Drei-Tage-Fieber beim Baby

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. Juli 2017
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Das Drei-Tage-Fieber beim Baby ist eine harmlose Erkrankung, welche jedoch - da es keine Schutzimpfungen gibt - nicht vorgebeugt werden kann. Die Krankheit dauert wenige Tage an; die Begleiter sind hohes Fieber und Hautausschlag. Einmal davon betroffen, bleibt das Kind sein restliches Leben lang dagegen immun.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Drei-Tage-Fieber beim Baby?

Das Drei-Tage-Fieber (auch Exanthema subitum, sechste Krankheit oder auch Roseola infantum genannt) ist eine harmlose, aber akut verlaufende Virusinfektion, welche vorwiegend bei Kindern zwischen dem 6. Monat und dem 3. Lebensjahr auftritt. Vor allem im Frühjahr und Herbst ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Kind an dem Drei-Tage-Fieber erkrankt. Das Kind erleidet einen plötzlichen Fieberanstieg, welcher rund drei bis fünf Tage andauert. Weitere Krankheitsanzeichen sind im Regelfall nicht zu beobachten. Der klassische Hautausschlag, das einzige weitere Symptom, das auch die Bestätigung eines Drei-Tage-Fiebers mit sich bringt, tritt erst im Laufe der Krankheit ein. Einmal am Drei-Tage-Fieber erkrankt, ist der Betroffene sein restliches Leben dagegen immun.

Bei einem plötzlichen Fieberschub, der drei bis fünf Tage anhält, handelt es sich meistens um eine Virusinfektion: Drei-Tage-Fieber.

Ursachen

Im Regelfall wird das Drei-Tage-Fieber durch den HHV-6 Herpesvirus ausgelöst. In wenigen Fällen kann auch der HHV-7 Herpesvirus das Drei-Tage-Fieber verursachen. Der Virus wird durch eine Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen) übertragen. Das Kind kann das gesamte Jahr an dem Drei-Tage-Fieber erkranken, wobei Studien ergeben haben, dass ein deutlicher Anstieg der Krankheit im Frühjahr sowie Herbst festgestellt wurde.

Warum gerade diese Jahreszeiten die Ansteckungsgefahr des Drei-Tage-Fiebers erhöhen, ist jedoch nicht bekannt. Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit, der sogenannten Inkubationszeit, liegen rund ein bis drei Wochen. Das Drei-Tage-Fieber ist hoch ansteckend. Die Ansteckungsgefahr ist erst dann vorüber, wenn das Kind unter dem klassischen Hautausschlag leidet, welcher gleichzeitig das Ende der Krankheit symbolisiert. Vorbeugende Maßnahmen sind nicht bekannt; es gibt weder einen Impfstoff, noch helfen hygienische Vorsichtsmaßnahmen, dass das Drei-Tage-Fieber verhindert werden kann.

Wann zum Arzt?

Bei der Kinderkrankheit Drei-Tage-Fieber ist ein Arzt aufzusuchen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, dennoch sollte das Baby einem Kinderarzt vorgestellt werden. Die Krankheit ist weit verbreitet und bei jungen Eltern bekannt. Häufig sind sie gut über den Verlauf der Erkrankung und die entsprechenden Symptome aufgeklärt. Dennoch führt das hohe Fieber bei vielen Eltern, die sich zum ersten Mal in dieser Situation befinden, zu einer Überforderung.

In ihrer Anspannung muss ein Arzt sicherstellen, dass die Eltern mit der emotionalen Belastung gut umgehen können und die richtigen Schritte unternehmen, um dem erkrankten Baby zu helfen. Hat der Arzt das Gefühl, dass die Belastung für die Angehörigen zu groß ist, kann das Baby in ein Klinikum eingewiesen werden. Der Wunsch kann auch von Eltern geäußert werden, wenn sie sich der Situation nicht gewachsen sehen.

