Durchfall bei Kindern

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. März 2017
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Insbesondere Kleinkinder haben in ihren ersten Lebensjahren vermehrt mit Krankheiten zu kämpfen. Während es sich meistens um Erkältungen und Mandelentzündungen handelt, treten auch Durchfall bei Kindern auf. Die Beschwerden lassen sich auf verschiedene Weise behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Durchfall bei Kindern?

Damit dünnflüssiger Stuhl als Durchfall gilt, muss er bei Kindern mindestens dreimal am Tag auftreten. Die Konsistenz ist teilweise stark verändert und es treten oftmals unangenehme Gerüche auf. Insbesondere bei Babys und Kleinkindern ist Durchfall immer mit der Gefahr des Austrocknens verbunden. Durch die häufige Entleerung und die flüssige Konsistenz verliert der Körper viel Wasser. Dementsprechend ist nicht nur eine Therapie der Ursache notwendig. Gleichzeitig sollten die aus dem Durchfall resultierenden Beschwerden aktiv behandelt werden.

Ursachen

Hinter Durchfall können viele Ursache stecken. Deswegen ist es insbesondere bei Babys und kleinen Kindern wichtig, dass bei anhaltenden Problemen zügig ein Arzt konsultiert wird. Einige Auslöser benötigen eine spezifische Behandlung. So kann beispielsweise eine Darminfektion vorliegen. Diese wird von verschiedenen Viren verursacht. Häufig sind Rotaviren bei Kindern an den unangenehmen Erscheinungen schuld. Rota- und Noroviren haben nicht nur starke Auswirkungen auf den Körper, sie verbreiten sich auch schnell über eine Schmierinfektion.

Des Weiteren kann Durchfall auf verdorbene Lebensmittel oder Unverträglichkeiten hinweisen. So äußern sich Laktose-, Gluten- und Fruktoseintoleranz häufig durch Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Wurde eine andere Infektion mithilfe von Antibiotika behandelt, kann dieses gleichzeitig zu einer Veränderung der Stuhlgewohnheiten bei Kindern führen. Bei einigen Allgemeinerkrankungen wie zum Beispiel einer Erkältung werden die Symptome ebenfalls durch Durchfall begleitet. Weiterhin kommen chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn in Frage.

Kranheiten

Wann zum Arzt?

Wenn Durchfall bei Kindern mit Hausmitteln behandelt wurde und keine Besserung in Sicht ist, sollte dringend ein Kinderarzt konsultiert werden. Durchfall kann rasch zu einer Austrocknung des Körpers führen. Gerade bei kleinen Kindern tritt sie schnell ein, da der Flüssigkeitshaushalt noch nicht ausreichend stabil ist.

Wenn Durchfall länger als 24 Stunden anhält und keinerlei Chance auf Besserung besteht, muss ein Mediziner kontaktiert werden. Je jünger das Kind ist, desto zügiger müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Die Symptome einer Austrocknung sind vor allem eine eingefallene Fontanelle sowie stark gelblicher Urin und verminderte Abgabe von Urin. Ferner zeigt sich das Kind teilnahmslos und schläfrig. Bei trockenen Schleimhäuten in Mund, Nase und Augen, ist sofortiges Handeln unumgänglich.

Verweigert das Kind die Nahrungsaufnahme oder bildet sich Blut, Eiter und Schleim im Stuhl, muss das Kind prompt dem Arzt vorgestellt werden. Das Gleiche gilt bei bereits vorhandenen Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus sowie Herz- oder Nierenerkrankungen. Weitere Symptome, die einen Arztbesuch unverzüglich erforderlich machen, sind starke Übelkeit, Erbrechen, ausgeprägte Kreislaufschwäche sowie Schwindel, pechschwarzer Stuhl und hohes Fieber.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose erfolgt normalerweise durch einen Allgemeinmediziner. Vor der körperlichen Untersuchung werden einige Fragen zu den genauen Beschwerden und zusätzlichen Erscheinungen gestellt. Des Weiteren sollten Informationen über Ernährungsgewohnheiten und infektiöse Erkrankungen im unmittelbaren Umfeld des Kindes bereit gehalten werden. Bei einigen Verdachtsfällen hilft die Beschreibung des Stuhls weiter.

Hat der Arzt ein ausreichendes Bild durch die Beschreibung der Eltern erlangt, kann er eine erste Vermutung aufstellen. Um diese zu verifizieren ist es eventuell notwendig, eine Stuhlkultur einzureichen. Hier wird ein Teil des Stuhls durch ein Labor untersucht. Auf diese Weise kann das Vorliegen von Viren oder Bakterien geklärt und der spezifische Typus identifiziert werden. Der Verlauf hängt letztendlich von der zugrunde liegenden Ursache ab. In den meisten Fällen klingen die Beschwerden binnen weniger Tage ab.

Behandlung und Therapie

Vor allem bei Kindern ist die optimale Behandlung von Durchfallerkankungen wichtig. Diese richtet sich nach dem Auslöser der Beschwerden. Sind bestimmte Erreger verantwortlich, kann die Gabe von Medikamenten notwendig werden. Bei einer Intoleranz muss die Ernährung so umgestellt werden, dass das Kind nicht mehr mit den spezifischen Lebensmitteln in Kontakt kommt. Zunächst ist aber auch die Linderung der Beschwerden wichtig, die durch eine Durchfallerkrankung auftreten. So sollte der Flüssigkeitsbedarf gedeckt werden. Eltern sollten ihre Kinder immer wieder zum trinken animieren.

Optimalerweise handelt es sich um eine konstante Aufnahme kleinerer Mengen. Weil durch den flüssigen Stuhl viele Mineralien und Zucker ausgeschieden werden, eignen sich vor allem bestimmte Flüssigkeiten, die den Elektrolythaushalt ausgleichen. Diese können zum einen in Apotheken erworben werden, zum anderen ist die eigenständige Herstellung möglich. So kann beispielsweise ein Tee gekocht und dieser mit Salz und Zucker angereichert werden. Welche Mengen optimal sind, hängt von Alter und Größe des Kindes ab.

Zusätzlich können bestimmte Obstsäfte den Verlust an Vitaminen ausgleichen. Zunächst sollte das Kind nur Flüssigkeit zu sich nehmen. Sobald der Organismus genügend Flüssigkeit erhalten hat, ist die Ergänzung von festen Nahrungsmitteln möglich. In der Regel handelt es sich um eine Zeitspanne von etwa 3 bis 4 Stunden.



Vorbeugung

Durchfall kann in einigen Bereichen vorgebeugt werden. So sind meistens Schmierinfektionen an Magen-Darm-Erkrankungen schuld. Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten die Hände regelmäßig gewaschen werden. Dies ist insbesondere nach dem Toilettengang oder vor dem Essen von Bedeutung. Optimalerweise erlernen Kinder die ausreichende Handhygiene bereits in frühen Lebensjahren.

Darüber hinaus sollten Eltern bei der Nahrungszubereitung auf die Qualität der Lebensmittel achten. Eine korrekte Lagerung vermeidet die Aufnahme verdorbener Speisen. In einigen Regionen werden zudem Impfungen gegen Rota-Viren angeboten. So sind sie zum Beispiel Teil des österreicherischen Impfplans.

Bücher über Magen-Darm-Beschwerden

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: DGPI Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Schellenberg, I. et al.: Kinderkrankheiten von A-Z: Wo Naturheilverfahren wirken - wann Schulmedizin nötig ist, 2. Auflage, TRIAS, 2012
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2014
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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