Dreitagefieber

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Mai 2016
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Das Dreitagefieber ist eine Kinderkrankheit, die durch Herpes-Viren hervorgerufen wird. Meist erkranken Kinder im Alter von sechs Monaten bis zu drei Jahren. Fast alle Kinder kommen mit dem Virus in Kontakt und werden infiziert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Dreitagefieber?

Das Dreitagefieber ist eine harmlose Infektionskrankheit, die fast ausschließlich Babys und Kleinkindern betrifft. Es wird auch Exanthema subitum, Roseola infantum oder Sechste Krankheit genannt.

Der Verlauf ist zwar häufig sehr heftig und manchmal verbunden mit Fieberkrämpfen, aber meist treten keine Komplikationen auf. Erreger des Dreitagefiebers sind die sogenannten Humanen Herpesviren 6 (HHV-6) bzw. 7 (HHV-7).

Ursachen

Das Dreitagefieber wird über den Speichel in Form von einer Tröpfcheninfektion übertragen. Die verantwortlichen Humanen Herpesviren kommen nur beim Menschen vor. Auch nach überstandener Infektion bildet der Mensch weiterhin ein Erregerreservoir. So kann auch ein gesunder Mensch den Virus über den Speichel an das Kind weitergeben.

Das Dreitagefieber ist eine harmlose Erkrankung, die so gut wie jedes Kind betrifft, denn es ist fast unmöglich, nicht mit diesem Virus in Kontakt zu kommen. Die beiden Humanen Herpesviren sind zwar mit dem Herpes simplex Virus verwandt, rufen aber andere Symptome hervor. Ebenso wie bei Herpes simplex persistieren sie das ganze Leben lang im Körper und können bei Immunsuppression Symptome hervorrufen. Es bildet sich ein lebenslanger Immunschutz aus.

Bei immungeschwächten Patienten kann es jedoch in seltenen Fällen im Erwachsenenalter zu einer Zweitinfektion mit dem Dreitagefieber kommen, wobei die Erkrankung dann jedoch meist sehr mild verläuft.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Dreitagefiebers:

Trotz seines oft heftigen Verlaufes ist das Dreitagefieber harmlos und heilt in der Regel ohne Nachwirkungen aus. Nach einer Inkubationszeit von fünf bis fünfzehn Tagen beginnt die Erkrankung typischerweise mit einem drei bis acht Tage lang anhaltendem hohen Fieber. Relativ häufig, zu durchschnittlich fünf bis zehn Prozent, kommt es sogar zu Fieberkrämpfen, die sich in einem plötzlichen Bewusstseinsverlust und rhythmischen Zuckungen der Muskeln äußern.

Dieses Symptom wird zwar als lebensbedrohend empfunden, besitzt aber eine sehr günstige Prognose. Es bleiben keine körperlichen und geistigen Schäden zurück. Man hat festgestellt, dass die Fieberkrämpfe häufiger bei der Infektion mit HHV-7 als bei HHV-6 auftreten. Nach dem Abklingen des Fiebers bildet sich ein kleinfleckiger, blassroter Hautausschlag aus.

Das Exanthem kann außer dem Gesicht den ganzen Körper umfassen. Nach ungefähr drei Tagen verschwindet der Hautausschlag wieder. Selten kommt es beim Dreitagefieber zu Komplikationen. Es können neben Fieberkrämpfen Erbrechen, Durchfall, Husten, geschwollene Lymphknoten und Mittelohrentzündungen auftreten. Extrem selten führt ein Dreitagefieber auch zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis).

Diagnose

Das Dreitagefieber ist ziemlich leicht zu diagnostizieren. Die Diagnose kann meist ohne weitere Untersuchungen anhand des typischen Verlaufs der Erkrankung gestellt werden. Charakteristisch sind der plötzliche Temperaturanstieg und das nachfolgende typische Exanthem.

Wenn der Fall jedoch nicht so eindeutig ist, können durch eine Blutuntersuchung die Antikörper der Herpesviren bestimmt werden. Allerdings sind diese Untersuchungen sehr aufwendig und haben meist nur wissenschaftliche Bedeutung. Das Dreitagefieber kann aber in einigen wenigen Fällen ganz unbemerkt bleiben, wenn es fast symptomlos bleibt.

Behandlung

Meist erfordert das Dreitagefieber keine Therapie, denn es heilt nach relativ kurzer Zeit von alleine aus. Es gibt auch keine spezifische Therapie, die gegen das Virus wirkt. Allerdings erfolgt eine symptomatische Behandlung zur Senkung des Fiebers. Dazu werden fiebersenkende Mittel, wie z. B. Paracetamol, verabreicht.

Auch antiepileptische Mittel, wie Diazepam, sind geeignet. Diese Medikamente werden in Form von Zäpfchen appliziert. Bewährt zur Fiebersenkung haben sich auch Wadenwickel. Des Weiteren sollten die Kinder viel trinken, weil sie bei dem hohen Fieber viel Wasser verlieren. Zu beachten ist jedoch, dass die verabreichten Medikamente keine Acetylsalicylsäure enthalten darf, weil diese das gefährliche Reye-Syndrom auslösen können.

Das Reye-Syndrom kann unter Umständen zu Leber- und Hirnschäden führen. Bei Fieberkrämpfen müssen spezielle krampflösende Medikamente verabreicht werden. Mit diesen Maßnahmen erschöpft sich die Therapie des Dreitagefiebers, weil das Immunsystem des Kindes meist von alleine in der Lage ist, diese Erkrankung zu bekämpfen und eine lebenslange Immunität zu erzeugen.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung vor dem Dreitagefieber ist nicht möglich. Jeder Mensch kann eine Quelle der Ansteckung für Babys und Kleinkinder sein, denn nach dem Überstehen der Erkrankung bleibt das Virus für immer im Körper und kann unter Umständen über den Speichel übertragen werden. Es gibt auch keine Impfung gegen das Dreitagefieber.

Nahezu jeder Mensch wird mit diesem Virus infiziert. Da das Dreitagefieber in der Regel sehr schnell ausheilt und meist trotz gelegentlicher Fieberkrämpfe komplikationslos verläuft, ist eine Vorbeugung durch Isolierung des Kindes auch nicht notwendig.

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