Druck auf der Brust

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. Mai 2017
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Druck auf der Brust ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Symptome. Diese können verschiedene Ursachen und Ausprägungen haben. Der Druck kann lokal begrenzt oder ringförmig auftreten, auch Schmerzen oder ein begleitendes Engegefühl sind möglich. Die Ausprägung des Druckgefühls hängt dabei vom den betroffenen Körperstrukturen oder Organen ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Druck auf der Brust?

Druck auf der Brust ist eine Missempfindung, die als Gewicht, drückende Last oder ringförmige Einengung auftreten kann. Eine Einschränkung der Atmung sowie Schmerzen sind als zusätzliche Symptome möglich. Der Druck kann in Ruhe, bei Belastung, dauerhaft oder nur zeitweise vorhanden sein. Die Ursachen für Druck auf der Brust können in unterschiedlichen Organe und Strukturen des Körpers zu finden sein.

Ursachen

Eine häufige organische Ursache ist das Herz. Ein Herzinfarkt kann als Symptom einen Druck im Brustbereich aufweisen. Dieser wird typischerweise als vernichtend empfunden, ist mit starken Schmerzen verbunden und tritt eher auf der linken Körperseite auf. Dabei strahlen die Empfindungen oft in die Schulter, den Arm oder den Bauch aus. Andere Herzerkrankungen wie eine Entzündung des Herzmuskels oder des Herzbeutels können sich ebenfalls durch Druck auf der Brust äußern. Auch bei diesen Erkrankungen treten noch andere Symptome auf. Hierzu gehören etwa ein Schwächegefühl, Kurzatmigkeit, Schmerzen oder auch Fieber. Generell sind die Beschwerden bei einer Erkrankung des Herzens im linken Bereich der Brust lokalisiert.

Druck auf der Brust kann auch bei Erkrankungen der Lunge sowie des Brust- und Lungenfells auftreten. Von der Bronchitis über asthmatische Erkrankungen bis hin zur Lungenentzündung können sehr unterschiedliche Krankheiten im Bereich der Lunge für den Brustdruck ursächlich sein. Wie bei den Herzerkrankungen finden sich bei den Lungenerkrankungen neben dem Druckgefühl im Brustbereich noch andere typische Symptome.

Auch Muskelverspannungen im Brust- und Rückenbereich können zu Druck auf der Brust führen. Diese Verspannungen entstehen durch Fehlhaltungen und Fehlbelastungen, aber auch Narbengewebe im Brustbereich kann solche Beschwerden verursachen. Auch psychische Ursachen können für gefühlten Druck auf der Brust verantwortlich sein. Als Ursachen kommen Angst- und Panikstörungen aber auch Depressionen in Betracht.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Tritt der Druck auf der Brust plötzlich und sehr intensiv auf, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Es kann ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall vorliegen, die bei einer Nichtbehandlung zu lebenslangen Beeinträchtigung führen oder in schweren Fällen einen tödlichen Verlauf haben.

Führt der Druck auf der Brust zu einer Atemnot, ist ebenfalls schnellst möglich ein Arzt zu konsultieren. Die anhaltende Atemstörung hat eine dauerhafte Belastung des Organismus zur Folge, die irreparable Organschäden verursacht. Bei einem Druck auf der Brust, der nach einer anstrengenden Tätigkeit oder körperlichen Belastung auftritt, verschwindet das Druckgefühl häufig bei ausreichender Ruhe innerhalb der kommenden zwanzig Minuten. Hält er über Tage oder Wochen an, ist ein Arzt zu konsultieren.

Ein Arztbesuch ist nötig, wenn sich weitere Beschwerden wie Fieber, Schwäche, Erbrechen sowie Verspannungen einstellen. Es liegen Erkrankungen vor, die herausgefunden und behandelt werden müssen. Der Druck auf der Brust stellt sich bei vielen Menschen häufig vor einer Prüfung, Klausur oder dem Halten einer öffentlichen Rede ein. Es handelt sich um eine psychosomatische Reaktion des Körpers, die durch Angst, Stress und Aufregung ausgelöst wird. Ein Arztbesuch ist nur notwendig, wenn sich der Betroffene nicht in der Lage sieht, aus eigener Kraft die Herausforderung zu meistern.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose der Ursachen von Druck auf der Brust richtet sich nach den auftretenden Symptomen. Handelt es sich um Beschwerden im Herzbereich mit Atemnot und vernichtenden Schmerzen, erfolgt umgehend eine Herzdiagnostik. Bei einer Erkrankung der Lunge findet ebenfalls eine Diagnostik anhand der auftretenden Symptome wie etwa Fieber statt. Hierzu gehört das Röntgen der Lunge und auch eine Blutuntersuchung.

Wenn neben dem Druck auf der Brust keine weiteren Symptome auftreten, macht dies die Diagnose komplexer. Mit einer Elektromyographie lässt sich die elektrische Muskelaktivität der betroffenen Muskulatur messen. Wenn diese dauerhaft kontrahiert (zusammengezogen) und damit verspannt sind, ist eine erhöhte Aktivität messbar. Psychische Erkrankungen lassen sich durch Gespräche mit entsprechenden Fragen und das Auftreten typischer Symptome wie Schlafstörungen oder Angstzustände diagnostizieren.

