Dekongestiva

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. April 2016
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Dekongestiva sind Arzneimittel, die in der Medizin angewendet und verschiedene Wirkungen entfalten. Dabei kommen Dekongestiva in unterschiedlichen Formen und Typen vor und sind auch bezüglich ihrer Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Dekongestiva?

Dekongestiva werden vor allem zur Behandlung von allergischen Erkrankungen eingesetzt. Bei ihnen handelt es sich um Arzneimittel, die eine abschwellende Wirkung aufweisen. Durch diese Präparate wird das Abschwellen der Schleimhäute, die bei einer allergischen Reaktion in Mitleidenschaft gezogen werden, behandelt.

Dabei beinhalten die Dekongestiva verschiedene Wirkstoffe, dessen einzige Verbindung die von ihnen ausgehende abschwellende Wirkung darstellt. Denn chemisch haben die einzelnen Substanzen nichts mit einander zu tun und besitzen auch keinen gleichen Wirkungsmechanismus.

Dekongestiva werden meist in Verbindung mit einem sogenannten Antiallergika verabreicht. Diese bekämpfen die Hauptursache, nämlich die Allergie. Hingegen werden Dekongestiva nur für das Abklingen der jeweiligen Schwellungen eingesetzt.

Medizinische Anwendung, Wirkung und Gebrauch

Dekongestiva werden in den meisten Fällen topisch, also örtlich, angewendet. Allerdings kann auch manchmal eine orale Anwendung stattfinden. Dekongestiva werden nach ihrem Wirkmechanismus in verschiedene Wirkstoffklassen eingeteilt.

Eine der bekanntesten Wirkstoffklassen sind die Sympathomimetika. Diese Wirkstoffklasse trägt ihren Namen, da die Sympathomimetika direkt oder indirekt über die Rezeptoren des Sympathikus wirken. Der Sympathikus gehört zum vegetativen Nervensystem und ist vor allem für die glatte Muskulatur der Blutgefäße und der Drüsen verantwortlich. Hierdurch erweitert der Sympathikus die Bronchien, die vor allem bei einer allergischen Erkrankung betroffen sind, und lässt die Schleimhäute abschwellen. Aber auch die Steigerung der Herztätigkeit, des Blutdrucks und des Stoffwechsels zählen zu seinen Aufgaben.

Eine weitere Wirkungsklasse sind die Corticosteroide. Diese wirken hingegen über die Dämpfung des Immunsystems und sorgen ebenfalls für ein Abschwellen der Schleimhäute. Gleichzeitig werden zu diesen Dekongestiva Antiallergika verabreicht. Diese wirken nach längerer Einnahme entzündungshemmend und lindern die Beschwerden.

Dennoch wird in sehr schweren Fällen, in denen eine rasche und schnelle Schleimhautabschwellung stattfinden soll, eine Cromoglicinsäure mit einem zusätzlichen Präparat verabreicht. Dieses Präparat nennt sich Reproterol und fällt in die Wirkungsklasse der Sympathomimetikums. Des Weiteren kommen auch ätherische Öle als Dekongestiva zum Einsatz, die ebenfalls die entsprechende Schleimhaut abschwellen.

Formen, Gruppen und Wirkstoffe (Handelsnamen)

Dekongestiva kommen in zahlreichen Formen vor. Dabei wird zwischen pflanzlichen, natürlichen, homöopathischen und pharmazeutischen Dekongestiva unterschieden. Dekongestiva der Gattung Sympathomimetika werden dabei häufig als Nasenspray angewendet und können somit gezielt auf dessen Schleimhäute einwirken. Die Wirkstoffe dieser Dekongestiva werden dabei chemisch synthetisiert. Zu den wichtigsten Wirkstoffen dieser Gattung zählen Ephedrin, Tramazolin, Naphazolin, Epinephrin und Tetryzolin.

Dekongestiva der Wirkungsklasse der Cordicosteroide werden ebenfalls meist synthetisch hergestellt. Zu den wichtigsten Vertretern zählen die Wirkstoffe Mometason, Flunisolid, Budesonid, Beclometason, Dexamethason und Prednisolon. Dekongestiva dieser Wirkungsklasse werden dabei häufig oral verabreicht oder zu einer systemischen Behandlung eingesetzt.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Die ätherischen Öle werden als pflanzliche Dekongestiva bezeichnet. Häufig werden hier Kamillenblüten verarbeitet. Aber auch der Wirkstoff Luffa operculata, der aus dem Trockenen einer Kürbesfrucht stammt, wird pflanzlich hergestellt und wirkt homöopathisch.

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Risiken und Nebenwirkungen

Auch bei den Dekongestiva sollten die Risiken und Nebenwirkungen nicht vergessen werden. Dekongestiva bestehen meist aus mehreren Wirkstoffen, die alle für sich selber eigene Risiken und Nebenwirkungen verursachen können. Auch wenn die Nebenwirkungen eher selten vorkommen, sollte man sich vor der Einnahme über diese gründlich informieren.

Jeder einzelne Wirkstoff, der in einem Dekongestiva enthalten ist, kann zu einer Überreaktion des betroffenen Patienten führen. Dies kann im schlimmsten Fall ein allergischer Schock sein und sich auch in eine lebensbedrohliche Situation entwickeln.

Die Wirkstoffe der Dekongestiva, die zur Wirkungsklasse der Sympathomimetika gehören, verursachen dabei meist Beschwerden, die auf eine erhöhte Aktivität des Sympathikus hinweisen können. Dies äußert sich vor allem in einem überhöhten Blutdruck der betroffenen Person. Aber auch eine gesteigerte Herztätigkeit ist keine Seltenheit. Des Weiteren beklagen sich die betroffenen Personen meist über einen trockenen Mund und Verstopfungen.

Dekongestiva der Gruppe Cordicosteroide können dagegen sogar Diabetes oder Osteoporose verursachen. Dies ist allerdings nur in extremen Fällen anzutreffen. Meist sind die Nebenwirkung sehr gering und werden von den betroffenen Personen nicht als störend wahrgenommen.

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