Echokardiographie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. August 2016
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Bei einer Echokardiographie handelt es sich um eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Sie stellt einen unverzichtbaren Bestandteil der kardiologischen Diagnostik dar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Echokardiographie?

Der Begriff Echokardiographie setzt sich aus den Wortbestandteilen Echo, Kardio und Graphie zusammen. Dabei steht „Echo“ für Schall, „Kardio“ für Herz und „Graphie“ für Aufzeichnung. Die Untersuchungsmethode wird auch als Herzultraschall bezeichnet und gehört zu den bedeutendsten medizinischen Routineverfahren.

Der untersuchende Arzt beurteilt dabei Funktionen und Strukturen des Herzens per Ultraschall (Sonographie). Die konventionelle Echokardiographie gilt als vollkommen ungefährlich und bereitet keine Schmerzen. Das diagnostische Darstellen einer Echokardiographie trägt die Bezeichnung Echokardiogramm.

Anwendung und Funktion

Die Echokardiographie dient zur Untersuchung von Herzbeschwerden. Durch das Verfahren lassen sich Aufschlüsse über die Größe der Herzhöhlen wie den Herzkammern und den Herzvorhöfen, das Ausmaß der Herzwände sowie der Scheidewand, die Pumpleistung des Herzens sowie Störungen der Bewegungen des Herzmuskels gewinnen.

Weiterhin erhält der Arzt durch die Echokardiographie Hinweise auf die Form und den Durchmesser des aufsteigenden Bereichs der Hauptschlagader (Aorta), die Funktionen und Form der Herzklappen, Veränderungen des Perikards (Herzbeutels) und angeborene Fehlbildungen des Herzens. Außerdem lässt sich der Blutdruck in der Lunge abschätzen. So deuten erhöhte Werte auf eine Lungenembolie oder Lungenhochdruck hin.

Krankhafte Veränderungen am Herzen, die sich mit einer Echokardiographie diagnostizieren lassen, sind u. a. eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche), das Ansammeln von Flüssigkeit innerhalb des Herzbeutels, Erkrankungen der Herzklappen, Herzmuskelerkrankungen oder ein Thrombus (Blutgerinnsel) innerhalb der Herzräume.

Weitere Anwendungsgebiete stellen Bluthochdruck, Herzinfarkte, eine Kardiomyopathie, Schlafapnoe, Bradykardie, Tachykardie, Vorhofflimmern und die koronare Herzkrankheit (KHK) dar.

Methoden und Verfahren

Bei der Echokardiographie gilt es, zwischen einer transthorakalen Echokardiographie (TTE) sowie einer transösophagealen Echokardiographie (TEE) zu unterscheiden.

Eine transthorakale Echokardiographie kommt bei Verdacht auf eine Herzkrankheit zur Anwendung oder um einen bereits bekannten Erkrankungsverlauf zu kontrollieren. Dabei setzt der Arzt den Ultraschallkopf von außen auf den Brustkorb des Patienten auf, um die Untersuchung durchzuführen.

Seltener wird dagegen die transösophageale Echokardiographie vorgenommen, bei der der Arzt einen kleinen Ultraschallkopf über den Ösophagus, also die Speiseröhre, in den Körper einführt. Mithilfe dieser Methode lassen sich kleinere Strukturen darstellen. Zur Anwendung gelangt die transösophageale Echokardiographie, um die Herzklappen genauer zu untersuchen. Dies kann zum Beispiel bei einem Verdacht auf ein Blutgerinnsel in den Innenräumen des Herzens oder eine Endokarditis (Entzündung der Herzklappen) der Fall sein. Die Diagnose von Thromben gilt als besonders wichtig, weil sie die Gefahr eines Schlaganfalls erhöhen.

Eine weitere Methode der Echokardiographie ist die Stressechokardiograhie, auch Belastungsechokardiographie genannt. Mit dieser Methode kann eine verminderte Durchblutung des Herzmuskels festgestellt werden. Sie kommt jedoch in der Regel erst nach einem EKG (Elektrokardiogramm), das im Ruhezustand stattfindet, sowie einem Belastungs-EKG zum Einsatz. Die Stressechokardiographie kann bei Unklarheiten helfen, Zweifel auszuräumen.

