Eingewachsene Haare

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. April 2015
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Eingewachsene Haare können unangenehme Beschwerden verursachen. Prinzipiell kann jeder Mensch in seinem Leben mit dem Phänomen "eingewachsene Haare" konfrontiert werden. Eingewachsene Haare sind nichts Ernstes, aber sie können lästig und peinlich sein, denn sie reizen die Haut, die sich daraufhin rötet und eitrige Pusteln und pickelartige Knötchen an der Oberfläche bildet. In manchen Fällen entstehen sogar sehr schmerzhafte beulenartige Erhebungen auf der Haut.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Eingewachsene Haare?

Eingewachsene Haare sind Haare, die sich kringeln und in die Haut hinein- statt herauswachsen. Sie kommen bei Kindern so gut wie nie vor und treten normalerweise erst nach Pubertät auf, üblicherweise, nachdem die Betroffenen sich an bestimmten Körperstellen die Haare durch Rasur, Entwachsen, Haarentfernungscremes, Epilation oder Auszupfen entfernt haben.

Stellen, an denen eingewachsene Haare sehr häufig auftauchen sind v. a. bei Männern die Wangen, das Kinn und der Hals und bei beiden Geschlechtern unter den Achseln, in der Schamgegend (bei Frauen auch als Bikinizone bekannt) sowie im Analbereich. Eingewachsene Haare führen zu Hautentzündungen, die jucken und wehtun können, v. a. wenn sie zahlreich auftreten.

Ursachen

Das Problem "Eingewachsene Haare" taucht am häufigsten bei Menschen auf, die sehr dickes, lockiges bzw. widerspenstiges Haar haben. Dickes lockiges Haar neigt eher als Feines, Glattes dazu, sich auf eine Art zu kringeln, die es wieder in die Haut hineinwachsen lässt, ein Phänomen, das vor allem nach einer Haarentfernung z. B. durch Rasur, Wachsen oder Epilation vorkommt.

Wenn Haare rasiert, epiliert oder ausgezupft werden, hat das nachwachsende Haar eine schärfere Kante als unter normalen Umständen, sodass es leichter in der falschen Richtung durch die Haut dringen kann und dann möglicherweise unter der Hautoberfläche stecken bleibt und dort weiterwächst. Dasselbe gilt für Haare, die nahe an der Hautoberfläche wegrasiert wurden.

Manchmal sind es abgestorbene Hautzellen, die die Haarwurzel verstopfen und das Haar, das sich darin befindet dazu zwingen, seitlich unter der Haut statt nach oben herauszuwachsen. Darüber hinaus können eingewachsene Haare auch die Folge von einer Überproduktion bestimmter Sexualhormonen sein. Diese Überproduktion kann nämlich zu übermäßigem Haarwuchs führen, sodass die Wahrscheinlichkeit sich erhöht, mit diesem Problem konfrontiert zu werden.

Diagnose und Verlauf

Eingewachsene Haare führen häufig dazu, dass die entzündete Haut Eiter produziert, der sich in Pusteln und Beulen sammelt. Eingewachsene Haare verschwinden meist von selbst. Wenn dies jedoch nicht der Fall ist, dann können nach dem Abheilen der Hautentzündung v. a. bei dunkelhäutigen, stärker pigmentierten Menschen dauerhaft dunkle Verfärbungen des betroffenen Hautbereichs entstehen. Sichtbare Narben resultieren vor allem dann, wenn der Betroffene sich ständig kratzt oder die entzündete Stelle reibt.

Behandlung und Therapie

Wenn man seinen Körper nach einer Haarentfernung beobachtet und sieht, dass eingewachsene Haare im Begriff sind, sich zu bilden, dann kann man die Hautporen mit einem warmen Waschlappen, den man auf die betroffene Stelle auflegt, dazu bringen sich zu öffnen und äußerst vorsichtig mit einer Pinzette, einer sterilisierten Nadel und in Alkohol getränkten Wattebäuschen erst einmal selbst versuchen, die Haare wieder in die richtige Wuchsrichtung zu bringen.

