Dreitagefieber (Exanthema subitum)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Januar 2015
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Das Dreitagefieber ist eine häufige Kinderkrankheit. Vor allem Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren erkranken an dieser ansteckenden Erkrankung. Verursacht wird das Dreitagefieber durch verschiedene Herpesviren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Dreitagefieber?

Das Dreitagefieber tritt als akute Erkrankung bei Kleinkindern vor allem in den Frühjahrs- und Herbstmonaten auf. Bezeichnet wird das Dreitagefieber auch als Roseola infantum, Exanthema subitum oder Sechste Krankheit. Die Erkrankung lässt sich gut an ihrem typischen Verlauf erkennen. Ein sehr rascher Temperaturanstieg mit hohem Fieber, das etwa drei bis fünf Tage anhält, ist charakteristisch. In den meisten Fällen folgt auf das Fieber ein rötlicher Hautausschlag, der nach einigen Tagen von selbst verschwindet. Normalerweise verläuft das Dreitagefieber unkompliziert.

Ursachen von Dreitagefieber

Verursacht wird das Dreitagefieber durch zwei unterschiedliche Herpesviren, dem humanen Herpes Virus 6 (HHV-6) sowie dem humanen Herpes Virus 7 (HHV-7). Diese Erreger finden sich nahezu überall auf der Welt. Weitergegeben wird das Virus ausschließlich von Mensch zu Mensch. Das Dreitagefieber wird über Speichel oder eine Tröpfcheninfektion (zum Beispiel beim Husten oder Niesen) übertragen. Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch des Dreitagefiebers beträgt in der Regel zwischen fünf und fünfzehn Tagen.

Nach der Ansteckung vermehren sich die Viren zunächst in den Speicheldrüsen, bis sie schließlich ins Blut übergehen und sich im gesamten Körper verteilen. Erst dann kommt es zu den typischen Symptomen des Dreitagefiebers. Nicht bei allen Infizierten bricht die Krankheit sofort aus. Bei einigen Betroffenen verbleibt das Virus ein Leben lang im Körper. Bei einer Abwehrschwäche kann es aktiv werden und zum Krankheitsbild führen. Selbst wenn die Krankheit nicht ausbricht, können diese Personen zeitweise Erreger des Dreitagefiebers ausscheiden.

Symptome und Verlauf von Dreitagefieber

Typische Symptome des Dreitagefiebers:

Nach der Infektion kommt es beim Dreitagefieber zu einem plötzlichen Krankheitsbeginn. Die Kinder entwickeln hohes Fieber. Die Temperatur steigt dabei nicht selten auf mindestens 40 Grad Celsius. Das Fieber hält drei bis fünf Tage an. Begleiterscheinungen des Dreitagefiebers sind Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl. Durch den starken Temperaturanstieg kann es bei einigen Kindern zu einem Fieberkrampf kommen.

Solch ein Fieberkrampf kann sich durch Muskelkrämpfe, Zittern, Benommenheit oder Verdrehen der Augen bemerkbar machen. Diese Symptome halten normalerweise nur wenige Minuten an und verursachen keine Folgeschäden. Weitere seltenere Symptome beim Dreitagefieber sind Kopfschmerzen, Husten, Magen-Darm-Beschwerden, Augenliderschwellung sowie Entzündungen der Schleimhäute. Nach Abklingen des Fiebers tritt ein blassroter Hautauschlag beim Dreitagefieber auf, der nach wenigen Tagen wieder vergeht.

Diagnose von Dreitagefieber

Das Dreitagefieber zeigt bei den meisten Kindern einen so typischen Verlauf, dass die Diagnose durch den Arzt meistens schon nach einer gründlichen Untersuchung gestellt werden kann. Das schnell einsetzende hohe Fieber über wenige Tage und der sich anschließende Ausschlag der Haut sind kennzeichnend. Ist die klinische Diagnose eindeutig, erfolgt beim Dreitagefieber zumeist keine Laboruntersuchung.

In weniger klaren Krankheitsfällen kann eine Blutuntersuchung allerdings hilfreich sein. Einige Veränderungen im Blutbild sind beim Dreitagefieber zu beobachten. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen ist bei anhaltendem Fieber oftmals erhöht, beim Auftreten des Hautauschlags dagegen erniedrigt. Mit einem speziellen Antikörpernachweis im Blut lässt sich das Dreitagefieber ebenfalls diagnostizieren.

Behandlung von Dreitagefieber

Das Dreitagefieber zeichnet sich meistens durch einen harmlosen Verlauf aus. Aus diesem Grund ist in vielen Fällen keinerlei medikamentöse Therapie notwendig. Da Viren die Auslöser für das Dreitagefieber sind, hilft auch kein Antibiotikum. Um das hohe Fieber zu senken, können Medikamente mit dem Wirkstoff Paracetamol empfehlenswert sein. Hausmittel wie Wadenwickel helfen ebenfalls, die Körpertemperatur zu senken.

Wie bei jeder fieberhaften Erkrankung verlieren die erkrankten Kinder viel Flüssigkeit. Deshalb sollten betroffene Kinder möglichst viel Trinken. Die Gabe von Vitamin C kann das Immunsystem ebenfalls unterstützen. Tritt beim Kind während des Dreitagefiebers ein Fieberkrampf auf, sollte ein Arzt gerufen werden. Gegebenenfalls wird er dem Kind antiepileptische Medikamente verordnen. Hier finden häufig Zäpfchen mit dem Wirkstoff Diazepam Anwendung. Fiebersenkende Mittel sollten nach einem Fieberkrampf ebenfalls verabreicht werden, um einem erneuten Anfall vorzubeugen.

Bei den sehr seltenen, schweren Verläufen der Erkrankung kann ein kurzer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig sein. Zu diesen Komplikationen zählt zum Beispiel die Gehirnentzündung, die jedoch nur in einigen wenigen Fällen auftritt. Zu beachten ist bei der Behandlung des Dreitagefiebers außerdem, dass keine Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure gegeben werden, wie er beispielsweise in Aspirin vorkommt. Arzneimittel mit dieser Substanz können bei Virusinfektionen wie dem Dreitagefieber zum Reye-Syndrom führen, das mit Gehirn- und Leberschäden einhergehen kann.

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Vorbeugung von Dreitagefieber

Gegen das Dreitagefieber gibt es zur Zeit noch keine Impfung. Da die Ansteckung von Mensch zu Mensch meist über eine Tröpfcheninfektion erfolgt, ist eine Vorbeugung sehr schwierig bis unmöglich. Zwar kann man versuchen, den Kontakt des Kindes zu anderen Erkrankten zu vermeiden. Da aber häufig auch erkrankte Personen ohne Krankheitssymptome die Viren übertragen können, ist solche eine Vorsichtsmaßnahme in vielen Fällen wirkungslos. Zudem verläuft das Dreitagefieber in fast allen Fällen harmlos.

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