Eichenprozessionsspinner-Allergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Januar 2015
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Die Eichenprozessionsspinner-Allergie tritt angesichts der zunehmenden Verbreitung der Insekten, welche die Allergene produzieren, immer häufiger auf. Durch den Klimawandel erschließt sich der wärmeliebende Nachtfalter neue Lebensräume und stellt insbesondere im Raupenstadium für Pflanzen (durch Kahlfraß), sowie Tiere und Menschen ein Risiko dar. Ein Wissen um die Gefahrenherde – und insbesondere ein bewusstes Meiden betroffener Gebiete – bieten den besten Schutz vor den teils heftigen gesundheitlichen Beschwerden einer Eichenprozessionsspinner-Allergie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Eichenprozessionsspinner-Allergie?

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Medikamente gegen: Juckreiz

Bei der Eichenprozessionsspinner-Allergie handelt es sich um eine allergische Immunreaktion auf einen Giftstoff, mit dem sich der Eichenprozessionsspinner im Raupenstadium vor feindlichen Angriffen schützt. Das Gift befindet sich in den Haaren, den sogenannten Brennhaaren, die den Körper der Raupen während der späteren Larvenstadien bedecken.

Die Insekten leben bevorzugt auf Eichen, seltener auch auf Buchen und anderen Bäumen, und begeben sich im Kollektiv auf Futtersuche – diese an eine Prozession erinnernde Wanderung prägte den Namen der Tiere, die für die Eichenprozessionsspinner-Allergie verantwortlich sind.

Ursachen

Eichenprozessionsspinner im Nest einer Eiche.

Hervorgerufen werden die teils heftigen Reaktionen einer Eichenprozessionsspinner-Allergie beim Kontakt mit dem Nesselgift, das beim Brechen der feinen Härchen freigesetzt wird, dem sogenannten Thaumetopoein. Dieses wird insbesondere im späteren Larvenstadium (Mai/Juni) gebildet – hier gilt also besondere Vorsicht.

Während der Verpuppung werden die Brennhaare in gespinstartige, seidig-weich aussehende längliche Nester eingewebt. Die Nester haften an der Rinde der Bäume und sind hier oft schutzlos dem Wind ausgesetzt, der die feinen Härchen, die mit Widerhaken versehenen sind, teils über weite Gebiete fortträgt.

In der Nähe der Nester kann es so leicht zu einem Kontakt der Haut und der Schleimhäute mit den Allergenen kommen, insbesondere bei direkter Berührung der Gespinste, aber auch durch Einatmen der Härchen.

Das Gift kann dann eine stark reizende Wirkung auf das Immunsystem ausüben, es kommt bei vielen Menschen zu allergischen Abwehrreaktionen. Ob es dabei bei milderen Symptomen bleibt, oder sich aber heftige Beschwerden bei einer Eichenprozessionsspinner-Allergie einstellen, variiert stark von Immunsystem zu Immunsystem.

Symptome und Verlauf

Leicht bis sehr stark juckende Quaddeln sind typisches Symptom einer Eichenprozessionsspinner-Allergie.

Mögliche Anzeichen einer Pinien-Prozessionsspinner-Allergie:

Oft beginnen die Symptome einer Eichenprozessionsspinner-Allergie nach Kontakt mit dem Nesselgift mit leichtem Juckreiz, Augentränen und Unwohlsein. Bei einigen Menschen bleibt es bei leichten Symptomen, die schnell und unproblematisch – unbehandelt spätestens nach ein bis zwei Wochen – wieder abklingen. Juckende Hautpartien sollten nicht gekratzt werden, um Reste von Härchen nicht tiefer in die Haut einzubringen.

Kam es zu vermehrtem Kontakt mit den Brennhaaren, oder besteht eine erhöhte Allergieanfälligkeit bzw. Empfindlichkeit gegenüber dem Nesselgift, kann es zu stärkeren Beschwerden kommen. Hierzu zählen stark juckende Hautausschläge (Raupendermatitis, teils mit rötlichen Quaddeln und Pusteln) und eine Reizung der Atemwege mit Niesen und Husten – bis hin zu asthmatischen Anfällen. Fieber, Schwindel und Kreislaufprobleme können ebenfalls auftreten. In seltenen Fällen kann es bei einer Eichenprozessionsspinner-Allergie auch zum gefährlichen allergischen (anaphylaktischen) Schock mit Kreislaufkollaps kommen.