Es besteht beim Drei-Tage-Fieber eine hohe Ansteckungsgefahr für andere Kinder. Ein Arzt gibt die entsprechenden Hinweise, welche Vorsichts- und Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, um das Risiko der Ansteckung für andere Babys zu minimieren. Dauert das Drei-Tage-Fieber an oder treten starke Komplikationen auf, ist eine weitere Konsultation des Arztes notwendig. Es liegen zusätzliche Erkrankungen vor, die abgeklärt werden müssen.

Diagnose und Verlauf

Das Problem des Drei-Tage-Fiebers ist die Tatsache, dass der Mediziner nur das Symptom des hohen Fiebers feststellen kann; andere Symptome oder Anzeichen treten nämlich nicht auf. Erst wenn der klassische Hautausschlag auftritt, kann der Mediziner sicher sein, dass es sich um das Drei-Tage-Fieber handelt. Der Hautausschlag symbolisiert aber bereits das Ende der Krankheit; der Vorteil ist, dass der Mediziner andere Krankheiten - wenn der Hautausschlag sichtbar ist - endgültig ausschließen kann.

Das Drei-Tage-Fieber beginnt relativ stark. Das Kind erleidet einen sehr schnellen und vor allem hohen Temperaturanstieg. Das Fieber steigt mitunter auf 41 Grad und hält zwischen drei und fünf Tage an. Nachdem das Drei-Tage-Fieber überstanden ist, fällt die Temperatur gänzlich ab. Danach entsteht der - klassisch und für das Drei-Tage-Fieber charakteristisch - Hautausschlag. Die Form und das Aussehen des Ausschlags erinnern an Röteln. Kinder berichten oft über einen Juckreiz, der durch den Ausschlag hervorgerufen wird.

Vorwiegend sind der Bauch, die Brust oder auch der Rücken betroffen. Leidet das Kind bereits unter dem Hautausschlag, ist das Drei-Tage-Fieber nicht mehr ansteckend. Komplikationen treten nur sehr selten auf. Vorwiegend zählen Übelkeit, Durchfall und Erbrechen zu den häufigsten Komplikationen. In wenigen Fällen erleiden die Kinder eine Mittelohrentzündung, geschwollene Halslymphknoten sowie geschwollene Augen bzw. leiden unter Pappeln auf dem Zäpfchen und am Gaumen. Folgeschäden sind jedoch nicht zu befürchten.

Komplikationen

Obwohl Erkrankung aufgrund ihres Verlaufes aus medizinischen Gründen als nicht besorgniserregend eingestuft wird, führt sie zu einigen Komplikationen. Das Baby erleidet meist Übelkeit, Juckreiz, Fieber, Erbrechen oder Durchfall. Darüber hinaus kann es zu einem Anschwellen der Augen oder der Lymphknoten am Hals kommen. Zusätzlich können im Rachen das Zäpfchen oder der Gaumen gereizt oder angeschwollen sein. Da das Wohlbefinden des Babys reduziert ist, kann es unruhig sein, häufig weinen oder die Nahrungszufuhr verweigern. Das Gewicht muss kontrolliert werden und in schlimmen Fällen künstlich zugeführt werden.

Der Flüssigkeitshaushalt ist genau zu kontrollieren. Durch das starke Fieber und dem hohen Verlust an Flüssigkeiten droht eine Dehydration. Diese ist bei Babys ein sehr lebensgefährlicher Zustand. Die Zeit der Erkrankung ist für die Eltern oder das enge soziale Umfeld sehr herausfordernd und belastend. Die Nachtruhe und damit wichtige Zeit der Regeneration ist häufig für alle Beteiligten unterbrochen. Das Kind wird versucht ruhig zu stellen, da das Weinen oder Schreien über mehrere Tage als sehr intensiv erlebt wird. Die Nerven der Eltern werden stark strapaziert. Ihr Wohlbefinden ist ebenfalls herabgesetzt. Es drohen Konflikte und Stress bei allen Beteiligten. In schlimmen Fällen sind die Eltern so stark überfordert, dass sie eine externe Hilfe und Unterstützung benötigen.

