Eibe

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Februar 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Eibe

Die Eibe zählt zu den immergrünen Nadelbäumen. Trotz ihrer Giftigkeit kommt sie zur Behandlung von Krebserkrankungen zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Die Eibe (Taxus baccata) entstammt der Familie der Eibengewächse (Taxaceae) und wird zur Koniferenordnung (Coniferales) gerechnet. Sie trägt auch die Bezeichnungen Gemeine Eibe oder Europäische Eibe.

Die Eibe wird als Heilpflanze u.a. bei Magen-Darm-Erkrankungen und sogar in der Krebstherapie eingesetzt.
Eine typische Eigenschaft der Eibe bildet ihr langsames Wachstum. Sie kann ein Alter von mehr als 2000 Jahren erreichen. Bei den verschiedenen Eibenarten handelt es sich entweder um Sträucher oder Bäume, die klein bis mittelgroß sind. So schwankt ihre Wuchshöhe zwischen 2 und 20 Metern.

Der dicke Stamm des Baumes verfügt über eine rotbraune Rinde. Die Blätter der Eibe stellen immergrüne Nadeln dar. In den Monaten April und Mai kommt es zum Erscheinen der Blüten, aus denen dann im August ein oder zwei Samen mit grünbrauner Färbung hervorgehen. Sie bilden sich in einem roten Fruchtkörper. Dieser wird von einer fleischigen Hülle umgeben. Mithilfe von Vögeln können sich die Samen verbreiten.

Beheimatet ist die Eibe in Europa, im Westen Asiens, dem Kaukasus, dem Iran sowie im nordafrikanischen Atlasgebirge. Dort gedeiht sie auf Böden, die feucht- und kalkreich sind und über genügend Nährstoffe verfügen. Die jungen Eiben wachsen am liebsten in schattigen Bereichen. Als Zierstrauch ist die Europäische Eibe auch auf Friedhöfen oder in Parks anzutreffen.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Die Eibe zählt zu den Giftpflanzen. So sind beinahe sämtliche Teile des Baumes giftig mit Ausnahme der roten Samenmantel, die einen süßen Geschmack aufweisen. Als tödlich gilt schon eine Einnahme von 50 bis 100 Gramm an Nadeln. Bei den toxischen Stoffen der Eibe handelt es sich um Taxin A, Taxin B, Taxin C sowie Taxole und Baccatine. Weitere Inhaltsstoffe sind Diterpene, Phenole, Ginkgetin, Paclitaxel und Betulosid. Im Fruchtfleisch befindet sich zudem ein größeres Maß an Vitamin C. Die Giftstoffe können weder durch Kochen noch durch Trocknen beseitigt werden.

Wie hoch der toxische Anteil in den Nadeln, Samen, dem Holz oder der Rinde ausfällt, ist von Baum zu Baum verschieden, was sich auch nach der jeweiligen Jahreszeit richtet. Die Früchte der Eibe können sogar roh genossen werden. Sie gelten als hilfreich gegen Skorbut. Beim Verzehr der Früchte ist das Verschlucken der Samen jedoch unbedingt zu vermeiden. Die frischen Zweigspitzen der Eibe lassen sich auch zu medizinischen Zwecken verwenden.

So gelten die cyanogenen Glykoside und die Diterpen-Alkaloide als heilsam. Zur äußerlichen Anwendung kann auch eine Eibentinktur verabreicht werden, um Hautparasiten zu bekämpfen. Darüber hinaus eignen sich die Inhaltsstoffe der Eibe zur innerlichen Therapie von Krebserkrankungen, obwohl sie giftig sind. Der Patient darf sich mit Präparaten der Eibe jedoch keinesfalls selbst behandeln. So muss die Darreichung stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Eine Ausnahme bildet die Homöopathie, die die Eibe unter der Bezeichnung Taxus baccata stark verdünnt gegen Magen-Darm-Erkrankungen und Hautprobleme verabreicht. Im Mittelalter verwendeten die Menschen die Eibe auch als Räuchermittel gegen Erkältungen. So wirkte der inhalierte Rauch lindernd auf Schnupfen, Husten und Lungenerkrankungen.

Wogegen hilft Eibe?

Bedeutung für die Gesundheit

Im Altertum erlangte die Eibe nicht als Heil- sondern als Giftpflanze Bekanntheit. Dabei wurden die Teile des Baumes als rasch wirkendes Gift eingesetzt, um Morde zu begehen. Die Kelten präparierten mit dem Baumgift ihre Pfeile. Weiterhin wurden der Eibe magische Kräfte nachgesagt. Zum Beispiel sollten mithilfe der Pflanze Geister heraufbeschworen werden. Ebenso galt deren Vertreibung durch die Eibe als möglich. Einen weiteren Verwendungszweck des Baumes bildete das Herstellen von Zauberstäben. Von einigen Völkern wurde die Eibe sogar als heilig angesehen.

Ab dem Mittelalter gelangte die Eibe schließlich auch als Heilmittel zum Einsatz. Einer ihrer ersten medizinischen Anwender um 1021 war der Perser Avicenna. Dabei diente die Pflanze zur Therapie von Gallenleiden, Lebererkrankungen, Schlangenbissen und Tollwut. Die Volksmedizin setzte die Eibe zudem gegen Krätze, Rheuma, Würmer, Diphtherie, Herzleiden und Epilepsie ein. Die Schulmedizin erreichte in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts eine teilsynthetische Isolierung des Eibeninhaltsstoffes Paclitaxel, der eine zellteilungshemmende Wirkung aufweist.

In den Jahren zuvor war eine solche Isolierung nur bei der Taxus brevifolia (Pazifische Eibe) möglich. Dieser Vorgang wurde aus den Taxanverbindungen, die in den Nadeln der Eibe enthalten sind, vorgenommen.

Auf diese Weise lassen sich die Inhaltsstoffe der Eibe wirkungsvoll gegen Krebserkrankungen wie Bronchialkrebs, Brustkrebs sowie Eierstockkrebs einsetzen. Die medizinische Anwendung erfolgt aufgrund von erheblichen Nebenwirkungen allerdings nur dann, wenn sämtliche anderen Therapieformen versagen.

Auch in der Homöopathie gelangt die Eibe gegen verschiedene Erkrankungen zum Einsatz. Dazu gehören Verdauungsprobleme, Hautausschläge, Lebererkrankungen, Rheuma, Gicht und Herzleiden.

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