Druckschmerz im Hals

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Druckschmerz im Hals

Druckschmerz im Hals ist für Betroffene oft sehr beunruhigend und kann ein Vielzahl verschiedener Gründe haben. Meistens handelt es sich bei diesem Beschwerdebild um einen harmlosen Infekt, doch Druckgefühle im Hals können auch ein Symptom für vegetative Störungen oder eine Schilddrüsenfehlfunktion sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Druckschmerz im Hals?

Im Halsbereich verlaufen viele Nervennetze, deshalb nehmen wir Schmerzen in dieser essentiellen Körperregion besonders intensiv wahr. Druckschmerzen am Hals zeigen sich in ganz unterschiedlichen Qualitäten. Häufig ist der dumpfe Schmerz von Kratzen, Brennen oder Stechen begleitet. Auch Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder ein Trockenheitsgefühl gehen häufig mit Druckschmerz am Hals einher. Meistens wird der lokale Schmerz in der Tiefe des Halses wahrgenommen und äußert sich seltener als oberflächliches Schmerzempfinden.

Druckgefühle in Halsregion belasten Betroffene oft erheblich, denn auch Räuspern oder Husten hilft allenfalls nur kurzzeitig und bringt keine wirkliche Besserung. Bei dieser Art Halsschmerzen entsteht häufig ein Engegefühl, was zu Atemnot führen oder sogar Angstzustände auslösen kann. Wird der Druckschmerz im Hals von weiteren Symptomen begleitet wie übermäßiger Durst, starkes Schwitzen oder verminderte Leistungsfähigkeit, ist das möglicherweise ein Hinweis auf eine Schilddrüsenproblematik.

Ursachen

Für das Beschwerdebild Druckschmerz im Hals kommt eine Vielzahl an Ursachen in Betracht. Bei einem plötzlich auftretenden und starken Druckgefühl sollte zunächst ein Arzt abklären, dass die Halsschmerzen nicht durch einen Fremdkörper oder eine allergische Reaktion ausgelöst wurden. Ein Druckempfinden im Hals kann auch durch Entzündungsprozesse im Rachen entstehen oder durch Dysfunktionen des Bewegungsapparates im Bereich von Schultern, Halswirbelsäule und Nacken.

Eine heisere Stimme zusätzlich mit einem Schwellungsgefühl lässt sich auch als Anzeichen für Verspannungen in der Schlund- und Kehlkopfmuskulatur werten. In einigen Fällen ist eine vergrößerte Schilddrüse oder eine andere Schilddrüsenfehlfunktion ursächlich für diesen Halsschmerztyp. Angeschwollene Rachenmandeln, eine Pilzinfektion, Fisteln in der Halsregion, Operationsnarben oder eine Herzmuskelentzündung können ebenfalls für Druckschmerz im Hals verantwortlich sein.

Oft löst eine harmlose Erkältung das unangenehme Druck- und Fremdkörpergefühl aus. Auch eine Ohrenentzündung oder eine akute Virusinfektion der Bronchien rufen Druckschmerzen im Hals hervor. Neben organischen Ursachen spielen auch psychische Faktoren eine Rolle. Seelische Belastungen wie Depressionen, Stress und Sorgen gehören ebenfalls zu den Ursachen für anhaltende oder temporäre Druckgefühle im Hals. Oft treten bei psychisch bedingten Druckschmerzen Ängste auf oder es kommt zu Panikattacken.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bessert sich der Druckschmerz im Hals nach ein bis zwei Tagen nicht, sind die Halslymphknoten geschwollen oder treten heftige Schluckbeschwerden auf, sollten Betroffene einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Bei Halsschmerzen aller Art erfolgt zumeist eine klinische Diagnose. Der HNO-Arzt erfragt zunächst die genauen Beschwerden und erkundigt sich nach Vorerkrankungen, Allergien, Medikamenten und Lebensgewohnheiten.

Um den Auslöser für Druckschmerzen im Hals zu ermitteln, werden Mund und Rachen mit einem Holzmundspatel und einer LED-Leuchte gründlich untersucht. Auch das Abtasten von Hals und Unterkiefer ist Teil der körperlichen Untersuchung. So erkennt der Arzt Rötungen, entzündete Mandeln oder geschwollene Lymphknoten. Bei Verdacht auf eine Mandelentzündung oder einen Mandelabszess entnimmt der Untersuchende einen Abstrich, der auf Erreger wie A-Streptokokken untersucht wird.

