Durchfall beim Kaninchen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. September 2016
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Durchfall beim Kaninchen ist immer ein ernstzunehmendes Symptom. Es weist meist auf eine weitere Erkrankung hin. Durchfall beim Kaninchen kann im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein.

Inhaltsverzeichnis

Wann liegt Durchfall beim Kaninchen vor?

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Durchfall beim Kaninchen ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Die Tiere zeigen meist nicht sofort ein verändertes Verhalten, sondern oftmals erst, wenn die Erkrankung bereits weiter fortgeschritten ist.

Ein unangenehmer Kotgeruch und weiche Köttel im Gehege sind erste Anzeichen für Verdauungsbeschwerden. Beim genauen Beobachten des Tieres fällt meistens ein verklebtes Fell und Fressunlust auf. Durchfall beim Kaninchen ist in der Regel nur ein Symptom und weist auf eine weitere Erkrankung hin.

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für Durchfall beim Kaninchen. Dazu gehören Magen-Darm-Infektionen, Fütterungsfehler, Vergiftungen oder andere Erkrankungen, die die Verdauung beeinflussen.

Magen-Darm-Infektionen werden durch bestimmte Viren, Bakterien oder Parasiten ausgelöst, die die Darmflora angreifen und Durchfall beim Kaninchen verursachen.

Zu schnelles Anfüttern von Wiesengrün im Frühjahr, die Gabe von stark blähendem oder unverträglichem Frischfutter oder zu viel getreidehaltiges Trockenfutter bringen die empfindliche Darmflora ebenfalls durcheinander und können zu Durchfall beim Kaninchen führen.

Auch Vergiftungen können eine Ursache für Durchfall beim Kaninchen sein. Gespritztes oder gedüngtes Gras oder Gemüse können hier ebenso Ursache sein wie giftige Zimmer- oder Gartenpflanzen.

Zahnfehlstellungen oder andere Erkrankungen, durch welche die Tiere nicht genügend Nahrung aufnehmen, führen manchmal ebenfalls zu Durchfall beim Kaninchen. Das wenige Futter im Darm fängt dabei an zu gären und stört die Verdauung, was wiederum zu Durchfall beim Kaninchen führt.

Symptome und Verlauf

Durchfall beim Kaninchen hat typische Symptome. Meistens sind im Gehege der Tiere weiche Köttel zu finden. Auch ein verklebtes oder verschmiertes Fell am After ist ein wichtiger Hinweis auf Durchfall beim Kaninchen. Die Haut in der Afterregion kann gereizt oder entzündet sein.

Im späteren Stadium der Erkrankung zeigt das Kaninchen ein verändertes Verhalten. Die Verdauungsbeschwerden und die häufig mit dem Durchfall einhergehenden Blähungen sind für das Tier sehr schmerzhaft. Man kann dies am gesträubten Fell des Kaninchens erkennen. Außerdem wirken die Tiere teilnahmslos und verweigern die Futteraufnahme.

Im weiteren Verlauf kann es zu Flüssigkeitsverlust durch Austrocknung und daraus resultierende Kreislaufstörungen kommen. Bricht das Verdauungssystem zusammen, bedeutet Durchfall beim Kaninchen akute Lebensgefahr.

Diagnose

Um die Ursache des Durchfalls festzustellen, wird der Tierarzt zunächst den Halter befragen, seit wann der Durchfall beim Kaninchen besteht, ob es noch weitere Symptome und vorangegangene Erkrankungen gibt und was das Tier gefressen hat. Es folgt eine körperliche Untersuchung des Kaninchens, bei der der Bauch abgetastet und Fieber gemessen wird. Darüber hinaus wird der Tierarzt den Kot untersuchen, so dass es sinnvoll ist, eine Probe von zu Hause mitzubringen. Gegebenenfalls wird auch das Blut untersucht, um die Ursache für den Durchfall beim Kaninchen festzustellen.

Wann zum Tierarzt?

Durchfall beim Kaninchen ist nicht ungefährlich und kann unbehandelt zum Tode des Tieres führen. Durchfall beim Kaninchen bedeutet eine damit einhergehende Trägheit des Darms, im schlimmsten Fall stellt der Darm die Verdauung ganz ein. Wenn sich also mit den eingeleiteten Sofort- und Selbsthilfemaßnahmen nicht innerhalb von 24 Stunden eine Besserung einstellt, ist Durchfall beim Kaninchen immer ein Grund, den Tierarzt aufzusuchen. Hier sollte schnellstmöglich eine genauere Untersuchung erfolgen, um die Ursache zu finden und die richtige Behandlung einzuleiten.

Behandlung

Durchfall beim Kaninchen erfordert eine rasche Behandlung. Als Sofortmaßnahme sollte die Gabe von Frischfutter reduziert werden. Außerdem ist darauf zu achten, dass das Tier genug Flüssigkeit erhält, damit es nicht dehydriert. Wasser sowie verdünnter Fenchel- oder Kamillentee können dem Tier angeboten werden. Stellt das Kaninchen das Fressen ein, muss es mit beim Tierarzt erhältlichen Päppelnahrungen zwangsernährt werden, bis es von selbst wieder Nahrung aufnimmt.

Wird der Durchfall beim Kaninchen durch diese Selbsthilfemaßnahmen nicht innerhalb kurzer Zeit besser, sollte eine Behandlung durch den Tierarzt erfolgen. Je nach Durchfallursache kommen Antibiotika oder Mittel gegen Parasiten zum Einsatz. Eine Infusion kann helfen, den Kreislauf des Tieres zu stabilisieren.



Vorbeugung – Was kann der Halter tun?

Durchfall beim Kaninchen kann viele Ursachen haben. Nicht allen kann man vorbeugen. Es gibt jedoch einige Tipps, die man beachten kann, damit Durchfall beim Kaninchen möglichst gar nicht erst auftritt. Da eine der Hauptursachen für Durchfall beim Kaninchen falsche Fütterung ist, sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden.

Getreidehaltiges Trockenfutter sollte, wenn überhaupt, nur in kleinen Mengen gefüttert werden. Melasse- und zuckerhaltige Snacks wie Knabberstangen oder Joghurtdrops sind für eine artgerechte Ernährung nicht geeignet. Viel Heu, Kräuter und ausreichend Frischfutter, das langsam angefüttert wurde, bilden die Ernährungsgrundlage.

Ist bereits Durchfall beim Kaninchen aufgetreten, sollte die Frischfutterration reduziert werden, bis das Tier gesund ist. Frisst das Kaninchen nicht selbstständig, muss es gepäppelt werden. Spezielle Päppelnahrung ist beim Tierarzt erhältlich. Erkrankungen, die mit einem gestörten Fressverhalten einhergehen, sollten außerdem schnellstmöglich durch den Tierarzt behandelt werden, um Durchfall beim Kaninchen vorzubeugen.

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