EEG (Elektroenzephalo­graphie)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. August 2016
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Die Elektroenzephalographie dient zum Messen der elektrischen Aktivitäten des Gehirns. Sie trägt auch die Bezeichnung Hirnstrommessung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Elektroenzephalographie?

Im Rahmen der Elektroenzephalographie (EEG) werden die elektrischen Ströme des Gehirns zu Untersuchungszwecken erfasst. Dabei findet das graphische Aufzeichnen von Stromkurven statt. Diese entstammen der elektrischen Hirnzellenaktivität.

Die Messung der elektrischen Aktivitäten der Hirnrinde findet mithilfe von Elektroden statt. Diese werden nach einem festgelegten Schema auf der Kopfhaut des Patienten befestigt und miteinander verschaltet. Zur elektrischen Aktivität kommt es durch das Entladen kleinerer Nervenzellverbände.

Die elektrische Aktivität des menschlichen Gehirns fällt nicht immer gleich aus. So richtet sie sich danach, in welchem Hirnbereich sie zustande kommt, wie hoch das Lebensalter der Testperson ist und ob der Mensch schläft oder wach ist. Durch die Durchführung einer Elektroenzephalographie ist es möglich, Unregelmäßigkeiten an der elektrischen Aktivität zu ermitteln und eventuellen Gehirnfunktionsstörungen auf die Spur zu kommen.

Aufgrund moderner bildgebender Verfahren wie der Computertomographie (CT) und der Magnetresonanztomographie (MRT) hat die Elektroenzephalographie an Bedeutung eingebüßt, weil sich Schädigungen des Gehirns durch diese Methoden besser diagnostizieren lassen. Allerdings hat ein EEG den Vorteil, schmerzlos zu verlaufen und frei von Komplikationen zu sein. Außerdem ist die Aussagekraft des Verfahrens besonders bei der Epilepsie sehr hoch.

Anwendung und Funktion

Durch das Durchführen einer Elektroenzephalographie lassen sich wichtige Informationen über örtlich begrenzte Aktivitäten des Gehirns, die elektrische Grundaktivität des Organs sowie Veränderungen, die als typisch für eine Epilepsie gelten, erhalten. So wird ein EEG erstellt, wenn Verdacht auf epileptische Krampfanfälle besteht, eine Schlafdiagnostik notwendig ist oder lokale Veränderungen innerhalb des Gehirns bestehen. Dabei kann es sich um Durchblutungsstörungen oder Gehirntumore handeln.

Eine weitere Indikation sind unklare Eintrübungen des Bewusstseins sowie allgemeine Prozesse wie eine Hirnatrophie, erhöhter Hirndruck oder eine Enzephalitis (Gehirnentzündung).

Ebenso kann der Hirntod mithilfe einer Elektroenzephalographie festgestellt werden. Dabei ist von einem Nulllinien-EEG die Rede. Nur durch einen gesicherten Hirntod, bei dem das Herz noch aktiv ist, die Funktionen des Gehirns jedoch komplett versagen, darf eine Organtransplantation vorgenommen werden.

Weitere Anwendungsgebiete einer Elektroenzephalographie sind Stoffwechselerkrankungen, bei denen sich das Gehirn verändert, sowie die Schlafkrankheit (Narkolepsie).

Von Bedeutung ist ein EEG auch, um den Verlauf einer Epilepsie zu bewerten. Durch eine unauffällige Elektroenzephalographie können Erkrankungen des Gehirns jedoch nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund erfolgt die Diagnose solcher Erkrankungen in der heutigen Zeit vorwiegend durch modernde bildgebende Methoden, die Aufschlüsse über die Erkrankungsursachen liefern.

Methoden und Verfahren

Neben einer herkömmlichen Elektroenzephalographie lassen sich noch andere Varianten eines EEG vornehmen. Dazu gehört zum Beispiel das Schlaf-EEG, das in der Regel in einem speziell ausgestatteten Schlaflabor stattfindet. Auch bei dieser EEG-Form wird der Patient an Elektroden angeschlossen. Dann geht er wie gewöhnlich zu Bett, ohne zuvor Medikamente einzunehmen. Während der Patient schläft, messen die Elektroden seine Gehirnaktivität und zeichnen sie auf. Darüber hinaus werden oftmals auch Herzfrequenz, Augenbewegungen und die Aktivität der Muskeln erfasst.