Da Druckschmerzen im Hals auch durch Veränderungen in der Kehlkopfschleimhaut hervorgerufen werden, kann eine Kehlkopfspiegelung Aufschluss geben. Bei verdächtigen Veränderungen entnimmt der Arzt im Rahmen einer Biopsie eine Gewebeprobe. Sind im Befund weder organische noch funktionelle Auslöser erkennbar, kann der Druckschmerz im Hals mit psychischen Ursachen in Zusammenhang stehen. Psychologen unterstützen Betroffene beispielsweise mit Maßnahmen der psychologischen Schmerzbewältigung.

Behandlung und Therapie

Welche Behandlungsform bei Druckschmerz im Hals angezeigt ist, hängt von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Daher ist es unerlässlich zu ermitteln, ob das Beschwerdebild aufgrund funktioneller, organischer oder psychischer Ursachen entstanden ist. Handelt es sich um eine Schilddrüsenfehlfunktion, kommen Medikamente zum Einsatz, die das belastende Druckgefühl lindern. Auch bei Entzündungen der Speiseröhre oder einer eitrigen Mandelentzündung bringen wirksame Arzneimittel schnell Besserung.

Tumore im Halsbereich müssen dagegen häufig bei einem chirurgischen Eingriff entfernt werden. Chronische Druckschmerzen im Hals lassen sich auch mit einer Schlucktherapie behandeln. Diese Therapieform beinhaltet Muskelübungen, Schluckübungen und weitere Techniken, die den Schluck- und Hustenreflex deutlich verbessern oder wiederherstellen. Halszysten oder Halsfisteln lösen aufgrund von Schwellungen einen Druckschmerz im Hals aus. Bei diesen Zysten ist eine Operation empfehlenswert, um mögliche Folgeerkrankungen zu verhindern.

Diagnostiziert der Arzt eine Kehlkopfentzündung, müssen Patienten in erster Linie ihre Stimme schonen. Dampfbäder mit Salbei oder Kamille fördern den Heilungsprozess. Meistens bessern sich Symptome wie Fieber, Husten und Druckgefühle im Hals nach etwa zwei Tagen. Hat eine Erkältung das Druckempfinden verursacht, ist keine besondere Therapie erforderlich. Sind psychische Auslöser für Druckschmerz im Hals verantwortlich, kann eine Gesprächstherapie bei einem Psychologen sinnvoll sein. Hinter einem Druck- oder Engegefühl können sich tiefsitzende Ängste im Unterbewusstsein verbergen, die sich durch körperliche Hinweiszeichen ausdrücken.

Der „Kloß im Hals“ wird in medizinischen Fachkreisen auch als Globusgefühl bezeichnet. Meistens macht sich dieses Kloßgefühl im Hals erstmals in beruflichen oder privaten Belastungssituationen bemerkbar. Während einer Gesprächstherapie versuchen Psychologen herauszufinden, was den Patienten belastet und ihm im wahrsten Sinne des Wortes im Hals stecken bleibt. Da es für die Entstehung von Ängsten vielfältige Gründe gibt, muss der Therapeut mehr über das Thema der Ängste erfahren. Mithilfe gezielter Bewältigungsstrategien lernen Betroffene, ihren Fokus von dem Druckschmerz im Hals wegzulenken und reizauslösende Faktoren zu unterdrücken.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Halsschmerzen mit Druckgefühlen, die durch Krankheitserreger verursacht werden, eignen sich verschiedene Maßnahmen. Heizungen oder Klimaanlagen trocknen die Schleimhäute aus und machen sie anfälliger für Erkältungskeime. Raumluftbefeuchter verhindern, dass trockene Atemluft den Sekretfilm in den Schleimhäuten zerstört. Vor Zugluft in Räumen oder im Auto schützen Halstücher, warme Socken und Wollschals bewahren an kalten Tagen vor dem Auskühlen. Lutschbonbons mit Honig oder Salbei regen die Speichelproduktion an und pflegen die empfindlichen Schleimhäute. Wer auf seelischer Ebene Druckschmerz im Hals vorbeugen will, kann mit Atemübungen zu innerer Balance finden. Bestimmte, leicht erlernbare Atemtechniken beschleunigen die Schleimlösung, stärken das Immunsystem und verbessern die Lebensqualität.

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