Dumpfes Hören

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Oktober 2016
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Wer plötzlich auf einem Ohr schwer hört, kann ein mit einem Pfropf aus Ohrenschmalz verstopftes Ohr haben. Etwas weniger harmlos ist dumpfes Hören infolge einer Mittelohrentzündung. Außerdem kann auch ein Hörsturz die spontane Schwerhörigkeit auf einem Ohr auslösen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Dumpfes Hören?

Dumpfes Hören ist keine eigenständige Hals-Nasen-Ohren-Erkrankung, sondern eines der Symptome, mit denen sich einige Ohr-Krankheiten zeigen. Die Betroffenen hören alles dumpf und wie durch Watte oder einen Ohrstöpsel. Verschwindet die Hörstörung nach einigen Tagen von allein wieder (das kommt in vielen Fällen vor), benötigt der Betroffene keine fachärztliche Hilfe. Bleibt das dumpfe Hören jedoch bestehen, sollte er baldmöglichst einen HNO-Arzt aufsuchen: Es könnte nämlich sein, dass er einen Hörsturz erlitten hat oder sein Trommelfell gerissen ist.

Als Hörsturz oder sensorische Schwerhörigkeit bezeichnet der Mediziner den durch verschiedene teilweise noch unbekannte Faktoren verursachten Hörverlust, der üblicherweise nur bei einem Ohr auftritt. Der Betroffene hat das Gefühl, er habe einen drückenden Fremdkörper im Innenohr. Töne kommen nur mit Nachhall und verzerrt an. Manche Patienten hören nur etwas schlechter als zuvor, andere wiederum sind schon fast taub oder taub.

Beim Hörsturz funktioniert die Weiterleitung des Schalls zum Mittelohr und von dort aus über das Trommelfell und die Gehörknöchelchen zum Innenohr einwandfrei. Dort allerdings ist die Verarbeitung des Schalls (Schallempfinden) so gestört, dass die eingehenden Signale nicht mehr richtig interpretiert werden können. Der Hörverlust tritt in der Regel zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf und betrifft Frauen und Männer gleichermaßen.

Ursachen

Hauptursache des Hörsturzes ist eine gestörte Durchblutung des Innenohrs. Die sensorische Schwerhörigkeit oder Schallempfindungsschwerhörigkeit tritt auf, wenn die im Innenohr befindlichen Haarzellen, die das Hören ermöglichen, nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden: Sie erhalten zu wenige Nährstoffe und Sauerstoff und sind daher nicht mehr imstande, die im Innenohr ankommenden Geräusche in elektrische Impulse umzuwandeln und über die Hörnerven ans Gehirn zu übermitteln.

Eine andere Ursache des plötzlichen Hörverlusts ist ein Defekt der Haarzellen. Außerdem kann noch eine gestörte Weiterleitung der akustischen Signale ins Gehirn dafür sorgen, dass sie dort fehlerhaft ankommen. Manche Mediziner vermuten, dass auch eine veränderte Zusammensetzung der im Innenohr befindlichen Flüssigkeit die spezielle Schallempfindungsschwerhörigkeit bewirken könnte.

Auslöser des plötzlichen Hörverlusts auf einem Ohr können ein Diabetes, starkes Übergewicht, Rauchen und ein Übermaß an Stress sein. Außerdem kann der Innenohr-Infarkt von zu hohen Blutfett und Cholesterin-Werten verursacht werden: Sie führen oft zur Bildung von Blutgerinnseln, die die Blutgefäße im Ohr verstopfen. Darüber hinaus kann dumpfes Hören Folge einer Mittelohr-Entzündung, von hohem Blutdruck, bestimmten Herz-Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, Virus-Infektionen, Tumoren und Verletzungen des Innenohrs sein.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Der Hörsturz tritt spontan auf. In den folgenden Minuten bis wenigen Stunden kommt es zu mehr oder weniger starkem dumpfem Hören. Der Patient hat ein intensives Druckgefühl im Ohr, leidet an Benommenheit im Kopf und Schwindel und hört eventuell weitere Ohrgeräusche wie beispielsweise ein Pfeifen, Piepen oder Rauschen. Bleibt es dauerhaft bestehen, handelt es sich um einen Tinnitus (chronische Ohrgeräusche).