Diagnose

Bei stärkeren Symptomen einer Eichenprozessionsspinner-Allergie, insbesondere bei Kindern und Asthmatikern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Oft ist für die Betroffenen nicht ersichtlich, woher die Beschwerden kommen. Da die Härchen über teils weite Strecken durch die Luft getragen werden, ist die Ursache nicht immer naheliegend. Ärzte sind jedoch – besonders in der riskanten Frühsommerzeit – sensibilisiert für die Problematik. Der Arzt sollte darüber in Kenntnis gesetzt werden, wenn die Beschwerden nach Waldspaziergängen, Freibad- und Badeseebesuchen bzw. generell in der Nähe von potentiellen Eichenstandorten eintraten. Der Arzt stellt dann anhand der Informationen und dem Beschwerdebild die Verdachtsdiagnose einer Eichenprozessionsspinner-Allergie und leitet nötigenfalls entsprechende Behandlungsmaßnahmen ein.

Behandlung

Die Eichenprozessionsspinner-Allergie ist in der Regel gut zu behandeln. Der erste Schritt bei vermeintlich allergischen Beschwerden, die nach Aufenthalt im Freien auftreten, sollte zunächst immer darin bestehen, die getragene Kleidung möglichst bald abzulegen.

Diese darf nur in Plastiktüten gepackt mit in die Wohnung genommen werden, um die Härchen nicht zu verteilen und muss dann bei 60 Grad gewaschen werden. Dies genügt, um die feinen Härchen unschädlich zu machen. Außerdem sollte gründlich geduscht werden, um eventuelle Reste der Härchen vom Körper und aus den Haaren abzuspülen. Der Juckreiz kann durch kaltes bzw. lauwarmes Duschen oder Baden gelindert werden.

Die allergischen Beschwerden können ihrerseits mit handelsüblichen Antihistaminika behandelt werden, wie sie auch bei Heuschnupfen und anderen allergischen Reaktionen zum Einsatz kommen. Diese Medikamente dämmen die Ausschüttung des körpereigenen Botenstoffs Histamin ein, der für die Überreaktion des Immunsystems auf eingedrungene Allergene verantwortlich ist, und lindern somit die Beschwerden.

Bei stärkeren entzündlichen Reaktionen kann der Arzt auch Kortisonpräparate und schmerzlindernde Cremes verordnen. Bei Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks (z.B. Atemnot und Puls-Veränderung) – infolge einer ausgeprägten Eichenprozessionsspinner-Allergie – müssen Notfallmaßnahmen zur Kreislaufstabilisierung eingeleitet werden.

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Vorbeugung

Der wirkungsvollste Schutz gegen die unangenehmen Beschwerden einer Eichenprozessionsspinner-Allergie besteht im weiträumigen Meiden betroffener Gebiete. Oft sind diese den örtlichen Umweltbehörden bekannt; es werden dann entsprechende Hinweise an die Bevölkerung herausgeben und vor einer Eichenprozessionsspinner-Allergie warnende Schilder aufgestellt.

Das Berühren von Raupen und Nestern gilt es unbedingt zu vermeiden. Bei Waldspaziergängen empfiehlt es sich, auf befestigten Wegen zu bleiben, Hunde sollten an die Leine genommen werden, da sich etwa sonst Härchen aus dem Unterholz im Fell verfangen und die Tiere auch selbst unter dem Raupengift leiden können.

Schließlich kann auch eine leichte, aber lange Bekleidung eine wirkungsvolle Präventivmaßnahme gegen eine Eichenprozessionsspinner-Allergie sein – hierdurch sind weniger exponierte Hautstellen den fliegenden Härchen ausgesetzt.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

iri90 kommentierte am 05.09.2014 um 15:10 Uhr

Hallo, vor ca. 3 Wochen begann der stark juckende Ausschlag. Mein Körper war übersät mit teils großen juckenden Quaddeln.
Ich war beim Arzt, der mir deshalb Antihistaminika und eine Kortisonsalbe verschrieb.
Dies half aber nicht auf Dauer, sondern nur stundenweise. Ich vermutete, der Ausschlag wäre durch Weichspüler oder Lebensmitteln verursacht worden.
Eine Kollegin von mir meinte aber, der Ausschlag sehe aus, wie vom Eichenprozessionsspinner verursachte Beschwerden und da ich täglich durch den Wald zur Arbeit gehe, wäre das naheliegend.
Der Ausschlag ist jetzt seit 3 Tagen besser geworden. Es sind nur noch vereinzelt kleine rote juckende Punkte auf meinem Körper zu finden. Ich dusche natürlich jeden Tag, aber meine Wäsche kann ich nicht täglich waschen.

Ist die Besserung ein Zeichen, dass ich bald überhaupt keine Beschwerden mehr habe? Und kann ich jetzt - Anfang September - wieder durch den Wald gehen, ohne Angst vor neuen Beschwerden haben zu müssen?