Behandlung und Therapie

Natürlich machen sich Eltern Sorgen, wenn die Temperatur ihres Kindes plötzlich ansteigt und bei 41 Grad verbleibt. Wichtig ist, dass eine sofortige medizinische Abklärung der steigenden Körpertemperatur erfolgt. Schlussendlich können auch andere Krankheiten für den Temperaturanstieg verantwortlich sein. Jedoch gibt es bei dem Drei-Tage-Fieber keine spezielle Therapie oder Behandlung.

Vorwiegend werden die Symptome bekämpft; je nach der Stärke der Symptome versucht der Mediziner jene individuell zu lindern. In erster Linie muss natürlich die Temperatur gesenkt werden. Bis zu einer Körpertemperatur von 38,5 Grad sind fiebersenkende Maßnahmen nicht unbedingt erforderlich; ab 38,5 Grad müssen jene sofort eingeleitet werden. Im Regelfall verabreicht der Mediziner leichte fiebersenkende Medikamente. Die Eltern können mitunter auch Wadenwickel verabreichen oder dem Kind Fieberzäpfchen geben, damit die Symptome gelindert werden.

Im Rahmen des Drei-Tage-Fiebers ist es vor allem wichtig, dass der Patient genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Das bedeutet, dass die Eltern ihrem Kind vor allem auch Wasser, Tee oder auch Suppe sowie verdünnte Fruchtsäfte anbieten können. Wird das Kind noch gestillt, kann auch mehr Muttermilch verabreicht werden. Des Weiteren benötigt das Kind jetzt viel Ruhe. Aus diesem Grund sollte es daheim bleiben bzw. strenge Bettruhe einhalten. Nach drei bis fünf Tagen ist die Krankheit ausgestanden. Der Vorteil der Infektion ist, dass - einmal daran erkrankt - der Körper dagegen immun ist, sodass das Kind kein zweites Mal am Drei-Tages-Fieber erkranken kann.



Aussicht und Prognose

In der Regel handelt es sich beim Drei-Tage-Fieber beim Baby um eine typische Kinderkrankheit, die allerdings nicht besonders gefährlich ist und auch wieder leicht behandelt werden kann. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an Ausschlägen auf der Haut und weiterhin auch an einem starken Fieber. Da mit dieser Krankheit in den meisten Fällen alle Kinder in Berührung kommen, kann sie auch relativ einfach besiegt werden. Mit Hilfe von Medikamenten und Schmerzmitteln können die Beschwerden gelindert und die Temperatur des Körpers wieder gesenkt werden.

Besondere Komplikationen treten dabei in der Regel nicht ein. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden schon nach wenigen Tagen wieder. In schwerwiegenden Fällen und ohne Selbstheilung ist allerdings ein Besuch beim Arzt sinnvoll und notwendig. Dabei kann es eventuell auch zu einer Mandelentzündung kommen. Das Drei-Tage-Fieber beim Baby kann vor allem nach der Transplantation eines Organs gefährlich sein, wenn es dabei zu einer Entzündung kommt, welche sich auch in das Gehirn ausbreiten kann. Mit einer frühzeitigen Behandlung können Folgeschäden vermieden werden.

Vorbeugung

Es gibt keine vorbeugenden Maßnahmen. Dies vor allem deshalb, weil es keine Impfung dagegen gibt. Auch erhöhte hygienische Vorsichtsmaßnahmen helfen im Regelfall nicht, dass das Drei-Tages-Fieber verhindert werden kann.

Bücher über Fieber

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: DGPI Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Schellenberg, I. et al.: Kinderkrankheiten von A-Z: Wo Naturheilverfahren wirken - wann Schulmedizin nötig ist, 2. Auflage, TRIAS, 2012
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2014
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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