Mitunter haben die Betroffenen auch den Eindruck, dass sich ihre Ohrmuschel verändert anfühle. Stimmen und Musik klingen fremd, es kommt zum Doppelt-Hören. Lauter Schall wird als extrem unangenehm empfunden. Die Patienten wissen nicht, aus welcher Richtung das Gehörte kommt, da der Mensch zur Ortung akustischer Signale beide Ohren benötigt. Treten jedoch noch zusätzlich zum dumpfen Hören Ohrenschmerzen auf, leidet der Betroffene nicht an einem Hörsturz. Nach der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) untersucht der HNO-Arzt die Gehörgänge seines Patienten mit einem Ohrspiegel (Otoskopie).

Eine Tympanometrie gibt über eine im Gehörgang platzierte Sonde Auskunft darüber, ob eine Mittelohr-Schädigung vorliegt. Der Stimmgabel-Test zeigt, wo genau sich die Hörstörung befindet. Mithilfe eines Audiogramms (Hörtest) findet der HNO-Spezialist heraus, welche Frequenzen der Patient nicht oder nur ungenügend hört. Nachfolgende Untersuchungen sind beispielsweise ein Test des Gleichgewichtssinns, wenn der Betroffene an Schwindel leidet, eine Blutdruckmessung und eine Untersuchung des entnommenen Bluts. Bildgebende Verfahren machen Verletzungen oder Tumoren im Ohr sichtbar.

Behandlung und Therapie

Die Durchblutungsstörung des Innenohrs wird meist mithilfe von Infusionen mit gefäßerweiternden und blutverdünnenden Medikamenten (Plasmaexpandern) beseitigt. Alternativ erhält der an einem Hörsturz Erkrankte die Arzneimittel in Tablettenform. Vermutet der Facharzt beim Patienten eine Entzündung im Ohr, so verabreicht er ihm noch zusätzlich Kortison. Mitunter wird das Kortison-Präparat auch direkt ins Ohr injiziert (intratympanale Therapie): Das Mittel gelangt durch das Trommelfell ins Ohr.

Ein anderes Behandlungsverfahren ist die H.E.L.P.-Apherese: Sie wird von speziellen Hörsturz-Zentren als Sofortmaßnahme angeboten. Das Blut des Betroffenen wird von Blutgerinnsel verursachenden Lipoproteinen, Fibrinogenen und LDL-Cholesterin gereinigt und zurück in den Körper geleitet. Alternativ dazu setzen manche Mediziner auch das Sauerstoff-Überdruck-Verfahren ein (hyperbare Sauerstofftherapie, HOB).

Dabei atmet der in einer Druckkammer sitzende Patient reinen Sauerstoff ein, der die Hörsturz-Beschwerden bessern kann. Außerdem sollte sich der Betroffene Ruhe und Entspannung gönnen. Sie unterstützen den Heilungsprozess noch zusätzlich. Der Behandlungserfolg der plötzlichen Schwerhörigkeit auf einem Ohr ist grundsätzlich davon abhängig, welche Ursachen dafür infrage kommen und wie der Körper des Patienten auf das angewendete Verfahren reagiert.



Vorbeugung

Um einen Hörsturz schon im Vorfeld zu verhindern, empfiehlt es sich, bestehendes Übergewicht durch eine Reduktionsdiät abzubauen. Mit einer gesunden Ernährung und viel Sport lässt sich das Risiko, einen spontanen Hörverlust zu erleiden, ebenfalls verringern. Zu den von Medizinern empfohlenen sanften Sportarten gehören Joggen, Walking, Wandern, Radfahren und Schwimmen. Auch der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten kann dabei hilfreich sein. Schutz vor Lärm und lauter Musik bieten Ohrstöpsel aus der Apotheke. Außerdem empfiehlt es sich, Dauerstress zu vermeiden, auch wenn die meisten Mediziner starken Stress nicht mehr als Hauptauslöser ansehen. Beim Stress-Abbau helfen Entspannungsübungen, Yoga und Meditation. Außerdem sind Spaziergänge gut geeignet, sich nach dem anstrengenden Arbeitsalltag zu entspannen.

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