Wenn diese Methode nicht funktioniert und die eingewachsenen Haare lästig werden oder sich entzünden, dann sollte man einen Facharzt aufsuchen. So kann z. B. der Hautarzt mit einer sterilen Nadel oder einem Skalpell notfalls einen kleinen Schnitt in die Haut machen, um die eingewachsenen Haare aus der Haut zu entfernen.

Medikamente, die in diesem Zusammenhang verschrieben werden können sind entzündungshemmende Steroide, die auf die Haut gerieben werden, damit die Schwellung zurückgeht, Retinoide, um abgestorbene Hautzellen zu entfernen und Pigmentveränderungen der Haut zu reduzieren, und Antibiotika, die entweder oral eingenommen werden oder auf die Haut gerieben werden um Entzündungen, die durch eingewachsene Haare verursacht wurden, zu behandeln.

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Vorbeugung

Eingewachsene Haare lassen sich am besten dadurch vorbeugen, dass man die Haare in den betroffenen Bereichen überhaupt nicht mehr rasiert, zupft, epiliert oder wachst. Dies ist jedoch in vielen Fällen in der Praxis nicht umsetzbar.

Andere Möglichkeiten, eingewachsene Haare zu vermeiden bestehen darin, die Haare nur noch in der Wuchsrichtung zu entfernen, statt gegen die Wuchsrichtung, die Haut nach der Haarentfernung öfter gründlich mit einem Peeling zu behandeln, um einer Verstopfung der Poren vorzubeugen und nach dem Peeling die Haut mit Feuchtigkeitslotion einzucremen, damit sie glatt und geschmeidig wird und die Haare gut aus den Poren herauswachsen können.

Es hat sich auch gezeigt, dass nach einer Haarentfernung durch Laser das Phänomen „eingewachsene Haare“ in dem betroffenen Hautbereich praktisch verschwindet.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Weiche Haut bekommen kommentierte am 01.09.2014 um 17:11 Uhr

Habe auch oft Probleme mit eingewachsenen Haaren und deshalb mit Peelings angefangen. Habe jetzt weniger Probleme und eine weiche Haut bekommen!

pipa kommentierte am 21.07.2015 um 18:16 Uhr

Ich habe dieses Problem ständig. Was mich dann am meisten stört ist, dass sich Pusteln mit Eiter bilden und danach immer Narben entstehen. Ich habe leider noch nichts gefunden, was das Einwachsen verhindert.

Michael (45) kommentierte am 13.08.2015 um 18:29 Uhr

Ich litt förmlich unter eingewachsenen Haaren, da diese fast grundsätzlich mit einer Entzündung und teils nicht auszuhaltenden Schmerzen verbunden waren. Peelings helfen leider nur vorübergehend. Ich habe nun jedoch eine Lösung für mich gefunden. Apfelessig! Von Apfelessig habe ich bisher nur Gutes gehört und es nun einfach mal mit unter die Dusche genommen. Zuerst habe ich die Haut mit warmem Wasser abgeduscht, und mit der grober geriffelten Seite eines sogenannten Einmalwaschlappens abgerieben. Danach habe ich Apfelessig in den Händen verteilt und die Haut damit "eingecremt". Nach ca. 3 Minuten habe ich dann die eingeriebenen Hauptpartien wiederum mit warmem Wasser abgespült. Und siehe da: Ein absolut verfeinertes Hautbild, und zwar sofort nach der Anwendung. Über die Zeit verfeinert sich das Hautbild weiter. Seitdem wachsen die Haare nicht mehr ein, sondern gerade aus der unteren Hautschicht heraus. Dass das Zufall ist, glaube ich nicht. Klar, Apfelessig hat einen unangenehmen, sehr strengen und aufdringlichen Geruch. Aber schon Oma hat gesagt: Was stinkt und/oder bitter schmeckt, hilft. Oma hatte Recht. Positiv: Der Duft des Apfelessigs verfliegt von allein, so dass man nach dem Duschen nicht mehr danach riecht.