Eberraute (Lebensmittel)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. April 2016
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Bei der Eberraute handelt es sich um ein heutzutage eher weniger bekanntes Gartenkraut. Das Korbblütengewächs besaß im Altertum jedoch große Bedeutung als Heilpflanze. Vielerorts kommt die Pflanze heute verwildert vor.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über die Eberraute wissen

Die Eberraute ist der Gattung Artemisia zuzurechnen und ist auch unter ihrer lateinischen Bezeichnung Artemisia abrotanum bekannt. Als ausdauernde krautige Pflanze kann die Eberraute Wuchshöhen von etwa einem Meter erreichen. Die Pflanzen besitzen ein intensives Aroma, welches an Cola denken lässt.

Charakteristisch für die Pflanze ist ein aufrechter Wuchs. An den verzweigten Stängeln erscheinen die wechselseitigen Laubblätter. Dicke und verholzte Wurzeln sind ebenfalls kennzeichnend für die Gewürz- und Heilpflanze. Ursprünglich liegt die Heimat des Gewächses in Albanien, Teilen Russlands oder der Türkei. Auch in Kroatien, der Ukraine und dem Kaukasusvorland ist die Eberraute heimisch.

Im Mittelalter gelangte die Pflanze nach Europa und wurde zunächst in den Klostergärten angepflanzt. Die englische Bezeichnung “maiden`s ruin” lässt auf die aphrodisierende Wirkung schließen, die der Pflanze einst nachgesagt wurde. Vorrangig mit dem Ziel, lästige Insekten zu vertreiben, wird die Eberraute seit langer Zeit in Gärten angebaut.

Auf Grund ihrer Anspruchslosigkeit konnte sich die Eberraute auch in Stein- oder Steppengärten einen Namen machen. In Mitteleuropa ist die Pflanze heute weit verbreitet, wird vielerorts kultiviert und kommt auch verwildert vor.

Bedeutung für die Gesundheit

Die Heilwirkungen der Eberraute wurden im Mittelalter weithin geschätzt. Damals wurde die Pflanze häufig auch als Stabwurz bezeichnet. Neben der belebenden Wirkung galt das Heilkraut auch als krampflösend, antibakteriell und schweißtreibend.

Bereits im 9. Jahrhundert beschrieb der Abt Walahfrid Strabo die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Eberraute. Ende des 16. Jahrhunderts findet sich im von P.A. Mattioli verfassten Kräuterbuch ebenfalls ein diesbezüglicher Eintrag. Hier wird die Pflanze als Mittel gegen Geschwülste, Brustschmerzen oder Darmparasiten genannt. Ab dem 9. Jahrhundert wurde die Pflanze in den Klostergärten angebaut und unter anderem bei Atembeschwerden oder Gelbsucht eingesetzt.

Geläufig war die Anwendung als Tee, Wickel oder Weinauszug. Bestätigt hat sich die stärkende Wirkung der Eberraute für die Harnwege und den Verdauungstrakt. In der Pharmazie wird die Bezeichnung Herba Abrotani gebraucht. Als homöopathisches Präparat wird die Eberraute heute vorrangig bei Blasenschwäche, Menstruations- oder Wechseljahrsbeschwerden, Schlafstörungen oder Rückenschmerzen eingesetzt.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Die Eberraute ist reich an ätherischen Ölen und Bitterstoffen. Weiterhin zählen Cumarin, Rutin, Abrotin und Gerbstoffe zu den Inhaltsstoffen. Für den herb bitteren Geschmack sind Rutin und Absinthin verantwortlich. Artverwandt mit Wermut und Beifuß, besitzt die Eberraute auch nennenswerte Anteile an Artemisinin, einem Stoff, der gegen Malaria eingesetzt wird. Das Flavonoid Rutin begünstigt die antibakteriellen und entkrampfenden Eigenschaften der Pflanze. Die Bitterstoffe wirken verdauungsanregend, machen Appetit und lindern Krämpfe.

Unverträglichkeiten

Da die Eberraute krampflösend wirkt und häufig dazu verwendet wird, die Menstruation einzuleiten, sollte in der Schwangerschaft von einer Verwendung des Heilkrautes abgesehen werden. Wer auf Korblütengewächse allergisch reagiert, sollte ebenfalls von einer Einnahme entsprechender Präparate absehen oder vorab einen Arzt um Rat fragen.

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Einkaufs- und Küchentipps

Die Eberraute wird als Küchenkraut nicht zuletzt auf Grund ihres intensiven Aromas geschätzt. Die Blätter schmecken zitronenartig und verströmen einen an Cola erinnernden Duft. Optisch lässt sich die Pflanze leicht mit den verwandten Arten Beifuß oder Estragon verwechseln. Im Supermarkt ist die Pflanze eher selten zu finden. Meist gelangt Eberraute unter der Bezeichnung Colastrauch in den Handel.

In unseren Breiten bilden die Pflanzen nicht immer Samen. Daher macht sich die Eberraute auch im Gartenfachhandel rar. Gelegentlich können im Gartenmarkt vorgezogene Jungpflanzen erworben werden. Hin und wieder werden auch die getrockneten Blätter der Pflanze verkauft. Diese verlieren allerdings schnell an Aroma und sollten luftdicht verpackt sein.

Zur Bevorratung können die Blätter der Pflanze auch eingefroren werden. Im Handel lässt sich Eberraute in zwei Geschmacksrichtungen finden. Die Zitroneneberraute duftet nach Zitrusfrüchten. Bei der Kampfereberraute überwiegt eher ein süßlicher Coladuft.

Zubereitungstipps

Die Blätter der Eberraute können zu einem aromatischen Tee aufgegossen werden. Dazu werden zwei Teelöffel getrocknete Eberrautenblätter mit kochendem Wasser aufgegossen. Die Ziehzeit für dieses immunstärkende Getränk beträgt etwa acht Minuten. Die Blätter können auch in Schnaps eingelegt werden. Die Gewürzpflanze ist ein idealer Begleiter zu fetten, schweren Speisen wie zum Beispiel Gänsebraten.

Da der Geschmack der Eberraute recht intensiv ausfällt, sollte sparsam dosiert werden. Schnell werden die Gerichte ansonsten leicht bitter. Das zitronige Aroma der Eberraute passt auch sehr gut zu Salaten und Desserts. Zusammen mit Petersilie und anderen Gewürzen kann die Eberraute auch zu einem Kräutersträußchen gebunden werden und Suppen oder Soßen geschmacklich aufwerten.

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