Was muss der Patient beachten?

Vor der Durchführung einer transthorakalen Echokardiographie braucht der Patient nichts Besonderes zu beachten. Anders sieht es im Falle einer transösophagealen Echokardiographie aus. So darf der Patient 4 bis 6 Stunden vor der Untersuchung nichts mehr zu sich nehmen. In der Regel erfolgt die lokale Betäubung des Rachens, um das Einführen des Ultraschallkopfes zu erleichtern.

Aufgrund der Betäubung sollte nach der Untersuchung zwei Stunden lang weder etwas gegessen noch etwas getrunken werden. Erhält der Patient außerdem Beruhigungsmittel, darf er 24 Stunden nicht Autofahren oder an komplizierten Maschinen arbeiten.

Im Vorfeld einer Stressechokardiographie muss der Patient am Abend sowie am Morgen vor der Untersuchung auf die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln verzichten. Dabei kann es sich um Nitrate, Kalziumantagonisten oder Betablocker handeln.

Das Absetzen der Medikamente ist jedoch unbedingt mit dem Arzt zu besprechen. Im Unterschied zur transösophagealen Echokardiographie darf der Patient vor der Untersuchung noch etwas zu sich nehmen.

Ablauf und Durchführung

Findet eine transthorakale Echokardiographie statt, legt sich der Patient auf eine Untersuchungsliege und nimmt dabei Linkslage ein. Außerdem erhöht er leicht seinen Oberkörper, während er den linken Arm hinter den Kopf legt. Von dem Arzt wird im Rahmen der Untersuchung der Ultraschallkopf an verschiedenen Stellen des Brustkorbs platziert, um das Herz zu untersuchen. Durch die Sonographie lassen sich die Ultraschallbilder ableiten. Insgesamt nimmt die Untersuchung nur 10 bis 20 Minuten in Anspruch.

Erfolgt eine transösophageale Echokardiographie, betäubt der Arzt den Rachen des Patienten mit einem Spray. Falls nötig, lässt sich auch eine Injektion zur Beruhigung verabreichen. Für die Untersuchung greift der Arzt auf einen elastischen Schlauch zurück, an dessen Ende sich der Ultraschallkopf befindet. Der Schlauch ähnelt dem Echoskop, das zur Untersuchung des Magens dient.

Je nach Untersuchungsaufwand kann die transösophageale Echokardiographie nur zehn Minuten dauern, aber auch mehr Zeit erfordern.

Die Durchführung einer Stressechokardiographie ähnelt der transthorakalen Echokardiographie. Allerdings findet bei diesem Verfahren eine zusätzliche Belastung des Herzens statt. Zu diesem Zweck bewegt sich der Patient, während er an den Ultraschallkopf angeschlossen ist, auf einem Spezialfahrrad oder erhält bestimmte Medikamente. Diese rufen eine stärkere Belastung des Herzens hervor. Auch die Dauer der Belastungsechokardiographie beträgt ungefähr eine halbe Stunde. Das Herz wird während dieses Verfahrens permanent vom Arzt kontrolliert.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Sofern die Echokardiographie medizinischer Notwendigkeit unterliegt, erfolgt die Übernahme der Kosten durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Findet eine einfache Sonographie des Herzens auf Wunsch des Patienten statt, muss dieser dafür zwischen 30 und 60 Euro aufbringen.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Bei der Durchführung einer transthorakalen Echokardiographie bestehen keinerlei Risiken. Auch Nebenwirkungen oder eine erhöhte Strahlenbelastung sind nicht zu befürchten. Im Falle einer transösophagealen Echokardiographie sind zumindest gewisse Nebenwirkungen möglich.

Dabei kann es sich um Infektionen durch eingeschleppte Keime, Verletzungen an der Speiseröhre oder Mundhöhle, Herzrhythmusstörungen oder Allergien gegen das Beruhigungsmittel handeln. Allerdings zeigen sich solche unerwünschten Effekte nur äußerst selten, sodass das Untersuchungsverfahren in der Regel ohne Probleme verläuft.

Im Falle einer Stressechokardiographie besteht mitunter die Gefahr von Herzrhythmusstörungen oder Herzschmerzen. In der Regel normalisieren sie sich jedoch ohne eine Behandlung wieder.

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