Dentalphobie (Angst vorm Zahnarzt)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. Dezember 2014
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Unter dem Begriff Dentalphobie beschreibt der Mediziner die Angst vor dem Zahnarzt. Für betroffene Personen stellt jeder Besuch beim Zahnarzt ein Horrorszenario dar. Wer unter Dentalphobie leidet kann - sprichwörtlich - nur die Zähne zusammenbeißen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Dentalphobie (Angst vorm Zahnarzt)?

Niemand geht gerne zum Zahnarzt. Spätestens wenn die Abneigung gegen den Zahnarzt aber krankhaft wird, spricht man von einer Zahnbehandlungsphobie - oder auch von der Dentalphobie bzw. Oralophobie. Vor allem in der Umgangssprache verwenden Patienten immer wieder das Wort "Zahnarztangst", das sehr wohl die Dentalphobie darstellt.

Fakt ist jedoch, dass die Angst vorm Zahnarzt auch in diesem Ausspruch nicht stimmt. Denn der Patient hat keine Angst vor dem Zahnarzt, sondern vor der Behandlung und der damit verbundenen Eingriffe. Patienten, die unter Dentalphobie leiden, haben etwa Angst, dass sie dem Arzt unterlegen sind, haben Angst vor den Schmerzen sowie der Behandlung an sich.

Ursachen von Dentalphobie

Die Ursache einer Dentalphobie ergibt sich meist aus mehreren Faktoren. In erster Linie erlebt der Patient traumatische Erlebnisse bei einer Zahnarztbehandlung. Vor allem immer wieder schlechte Erfahrungen beim Zahnarzt sind der Grund, warum die Dentalphobie nicht nur eintritt, sondern auch mit der Zeit verstärkt wird.

Es müssen aber nicht immer schmerzhafte Behandlungen sein, die die Dentalphobie auslösen oder verstärken. Selbst der Zahnarzt kann durch ein psychologisches Fehlverhalten die Dentalphobie verstärken. So verharmlosen viele Zahnärzte eine entsprechende Angst vor der Behandlung, haben nur ein geringes Einfühlvermögen oder behandeln den Patienten auf Grund seiner Angst abwertend. Selbst unangenehm geschilderte Erlebnisse von anderen Personen - wie etwa Freunden - verstärkt die Dentalphobie.

Die klassischen Horrorgeschichten beim Zahnarzt sind mitunter ein Grund, warum die Dentalphobie zwar nicht auftritt, jedoch bei einer gewissen Angst vor dem Zahnarzt, deutlich verstärkt wird. Weitere Ursachen für eine Dentalphobie sind aber nicht nur die zahnärztliche Behandlung, sondern anderweitige Faktoren. So lösen auch Operationen, Unfälle sowie auch Gewalterfahrungen wie auch sexueller Missbrauch eine Dentalphobie aus.

Die Ursache der Dentalphobie ist oftmals auf ein traumatisches Erlebnis in Jugendjahren zurückzuführen. Vor allem Kinder leiden oftmals tausend Tode beim Zahnarzt und werden früh mit der Dentalphobie geschult. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass - wenn die Eltern die Dentalphobie bei ihrem Kind verhindern möchten - einen sympathischen Kinderzahnarzt zu wählen.

Symptome und Verlauf von Dentalphobie

Typische Symptome einer Dentalphobie:

In erster Linie klagt der Patient von Dentalphobie über körperliche Symptome. Das sind vorwiegend Herzrasen, Zittern und Schwitzen. Des Weiteren hat der Patient deutliche Angst vor der Zahnbehandlung sowie auch vor den möglichen Schmerzen. Typische Anzeichen für eine Dentalphobie ist das kurzzeitige Absagen von Zahnarztterminen. Das bedeutet: Der Kontrolltermin wird festgelegt - einen Tag vorher sagt der Patient den Termin ab. Oftmals gibt es sogar plausible Gründe dafür.

Sehr wohl liegt es aber daran, dass der Patient die Gründe fast zwanghaft sucht, warum er nicht zum Zahnarzt geht. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, da der Patient erst dann den Zahnarzt kontaktiert, wenn dieser bereits unter starken Zahnschmerzen leidet. Das bedeutet andererseits eine komplizierte Behandlung, die mitunter auch schmerzhaft ist. Somit wird der Patient mit der Dentalphobie in seiner Angst bestärkt und die Angst gefüttert.

Diagnose von Dentalphobie

Ein Patient, der an Dentalphobie leidet, weiß, dass er diese Phobie hat. Ihm ist die Situation bewusst - dennoch schiebt er notwendige Behandlungen auf. Zahnärzte diagnostizieren die Dentalphobie oftmals auf Grund der Art und Weise, wie sich der Patient verhält. Viele Patienten kommen mit sehr schlechten Zähnen und starken Zahnschmerzen zum Zahnarzt - es bedeutet pure Überwindung für den Patient. Hier weiß der Zahnarzt, dass es sich um einen Patienten mit Angst handelt.

Behandlung von Dentalphobie

Für die Behandlung der Dentalphobie ist der Zahnarzt zuständig. Dieser muss mit dem Patienten reden und auch diverse Schritte besprechen. Nur beide - der Zahnarzt und der Patient - können die Dentalphobie bekämpfen. In erster Linie muss der Patient jedoch einen Arzt finden, dem er zu 100 Prozent vertraut.

Viele Zahnärzte suchen das Gespräch mit dem Patienten - andere Patienten hingegen suchen vorweg ein Gespräch mit einem Psychologen oder Psychiater. Auch Psychologen und Psychiater stellen - je nach dem Verhalten des Patienten - die Diagnose Dentalphobie.

Viele Patienten liegen bereits am Zahnarztstuhl und stehen plötzlich - nachdem sie den Arzt sehen - auf und verschwinden. Somit ist das Vertrauen nicht da und die Angst überkommt die Patienten. Es gibt auch weitere Möglichkeiten: So bieten viele Zahnärzte Behandlungen im Dämmerschlaf an - auch Hypnose hilft gegen die Dentalphobie.

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Vorbeugung von Dentalphobie

Dentalphobie ist auf Grund traumatischer Erlebnisse tief im Menschen verankert. Das bedeutet: Eltern sollten zu einem freundlichen Zahnarzt gehen, der auch primär auf Kinder ausgerichtet ist. Im Erwachsenenalter hilft die regelmäßige Kontrolle beim Arzt des Vertrauens. Der Zahnarzt sollte vom Patienten darauf hingewiesen werden, dass dieser an einer Dentalphobie leidet und notwendige Behandlungsschritte im Vorfeld abklären.

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