Komplikationen

Druck auf der Brust führt zu einer Beeinträchtigung der Atemtätigkeit. Das Einatmen wird erschwert und die Tiefe der Atmung reduziert. Situationen von Stress, Hektik oder schnellen Bewegungen sind unangenehm und können Angst auslösen. Je schwerer das Atmen fällt, desto größer wird die Angst, keine Luft mehr zu bekommen und im schlimmsten Fall qualvoll zu ersticken. Der Druck auf der Brust kann in allen Lebenssituationen auftreten, in Ruhestellung wie auch bei einer Fortbewegung. Insbesondere in Phasen der Ruhe können die Angstgefühle ansteigen. Da oftmals eine Störung der Herztätigkeit hinter dem Symptom zu finden ist, gilt der Druck auf der Brust als ein Warnsignal für einen drohenden Herzinfarkt. Dieser kann tödlich enden oder mit dauerhaften lebenseinschränkenden Nebenwirkungen verbunden sein.

Sofern sich der Druck auf der Brust in der linken Körperregion manifestiert, sollte sofort ein Arzt gerufen werden. Der Druck auf der Brust kann jedoch auch weitere Komplikationen wie Schmerzen auslösen. Diese bilden sich im Bereich der Oberarme, Schultern oder des Nacken aus. Es kommt zu Verspannungen der Muskulatur oder Fehlhaltungen des Körpers bei Bewegungsabläufen. Der Druck auf der Brust kann auf eine Entzündung im Brustkorb hinweisen. Sollte der Herzmuskel betroffen sein, hat dies Auswirkungen auf die Herztätigkeit und die Blutzirkulation im Körper.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung und Therapie von Druck auf der Brust richten sich immer nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Bei einem Herzinfarkt erfolgt zunächst eine medikamentöse Behandlung, dann eine Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes durch eine Gefäßstütze (Stent) oder durch Medikamente. In den meisten Fällen sind nach dem Infarkt eine Umstellung der eigenen Lebensgewohnheiten sowie eine dauerhafte medikamentöse Behandlung erforderlich.

Entzündliche Erkrankungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels werden ebenfalls durch Medikamente behandelt. Erkrankungen der Lunge wie Lungenentzündung, Bronchitis und Asthma werden wie die Herzerkrankungen mit entsprechenden Medikamenten therapiert. Dabei richtet sich die Behandlung nach den zugrunde liegenden Auslösern wie Bakterien, Viren, Pilzen oder auch allergischen Reaktionen. Eine durch Bakterien verursachte Bronchitis oder Lungenentzündung wird mit Antibiotika behandelt. Wenn Viren oder Pilze die Ursache sind, kommen andere Medikamente zum Einsatz. Bei einer erfolgreichen Behandlung sind die Beschwerden dann relativ schnell in einem Zeitraum von etwa zwei Wochen verschwunden oder deutlich gebessert. Erkrankungen aus dem asthmatischen Formenkreis benötigen meist eine dauerhafte Behandlung und eine Lebensumstellung, wenn allergische Reaktionen als Ursache gefunden werden.

Wenn andere körperliche Ursachen für den Druck auf der Brust ausgeschlossen sind, konzentriert sich die Behandlung auf die Beseitigung von Muskelverspannungen oder psychischen Ursachen. Beides kann auch in einem Zusammenhang stehen. Massagen, Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobsohn oder achtsamkeitsbasierte Methoden können die erhöhte Muskelspannung lindern und den Druck von der Brust nehmen. Biofeedbackmethoden helfen dabei, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen und besser zu entspannen.

Liegen den Beschwerden psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen zu Grunde, helfen psychotherapeutische Gespräche. Verschiedene Therapiemethoden wie etwa eine Verhaltens- oder Gesprächstherapie, aber auch körpertherapeutische Ansätze können dabei zum Einsatz kommen. Auch eine Behandlung mit Psychopharmaka kann eine Option sein. Generell dauert die Behandlung psychischer Ursachen für den Druck auf der Brust mehrere Monate, und die Patienten brauchen dabei Geduld sowie den Willen, sich mit ihrer eigenen Persönlichkeitsstruktur intensiv auseinanderzusetzen.



Vorbeugung

Die Vorbeugung gegen das Symptom des Drucks auf der Brust bezieht sich wie die Behandlung und Diagnose auf die entsprechende Grunderkrankung. Herzerkrankungen lässt sich durch eine gesunde Lebensweise mit regelmäßigem Sport, sowie den Verzicht auf Nikotin und Alkohol effektiv vorbeugen. Entzündungen im Bereich des Herzens treten oft ohne ersichtlichen Grund auf, dennoch sollte bei einer Erkältung körperliche Schonung erfolgen, denn verschleppte Infekte sind ebenfalls eine Ursache für Entzündungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels. Dies gilt auch für infektiöse Erkrankungen der Lunge wie eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung.

Bei Asthma mit einer allergischen Ursache müssen die Auslöser konsequent vermieden werden, damit keine Symptome auftreten. Muskuläre Verspannungen lassen sich durch Entspannungsübungen, eine bewusste Lebensweise und die Vermeidung von Stress im Alltag vermeiden. Sport ist ebenfalls ein wichtiger Baustein der Vorbeugung. Besonders empfehlenswert sind Sportarten, die das Körperbewusstsein schulen und die Muskeln entspannen. Dazu gehören etwa Yoga oder auch Gymnastik. Mit einer solchen bewussten und Stress vermeidenden Lebensführung lässt sich auch psychischen Erkrankungen vorbeugen.

Bücher über Brustschmerzen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin, Gerd Herold, 1. Auflage, 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004
  • Kindermann, W., et al.: Sportkardiologie. Steinkopff, Darmstadt 2007
  • Bieber, C. et al.: Duale Reihe Innere Medizin, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2012
  • Böhm M, Hallek M, Schmiegel W (Hrsg): Innere Medizin, begr. von Classen M, Diehl V, Kochsiek K, 6. Auflage, München Elsevier Urban & Fischer Verlag 2009

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