Als Langzeit-EEG wird eine Messung der Hirnaktivitäten über 24 oder 48 Stunden bezeichnet. Diese Methode lässt sich mit einem tragbaren Recorder durchführen, der am Körper des Patienten fest angebracht wird. Auf diese Weise lassen sich sämtliche Vorkommnisse während der Aufzeichnung festhalten.

Eine weitere Methode der Elektroenzephalographie stellt das Provokations-EEG dar, in dessen Rahmen ein epileptischer Anfall provoziert werden soll. Um dies zu erreichen, greift der Arzt auf Schlafentzug, Photostimulation oder Hyperventilation zurück. Durch Photostimulation und Hyperventilation ist das direkte Ableiten eines EEG möglich. Beim Schlafentzug darf der Patient die ganze Nacht nicht schlafen. Am folgenden Tag findet dann die Ableitung der Elektroenzephalographie statt.

Was muss der Patient beachten?

Besondere Vorbereitungen sind im Vorfeld einer Elektroenzephalographie nicht erforderlich. Lediglich das Waschen der Haare wird empfohlen. Auch nach dem EEG sollte das Kontaktgel der Elektroden mit einem Shampoo ausgewaschen werden.

Die Auswertung der Elektroenzephalographie wird vom Arzt selbst vorgenommen. Ergeben sich dabei besondere Auffälligkeiten, können weitere Untersuchungen notwendig sein. Möglich ist auch die Überweisung an einen Spezialisten.

Ablauf und Durchführung

Die Durchführung einer Elektroenzephalographie erfolgt durch einen Neurologen. Bei diesem Verfahren verwendet der Arzt bis zu 21 Elektroden, die sich in einer Art Haube befinden. Auf diese Weise können sie leichter auf dem Kopf des Patienten angebracht werden. Vor der Befestigung findet das Bestreichen der Elektroden mit einem Kontaktgel statt. Darüber hinaus verfügen die Elektroden über verbindende Kabel zu einem Monitor.

Nach einem Standardschema befestigt der Neurologe sie auf dem Kopf des Patienten, der auf einem Stuhl Platz nimmt. Auf dem Bildschirm erscheinen die Hirnströme des Patienten in Form von Wellen. In Richtung Patient wird keinerlei Strom abgegeben, sodass auch keine Gefahren durch die Methode bestehen.

Der Patient sollte sich während des EEG entspannen und die Augen schließen. Während der Untersuchung gibt der Arzt Anweisung, dass der Patient eine kurze Rechenaufgabe lösen oder seine Augen öffnen soll, um die Hirnaktivitäten zu verändern. Im Normalfall erfordert eine Elektroenzephalographie nicht mehr als 20 bis 30 Minuten. Am Ende der Untersuchung nimmt der Arzt dem Patienten die Elektronenhaube wieder ab.

Nach der Durchführung des EEG folgt dessen Auswertung. Dabei wird die Elektroenzephalographie nach Frequenz, Form und Amplitude beurteilt. Je nach Frequenz unterteilt der Arzt die gemessenen Hirnströme in vier bis fünf Rhythmen. Eine schnelle Frequenz zeigt an, dass der Patient wach ist und über eine normale Gehirnaktivität verfügt. Fällt die Frequenz hingegen niedrig aus, deutet dies auf ein tiefes Schlafstadium oder eine Erkrankung hin.



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kostenübernahme für ein EEG findet durch die gesetzlichen Krankenkassen statt. Dazu muss allerdings die medizinische Notwendigkeit der Untersuchung bestehen.

Risiken, Gefahren und Komplikationen

Bei einer konventionellen Elektroenzephalographie sind keine Komplikationen zu befürchten. Bei einem Provokations-EEG wird jedoch ein epileptischer Anfall ausgelöst, wodurch das Risiko von Stürzen und Verletzungen besteht. Dies kommt aber nur selten vor, da der Patient vom Arzt genau überwacht wird.

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