragen, also beispielsweise durch Niesen oder Husten. Bei unzureichender Immunabwehr vermehren sich diese Erreger schnell im lymphatischen Ring des Rachenbereichs.

Im überwiegenden Teil der Fälle verbreiten sich die Erreger auf den Gaumenmandeln. Jedoch sind unter Umständen auch die Zungengrundmandeln, die Rachenmandeln sowie die seitlichen Stränge beteiligt. Grundsätzlich kommt es vor allem bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig zu Entzündungen der Mandeln. Erwachsene Personen sind seltener betroffen. Jedoch erkranken fast ausschließlich Erwachsene an der Angina Plaut Vincent. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine einseitige Entzündung der Gaumenmandel, die durch Bakterien hervorgerufen wird.

Neben bakteriellen Infektionen sind häufig auch Virusinfektionen der Grund für einseitige Halsschmerzen. Oftmals handelt es sich bei der zu Grunde liegenden Erkrankung um einen grippalen Infekt. Dieser geht in der Regel mit Husten, Schnupfen und Halsschmerzen einher. Im Zusammenhang damit kommt es oftmals zu einer Entzündung des Rachens (medizinische Bezeichnung Pharyngitis). Die ursächlichen Keime sind in den meisten Fällen Adeno- oder Parainfluenzaviren. Auch Herpes-, Coxsackie-, oder Echoviren verursachen unter Umständen eine Rachenentzündung mit einseitigen Halsschmerzen.

Im Zusammenhang damit zeigen sich häufig auch Schwellungen an den Lymphknoten und Fieber. Darüber hinaus führen einige weitere Krankheiten zu einseitigen Halsschmerzen. Dazu gehören zum Beispiel eine Entzündung der Rachenschleimhaut, eine Entzündung der Stimmbänder sowie eine Luftröhrenentzündung (medizinische Bezeichnung Tracheitis).

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Einseitige Halsschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn die Schmerzen nach einigen Tagen nicht von selbst verschwinden. Vor allem bei solchen Halsschmerzen, die zusammen mit starken Schluckstörungen und Atemnot auftreten, ist ein Arzt aufzusuchen. Auch bei gleichzeitigen Ausschlägen auf der Haut, einer Farbänderung der Zunge sowie starken Schwellungen der Lymphknoten empfiehlt sich die Konsultation eines Arztes. Dabei wenden sich betroffene Patienten in der Regel an den Hausarzt und minderjährige Personen an den Kinderarzt.

Der Arzt klärt im ersten Schritt der Diagnosestellung die Krankengeschichte der jeweiligen Person ab und bringt sämtliche Symptome sowie zurückliegende Erkrankungen in Erfahrungen. Auf diese Weise erhält der Arzt bedeutsame Hinweise und Informationen in Bezug auf die vorliegende Krankheit. Im Anschluss an das Gespräch finden klinische Untersuchungen statt. Der behandelnde Arzt tastet die Lymphknoten ab, die bei einseitigen Halsschmerzen häufig vergrößert sind und schmerzen. Üblicherweise sind die Lymphknoten auf jener Seite stärker angeschwollen, auf der die Halsschmerzen auftreten.

Anschließend untersucht der Arzt den Rachen- und Mundraum des betroffenen Patienten. Dabei hält er zum Beispiel nach geröteten und belegten Mandeln Ausschau. Jedoch sind virale Infektionen durch äußerliche Untersuchungen nicht von bakteriellen unterscheidbar. Sind die Symptome besonders schwerwiegend oder kommt es zu Komplikationen, wird der Arzt unter Umständen eine Labordiagnostik verordnen, um den exakten Erreger zu bestimmen. Bei leichten Erkältungen sind derartige Untersuchung überflüssig.

Zeigen sich die einseitigen Halsschmerzen über einen Zeitraum von mehr als ein oder zwei Wochen und treten zusammen mit Heiserkeit auf, ist ein Hals-Nasen-Ohren-Spezialist aufzusuchen. Dieser veranlasst eventuell eine Kehlkopf- und Stimmbandspiegelung. Die Technik nennt sich Laryngoskopie und arbeitet mit einer speziellen Lupenoptik.

Behandlung und Therapie

Die Therapie der einseitigen Halsschmerzen richtet sich in erster Linie nach der zu Grunde liegenden Ursache. Linderung der Beschwerden verschaffen zum Beispiel Lutschtabletten oder Rachensprays.

Auch Präparate zum Gurgeln helfen in diesem Zusammenhang, die einseitigen Halsschmerzen zu verringern. Hingegen kommen Antibiotika bei schwerwiegenden Mandelentzündungen oder ähnlichen bakteriellen Infekten zum Einsatz.



Vorbeugung

Einseitigen Halsschmerzen lässt sich nicht in jedem Fall vorbeugen, da die Ansteckung häufig über Tröpfcheninfektion erfolgt. Der Kontakt zu erkrankten Personen ist zu verringern.

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