Norbert kommentierte am 06.09.2014 um 00:44 Uhr

Hallo iri90. Hier handelt es sich mit hoher Wahscheinlichkeit um eine allergische Reaktion auf die Härchen der Eichen-Prozessionsspinner-Raupe. Mehrmals täglich lauwarm duschen und Wäsche waschen können helfen. Die Symptome klingen in der Regel nach einigen Tagen von alleine wieder ab. Das Problem: Wenn die befallenen Waldgebiete nicht gemieden werden, wird man immer wieder mit den feinen Brennhaaren in Kontakt kommen. Die Folge ist eine erneute allergische Reaktion. Wenn möglich, sollte man die betroffenen Wälder meiden oder zumindest schützende Kleidung tragen. Eine akute gesundheitliche Gefahr besteht von Anfang Mai bis Anfang Juli (Raupenfraßzeit). Aber da die Nester der Eichenprozessionsspinner aus Spinnfäden, Kot und Puppenhülsen mehrere Jahre überdauern, ist ganzjährig Vorsicht geboten.

Bonni kommentierte am 11.02.2015 um 15:08 Uhr

Anfang Januar hatte ich auf Sri Lanka Kontakt mit einem Eichenprozessionsspinner (am rechten Unterarm). Die Auswirkungen waren wie häufig beschrieben - breiteten sich bis auf den rechten Oberschenkel aus. Trotz Kortison Salben hielt das Jucken, abschwächend, bis vor einer Woche an. Seit einer Woche habe ich eine schmerzende, aber auch juckende Brustentzündung. Ich bin 62 Jahre, also nicht im Still-Alter! Die Gynäkologin ist ratlos. Könnte es sein, dass dies auch noch ein Reiseandenken der schönen Raupe ist?

isolde kommentierte am 16.08.2015 um 10:03 Uhr

Mein Hund hatte vor einigen Wochen an der einen Wangenseite eine verklebte Fellstelle. Nach einiger zeit hat sie heftig angefangen sich zu kratzen, so dass die Stelle so groß wurde wie etwa ein 5 Mark Stück und total entzündet. Ich habe es immer mit Kamillentee abgewaschen und dann Honig darauf gegeben. Jetzt wird es langsam heile. Das ist nun zirka 5 Wochen her. Nun gebe ich immer Zinksalbe darauf und vor ein paar Tagen hat sich genau das Selbe auf der anderen Wangenseite ergeben. Das Fell verklebt und die Haare konnte man gleich im Büschel herausziehen. Der Juckreiz blieb bei dieser Stelle aus. Könnte es sich um Larven von einem Eichenprozessionsspinner handeln und kann man das mit anderen Medikamenten behandeln?

Andy kommentierte am 30.09.2015 um 10:29 Uhr

Ich bin vor 14 Tage auf dem Jakobsweg gegangen und habe die letzten 3 Tage 90 km vor Santiago de compostela eine Allergie, nur in den Bereichen am Körper, die nicht bekleidet waren bekommen.
Können das noch die Eichenprozessionsspinner gewesen sein?

Norbert kommentierte am 30.09.2015 um 22:57 Uhr

@Andy
Es spricht vieles für den Eichenprozessionsspinner. Genau gesagt handelt es sich in Südeuropa (Spanien) eher um den sogenannten Pinien-Prozessionsspinner.

waldmensch kommentierte am 22.07.2016 um 12:38 Uhr

Ich war vor 3 Tagen mit meiner 2 jährigen Tochter auf einem Waldspielplatz und sie hatte definitiv ein Eichenprozessionsspinnernest in dem Händen. Ich habe es ihr sofort weggenommen, ohne zu wissen was es ist. Sie hat dann rote Flecken an den Beinen gehabt und ich an dem Arm mit dem ich sie getragen habe. Zuhause haben wir uns geduscht und alle Kleider gewaschen. Bei ihr sind die Flecken zwischenzeitlich verschwunden. Bei mir sind die Flecken weniger, ich habe noch Fieber (das maximale war 39.1) und starke Kopfschmerzen bekommen. Hängt das Fieber auch mit der allergischen Reaktion zusammen? Behandle ich hier auch einfach nur die Symptome (fiebersenkende Mittel)?

blauswimnixe kommentierte am 26.07.2016 um 12:50 Uhr

Ich werde jedes Jahr von den Pusteln heimgesucht. Die Warnungen, nicht in den Wald zu gehen u.ä. werden doch durch die Tatsache, dass die Härchen durch die Luft fliegen, konterkariert. Ich gehe im Freibad oder im See schwimmen und dort ist man sofort in Gefahr. Alle Antihistamine und Cortison haben nichts genützt. Die Pharmaindustrie sollte vielleicht einen Wirkstoff suchen, der als Prophylaxe angewendet werden kann.