Einbeere

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Februar 2016
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Bei der Einbeere handelt es sich um eine Pflanze mit seltsamem Aussehen. Trotz ihrer Giftigkeit lässt sie sich als Heilkraut verwenden.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Die Einbeere (Paris quadrifolia) stammt aus der Gattung der Einbeeren (Paris) und zählt zur Familie der Germergewächse (Melanthiaceae). Die giftige Pflanze trägt auch die Bezeichnungen vierblättrige Einbeere, Vierblatt, Teufelsauge, Wolfsbeere und Fuchsauge.

Der Einbeere wird als Heilpflanze in homöopathischer Dosis u.a. bei Entzündungen und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.

Ein typisches Merkmal der Einbeere ist ihr bizarres Äußeres. So verfügt sie über vier Blätter und nur eine einzelne Blüte. Durch ihr seltsames Aussehen wurden der Pflanze in früheren Zeiten magische Kräfte nachgesagt. Aus diesem Grund pflanzten die Menschen sie vor ihren Häusern an, um sich vor bösen Geistern zu schützen. Im Mittelalter herrschte der Glaube, die Einbeere könne vor der Pest schützen.

Die Einbeere weist auch eine Verwandtschaft zum Maiglöckchen auf, obwohl es ihr nicht anzusehen ist. Die krautige ausdauernde Pflanze kann zwischen 10 und 30 Zentimetern hoch werden. Die Einbeere ist in der Regel mit vier umfangreichen Blättern, die ovalförmig sind, ausgestattet. Sie umgeben den Stängel wie ein Quirl, was der Pflanze ein ungewöhnliches Aussehen verleiht. Einige Sonderformen verfügen auch über mehr oder weniger Blätter.

Im April kommt es zum Entstehen der einzigen Blüte der Einbeere, die eine grün-schwarze Färbung aufweist. Später wächst auf ihr auch gelber Pollen. Die Blüte der Pflanze befindet sich ein paar Zentimeter oberhalb des Blätterquirls. Aus der Blüte geht zwischen Juli und September eine blauschwarze Beere hervor, die der Heidelbeere ähnlich sieht. Beheimatet ist die Einbeere in Europa und Asien. Am liebsten gedeiht sie in Buchenwäldern. Zumeist ist sie an ihren Standorten gehäuft anzutreffen.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Sämtliche Anteile der Einbeere werden als giftig eingestuft. Ihre Toxizität entsteht durch Inhaltsstoffe wie Saponine. Ebenfalls in der Pflanze enthalten sind die Glykoside Paristyphnin und Paridin sowie Asparagin und Pennogenin. Werden mehrere Beeren verzehrt, drohen Brechreiz und Magenkrämpfe. Durch die Saponine können die roten Blutkörperchen, die Nieren und das Zentralnervensystem in Mitleidenschaft gezogen werden. Im schlimmsten Fall ist sogar der Tod durch Atemlähmung möglich.

Aufgrund ihrer Giftigkeit wird die Einbeere von der Schulmedizin nicht als Heilpflanze eingesetzt. Allerdings zeigen sich Vergiftungserscheinungen erst in höherer Dosierung. In einer niedrigen Dosis lässt sich das Kraut der Einbeere durchaus therapeutisch verwenden. Als Darreichungsformen der Einbeere kommen ein Tee oder eine Tinktur aus dem Kraut der Pflanze infrage. So setzt die Volksmedizin Einbeeren-Tees in niedriger Dosis u. a. zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden ein. Eine Tinktur aus dem Einbeerenkraut gilt als Gegengift gegen toxische Stoffe wie Arsen und Quecksilber. Durch wissenschaftliche Studien ließ sich diese Wirkung jedoch nicht untermauern.

Ebenfalls möglich ist eine äußerliche Darreichung. Dabei werden Umschläge mit Einbeeren-Tee oder Tinktur auf entzündete oder geschwollene Stellen des Körpers gelegt. Besonders giftig an der Einbeere ist die Beere selbst. Diese schmeckt allerdings nicht besonders gut, sodass sie nur selten in größeren Mengen verzehrt wird. Aus diesem Grund treten auch kaum schwere Vergiftungen auf. Durch den Verzehr einer einzelnen Beere kann es schlimmstenfalls zu leichter Übelkeit und Durchfall kommen. Darüber hinaus verfügen die Beeren über einen narkotischen Effekt, was auf das Glykosid Paristyphnin zurückzuführen ist.

Wogegen hilft die Einbeere?

Bedeutung für die Gesundheit

Die Einbeere kam schon in der Vergangenheit gegen verschiedene Beschwerden zur Anwendung. Dazu gehörten die Behandlung von Augenentzündungen oder Geschwüren, die mit der antiseptischen Wirkung der Pflanze effektiv bekämpft wurden. In der heutigen Zeit dient die Einbeere als Zusatz in medizinischen Bädern. Darüber hinaus stehen Tabletten mit niedriger Dosierung von 0,0025 Gramm zur Verfügung, deren Einnahme drei Mal am Tag erfolgt. Das Einhalten dieser Dosis gilt als überaus wichtig, um schädliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Mithilfe der Einbeere lassen sich u. a. Nervenschmerzen, nervöse Herzbeschwerden und Kopfschmerzen bekämpfen. Als hilfreich gilt der Einbeeren-Tee auch gegen Bronchitis und Entzündungen. Das Paradin, das in der Einbeere vorkommt, weist eine ähnliche Wirkung auf wie Digitalis, wodurch sich das Herz stärken lässt. In früheren Zeiten wurden aus dem Saft und dem Samen der Einbeere auch Salben hergestellt. Diese dienten zur Therapie von Geschwüren und Wunden, die schlecht heilten.

Ebenfalls zur Anwendung kommt die Einbeere in der Homöopathie. Dort wird die Pflanze erheblich verdünnt und als Alkoholauszug und Kaltwasser verabreicht.

Die Potenzen liegen zwischen D3 und D6. Anwendungsgebiete der Einbeere in der homöopathischen Behandlung sind Entzündungen der Atemwege, nervöse Unruhe, Augenreizungen durch Erkältungen, Grüner Star, Herzprobleme und Migräne.

Kommt es zu einer Vergiftung mit der Einbeere, müssen die Betroffenen die Reste der Pflanze ausspucken und viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Außerdem sollte rasch ein Arzt konsultiert werden.

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