ESBL-Infektion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. Dezember 2014
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Unter der ESBL-Infektion versteht man eine Erkrankung, die viele resistente Erreger aufweist. Das bedeutet, dass die Infektion schwer zu behandeln ist - vor allem dann, wenn diese sich auf unterschiedliche Bereiche ausgebreitet hat.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ESBL-Infektion?

Das ESBL in ESBL-Infektion - das bedeutet "Extended Spectrum Beta Latmasa" - sind Bakterien, die vorwiegend den Organismus beeinträchtigen. ESBL-Infektionen sind charakteristisch dafür, dass die im ersten Augenblick nicht auf eine infektiöse Erkrankung hinweisen. Somit hat der Arzt oftmals eine erschwerte Situation bei der Diagnoseerstellung.

In erster Linie ist das Darmsystem durch die ESBL-Infektion betroffen. Die Bakterien sorgen für eine Veränderung von dem Beta Laktamasa Enzym - somit hilft auch eine Behandlung mit Antibiotika nicht, da die Wirkung somit automatisch unterbrochen wird. Im Folgenden führt die ESBL-Infektion zu einem wahren Widerstand gegenüber den Antibiotika. Somit kann die Infektion mittels Antibiotika auch nicht behandelt werden.

Ursachen von ESBL-Infektion

Die grampositiven Enterobakterien, die im gesunden Darm leben, sind auch gleichzeitig der Erreger für die ESBL-Infektion. Der Mensch nimmt diese Erreger durch die Umwelt aus; diese tragen auch zur Funktionsfähigkeit der menschlichen Darmflora bei. Erlebt der Mensch aber eine Beeinträchtigung der Erbinformation der Enterobakterien, so ist eine ESBL-Infektion möglich.

Die Ursachen sind unterschiedlich, jedoch liegt es in erster Linie an genetisch veränderten Keimen, die die Infektion hervorrufen. Überwiegend sind Menschen betroffen, die über ein geschwächtes Immunsystem verfügen. Die Risikogruppen sind in erster Linie ältere Menschen und Senioren, erkrankte Personen oder auch kleine Kinder. Häufig tritt die ESBL-Infektion in Krankenhäusern oder auch Pflegeeinrichtungen auf. Die Übertragung geschieht des Weiteren über Fäkalien. Gesunde Erwachsene sind im Regelfall von der ESBL-Infektion nicht betroffen bzw. stellen keine Risikogruppe dar.

Symptome und Verlauf von ESBL-Infektion

Das Problem: Die ESBL-Infektion tritt an unterschiedlichen Orten des Körpers auf. Das bedeutet, dass es keine typischen Symptome gibt. Selbst die Beschwerden sind von Person zu Person unterschiedlich. Es gibt jedoch, je nach Ort der Infektion, bekannte und ähnliche Beschwerdemuster.

Besteht ein Verdacht, dass der Patient an einer ESBL-Infektion leidet, sollte dieser so schnell wie möglich einen Arzt kontaktieren. Der Verlauf kann unangenehme Folgen haben. So gibt es ESBL-Infektionen in den Harnwegen, welche nicht therapierbar sind. Oftmals klagen Patienten über nur sehr schlecht heilende Wunden - selbst eine Lungenentzündung ist möglich. Ein klassisches Symptom sind braune Wundränder mit Eiterbildung bei schlecht heilenden Wunden. Vor allem tritt aus den offenen Wunden ein sogenannter "Verwesungsgeruch" auf - ein klassisches Symptom einer ESBL-Infektion. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ein Arzt konsultiert wird.

Diagnose von ESBL-Infektion

Dieser hat es aber gar nicht so einfach mit der ESBL-Infektion. Das liegt daran, dass - dadurch keine bekannten Symptome und Beschwerden vorhanden sind, die mit der ESBL-Infektion in Verbindung gebracht werden, der Arzt in die Trickkiste greift. Die Diagnose erfolgt erst nach einer labortechnischen Untersuchung des Blutes sowie auch einer Testung des Patienten.

Der Arzt entnimmt Proben von den Ausscheidungen des Patienten sowie Abstriche der Schleimhäute aus den Wunden. Er untersucht diese auf eine mögliche Infektion durch ESBL. Die Untersuchung erfolgt mikrobiologisch - so erkennt der behandelnde Arzt die eventuelle Infektion durch ESBL.

Behandlung von ESBL-Infektion

Eine Behandlung der ESBL-Infektion ist nur eingeschränkt möglich. Das liegt daran, da die betroffenen Personen hauptsächlich in den Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern aufhältig sind bzw. vor Ort erkranken. Da die ESBL-Infektion multiresistente Keime sind und gegen viele Antibiotika unempfindlich sind, ist es schwer, die passenden Mittel zu finden.

Es gibt nur wenige Antibiotika, die sehr wohl gegen die ESBL-Infektion vorgehen. In erster Linie bekämpft der Arzt nicht die Infektion an sich, sondern die Folgeerkrankungen. Zuerst versucht der Arzt die Bakterien, welche für die ESBL-Infektion verantwortlich sind, aus dem Organismus zu vertreiben. Das ist jedoch ein Problem, da zur Vertreibung nur wenige Antibiotika vorhanden sind, die auch tatsächlich helfen.

Schlussendlich ist die ESBL-Infektion gegen viele Medikamente resistent. Es gibt sogar Fälle, in denen die Patienten mit hochpotenten Antibiotika versorgt werden. Dieses bezeichnet die Medizin als Oxazolidinon und ist auch unter Linezolid bekannt. Auch Daptomycin, Tigecyclin oder Quinupristin helfen gegen die ESBL-Infektion und werden seit geraumer Zeit verwendet.

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Vorbeugung von ESBL-Infektion

Eine Vorbeugung der ESBL-Infektion ist möglich. Vor allem liegt es hier an einer umfassenden hygienischen oder auch desinfektionsbezogenen Maßnahme. Ebenfalls ist die sterilisationsbezogene Maßnahme notwendig, sodass vorwiegend die größte Vorbeugung darin besteht, die hygienischen Maßnahmen zu erhöhen. Vor allem die erhöhte Hygiene sorgt dafür, dass - vorwiegend geschwächte Personen - gegen die ESBL-Infektion geschützt sind.

Das Pflegepersonal muss hier darauf Acht geben, dass sie notwendige hygienische Maßnahmen treffen, damit die Patienten nicht an der ESBL-Infektion erkranken. Für gesunde Personen liegt jedoch kein Grund vor, erhöhte Maßnahmen im Bereich Hygiene zu setzen. Die einzige Ausnahme: Bei einem Besuch von erkrankten oder geschwächten Personen, die im Spital oder Pflegeheim liegen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Mona kommentierte am 08.06.2015 um 20:51 Uhr

Mein Mann ist mit dem ESBL-Keim infiziert. Ich befinde mich nach einer Brustkrebs-OP in einer Chemo-Behandlung. Wie gefährlich ist der Keim für mich?

koffee kommentierte am 06.04.2016 um 22:02 Uhr

Ich habe bei ESBL meines Angehörigen den Joghurt mit Bakterienkulturen verwendet, mit gutem Erfolg. Er war hinterher ESBL-frei.